LKR Bamberg
Tag des offenen Denkmals 

Zum Erhalt braucht es viele Helfer

"Gemeinsam Denkmale erhalten " lautet das Motto am kommenden Sonntag. An acht Orten im Landkreis können sich Interessierte auf die Spurensuche machen und seltene Einblicke erhalten.
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Das Schloss in Burgwindheim befindet sich im Besitz der örtlichen Kirchenstiftung und dient heute als Pfarrzentrum. Foto: Barbara Herbst
Das Schloss in Burgwindheim befindet sich im Besitz der örtlichen Kirchenstiftung und dient heute als Pfarrzentrum. Foto: Barbara Herbst
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Die Liste der Denkmale im Landkreis Bamberg ist lang. Darauf befinden sich weltbekannte, wie etwa Schloss Weissenstein in Pommersfelden, und eher unbekannte, wie etwa die Alte Schule in Melkendorf. Was die beiden vereint: Sie haben gemeinsam einen Auftritt beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 11. September.
Motto "Gemeinsam Denkmale erhalten". "Gemeinsam" meint nach dem Willen der Veranstalter, ein partnerschaftliches Miteinander von privaten und öffentlichen Initiativen für Denkmalschutz und Denkmalpflege, mit Vereinen und ehrenamtlich Tätigen, mit Denkmalbesitzern und Denkmalnutzern sowie mit Denkmalbehörden.
Ein Musterbeispiel für das diesjährige Motto ist die Alte Schule Melkendorf. Mehr als 7000 ehrenamtliche Stunden haben die Melkendorfer in die Renovierung ihrer Schule gesteckt, die eigentlich eine gemeindliche Immobilie ist. Zunächst wurde bis 2011 das Innere des zweigeschossigen Massivbaus aus dem Jahr 1915 renoviert, 2014 widmete man sich dann der Außensanierung. Und so konnte der zur Gemeinde Litzendorf gehörende 800-Seelen-Ort im vergangenen Jahr das Fest "100 Jahre Alte Schule" als echtes Gemeinschaftswerk feiern.
Bis vor zehn Jahren waren in Melkendorf noch Grundschüler unterrichtet worden. Heute werden die Räume unter anderem von der Jugend, der VHS und nicht zuletzt vom Obst- und Gartenbauverein genutzt, der mit seiner Vorsitzenden Monika Neundörfer eine ganz wesentliche Rolle bei der Restaurierung der Schule spielte.


Ohne Geld geht nichts

Sehr viel ehrenamtliches Engagement von Menschen im Ort steht auch hinter der Sanierung der Kuratiekirche St. Nikolaus Gunzendorf. Rund drei Jahre dauerte die Innen- und Außensanierung des 1723/24 erbauten Gotteshauses. Im Dezember 2015 waren es dann die Renovierungsarbeiten abgeschlossen und Erzbischof Ludwig Schick kam und weihte den neuen Altar.
Neben viel Engagement ist für eine solche Sanierung immer auch viel Geld nötig. In Gunzendorf ebenfalls ein wichtiger Aspekt des "Gemeinsam Denkmale erhalten". Für St. Nikolaus wurde der größte Teil vom Erzbischöflichen Ordinariat getragen, dazu kamen Mittel unter anderem von der Bayerischen Landesstiftung, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung. 60 000 Euro stellte der Markt Buttenheim zur Verfügung. Einen nicht unerheblichen Eigenanteil brachte die Kirchenstiftung selbst auf.
Am Tag des offenen Denkmals zeigt eine Ausstellung in der Kirche zudem sakrales Gerät (vasa sacra) ab dem 17. Jahrhundert.
Saniert und einer neuen Nutzung zugeführt wurde erst in den letzten Jahren die Zehntscheune in Schlüsselfeld. Der stattliche Satteldach-Sandsteinbau aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts diente zuvor als Lager des städtischen Bauhofs. Seit dem mehr als drei Millionen Euro teuren Umbau - auch hier waren viele Fördergeber am Werk, unter anderem die EU mit 1,2 Millionen Euro - hat die Stadt nun im historischen Gemäuer einen Bürgersaal mit Küche und Foyer sowie ein neues Trauzimmer.


Burg und Schlösser

Ihre Türen beziehungsweise Tore öffnen am kommenden Sonntag im Landkreis Bamberg auch zwei Schlösser und eine Burg. Am bekanntesten ist sicher Schloss Weissenstein in Pommersfelden. Das prächtige Barockschloss, das der Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichten ließ, befindet sich immer noch im Besitz der Familie Schönborn. Gerade erst abgeschlossen wurde hier die Restaurierung des Treppenhauses.
Weniger spektakulär und wohl den wenigsten näher bekannt ist das ehemalige Amtsschloss des Klosters Ebrach in Burgwindheim. Erbaut in den 1720er Jahren hat es eine wechselvolle Geschichte. Die Sommerresidenz der Ebracher Zisterzienser-Äbte wurde nach 1803 zum Königlich Bayerischen Rentamt und Finanzamt. Heute ist es Pfarrzentrum - und eine denkmalpflegerische Last, die von der örtlichen Kirchenstiftung alleine nicht zu schultern ist.
Der Erhalt von Burg Lisberg als herausragendes Baudenkmal im Landkreis ist vor allem Hans Fischer zu verdanken, der die auf das 8. Jahrhundert zurückgehende Burg 1968 erwarb. Der in diesem Februar verstorbene Burgherr wusste aber auch die öffentliche Unterstützung beim Denkmalschutz zu nutzen.
Der Bamberger Auktionator Johann Sebök, der die Burg erst im vergangenen Herbst von Fischer erwarb, hat angekündigt, dessen Erbe zu bewahren. Einblicke in die Arbeit von Denkmalpflegern und Restauratoren bieten zwei Sonderveranstaltungen. Das Museum der Geschichte Ebrachs, selbst in einem ehemaligen Wohn- und Wirtschaftshof des Klosters beheimatet, zeigt die Sonderausstellung "Erbe und Verpflichtung - Staatliche Denkmalpflege im ehemaligen Klostergebäude in Ebrach".
Die Dienststelle des Landesamtes für Denkmalpflege in Schloss Seehof bei Memmelsdorf öffnet am Sonntag die Türen zu ihrer Werkstatt für Konservierung und Restaurierung in der Archäologie.

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