Kaltenbrunn im Itzgrund
Genussregion 

Zusammen braut sich da was

Über zwei Länder und drei Landkreise erstreckt sich die Initiative Rodachtal. Das inspirierte Braumeister Oskar Döllinger dazu, fünf Sorten Malz für ein Bier zu verwenden, das fürs Backen und Brauen im Tal werben soll.
Artikel drucken Artikel einbetten
Es sieht gut aus, was da im Sudkessel einmal zum "Zweiländer-Sud" der Initiative Rodachtal werden soll, findet Braumeister Oskar Döllinger, der am Montag die neue Braukreation angesetzt hat. Fotos: Rainer Lutz
Es sieht gut aus, was da im Sudkessel einmal zum "Zweiländer-Sud" der Initiative Rodachtal werden soll, findet Braumeister Oskar Döllinger, der am Montag die neue Braukreation angesetzt hat. Fotos: Rainer Lutz
+1 Bild
Es ist eine Aufgabe, die Oskar Döllinger gern übernommen hat. Der Braumeister und Chef der Brauerei Schleicher in Kaltenbrunn sollte ein neues Bier kreieren. Die Initiative Rodachtal will damit werben. Zehn Gemeinden in zwei Bundesländern und drei Landkreisen haben sich in dieser Initiative zusammengetan. Ihr eigenes Bier soll diese Einheit in sich verkörpern.


Der erste Schritt

"Zwei Länder, drei Landkreise - das hat mich auf die Idee gebracht, fünf Sorten Malz zu verarbeiten", erklärt Oskar Döllinger, wie es zum ersten Schritt für die Rezeptur gekommen ist. Malz, betont der Braumeister, und wie er damit umgeht, prägt entscheidend den künftigen Geschmack. Es scheint sich gelohnt zu haben, dass er gleich fünf Sorten von der Mälzerei in Bamberg geholt hat.
Schon beim Ansetzen des Suds stellte er fest: "Ich habe noch nie schon im Entstehen so ein gutes Bier gerochen." Das lässt einiges erwarten. Süffig soll es werden, leicht rot, etwas dunkel. Wie es dann sein wird, das erfahren die Auftraggeber der Initiative im Rodachtal und der Braumeister selbst erst in etwa fünf Wochen. Dann nämlich, beim Bierfest in Seßlach wird das neue Bier vorgestellt. Arbeitstitel: Zweiländer-Sud.


Ein Leitprojekt

"Backen und Brauen ist eines der Leitprojekte im integrierten Entwicklungskonzept der Initiative Rodachtal", erklärt Ahorns Bürgermeister Martin Finzel (parteilos), der auch Vorsitzender der Initiative ist. Zusammen mit Detlev Pappe, der "Projektpate Brauen und Backen" der Initiative Rodachtal ist und das Heldburger Unterland vertritt, schaute Finzel dem Braumeister über die Schulter. Die beiden sehen im Backen und Brauen nicht nur eine alte Tradition des Rodachtals. "Das hat das Leben in den Orten seit jeher geprägt und hat bis heute eine wichtige soziale Funktion", ist Finzel überzeugt.
Und dann ist da ja das Bayerische Reinheitsgebot, das heuer Jahr 500 Jahre alt wird. Was hätte da nähergelegen, als ein eigenes Bier für die Initiative? "Es geht zum einen um die Genusskultur selbst, in zweiter Linie um die Stärkung und Vermittlung traditioneller regionaler Wirtschaftskreisläufe und drittens um die Back- und Brauhäuser als wichtige identitätsstiftende Objekte in den Städten und Dörfern", sagt Finzel.
Auf diese Brau- und Backhäuser im Rodachtal möchte die Initiative aufmerksam machen. Das Bier soll Vereinen und Kommunen, die oft hinter diesen Einrichtungen stehen, keine Konkurrenz machen.
Im Gegenteil, sollte damit ein Gewinn erwirtschaftet werden, will Finzel mit diesem die Brau- und Backhäuser und ihre Betreiber unterstützen.
Der genaue Name ist zurzeit noch so wenig festgelegt wie ein Etikett. Allerdings soll das neue Bier in attraktive Flaschen abgefüllt werden. Voraussichtlich werden es die gleichen sein wie sie die Brauerei Schleicher schon für ihr "Storchenbier" verwendet. Insgesamt 200 Hektoliter soll es erst einmal geben, sagt Finzel. Dafür soll noch ein hübsches Vierer-Tragerl geschaffen werden. Aber es wird wohl auch 20er-Kästen geben, für die, die mal öfter auf die Initiative und ihre Idee anstoßen wollen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren