Lichtenfels
Abifeier

Zum Abschied flossen auch Tränen

135 Abiturienten wurden am Meranier-Gymnasium Lichtenfels feierlich verabschiedet.
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Für ihr besonders Engagement in der Schülermitverantwortung erhielten 22 Abiturienten Buchpreise. Foto: Andreas Welz
Für ihr besonders Engagement in der Schülermitverantwortung erhielten 22 Abiturienten Buchpreise. Foto: Andreas Welz
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Unter den Klängen des Schulorchesters unter der Leitung von Michael Ebert erhielten 135 Abiturienten des Meranier-Gymnasiums am vergangenen Freitag ihre Zeugnisse. Darunter mehrere mit einer 1er-Abiturnote. Esther Eckert erreichte die Traumnote von 1,0. Die zehn Besten wurden mit einem Buchpreis vom Verein der Freunde und Förderer des Meranier-Gymnasiums ausgezeichnet. Für ihr besonderes Engagement über viele Jahre hinweg in den Gremien der Schülermitverwaltung erhielten 22 Schüler ebenfalls einen Buchpreis. Für besondere Leistungen in den einzelnen Fächern gab es Buchprämien, Ehrennadeln und Gutscheine.

In ihrer Abschiedsrede ließen Marie Kestel und Felix Bornschlegel die Schulzeit vorüberziehen. Sie erinnerte sich an die ersten Eindrücke in dem riesigen Gebäude und mit den breiten Fluren, an die eher mittelmäßige Zeit der Mittelstufe und an den krönenden Abschluss in der Oberstufe. Er verglich die Zeit mit einer Sinfonie, die Klänge würden lange nachhalten. Die Abiturienten bezeichnete er als "geballte geistige Potenz auf einem Haufen". Und den oft beschworenen Sinn des Lebens konnte Felix noch nicht erkennen. "Spaß haben ist für mich der Sinn des Lebens", sagte er und fügte eine weitere Weisheit hinzu: "Das Leben ist voller Überraschungen". Dabei drückte er Marie zur Gaudi der geladenen Gäste einen langen Kuss auf den Mund. Die weiteren Freunde und Familienangehörigen konnten die Entlassfeier an der Bildleinwand in der Aula verfolgen.

Stellvertretender Landrat Helmut Fischer begrüßte den "Goldenen Abi-Jahrgang 1967", dem er vor 50 Jahren auch angehörte. 36 seien es damals gewesen und man konnte 13 Schuljahre genießen, nicht nur zwölf. An die Abiturienten richtete er die Bitte: "Halten Sie Kontakt zu Ihrer Heimat und geben Sie Impulse weiter."
Der Schriftführer des Elternbeirats Thilo Rießner appellierte an die Entlass-Schüler: "Nutzt jetzt die heiligen Wochen, um euren Lebensweg zu finden". Der stellvertretende Schulleiter, Hubert Gehrlich, würdigte besonders den Verein der Freunde und Förderer mit ihrer Vorsitzenden Sabine Rießner. Die Schule sei in das gesellschaftliche Leben eingebettet und in die christliche Gemeinschaft integriert, machte Gehrlich deutlich und erinnerte an den vorangegangene Gottesdient in der evangelischen Stadtpfarrkirche und an Gottesdienste in der katholischen Stadtpfarrkirche.

Schulleiter Stefan Völker gratulierte den Absolventen und dankte den mitsorgenden und mitfiebernden Eltern, Großeltern und allen Kollegen. Für den Lebensweg der Abiturienten hatte er zwei Antworten. Die eine beschrieb er mit dem besinnlichen Text eines unbekannten Verfassers "Als wer will ich gelten, wenn ich einmal nicht mehr bin"? Soll man sagen: "Es war ein rücksichtloser Egoist, der ausschweifend lebte, andere zum eigenen Vorteil verleumdete und dabei Hochmut und Unvernunft bewies", oder soll man sagen: "Das war eine Person, die nicht nur viel wusste und konnte, sondern Geist, Herz und Charakter besaß, die Achtung vor Entscheidungen anderer besaß und das Leben der Tiere und Pflanzen achtete und die Natur schützte".

Die zweite Antwort entnahm Stefan Völker dem Spielfilm "Die letzten Tage der Sophie Scholl". Dabei stand ein Gestapoverhör mit der 21-jährigen Studentin im Mittelpunkt. Gegen die damalige Sicht auf Wirklichkeit stellte Sophie Scholl ihre Überzeugung: Sitte, Moral, Anstand und Gott. 1947 wurden diese Gedanken in einem Suhrkamp-Büchlein mit dem Titel "Taschenbuch für junge Menschen" fortgesetzt, das in diesem Jahr neu aufgelegt wurde. "Wenn das Handeln der Geschwister Scholl auch aus dem Willen erwuchs,,anständig'" durchs Leben zu gehen, handelt es sich bei den von Suhrkamp beschworenen Dingen wie Verlässlichkeit, Achtsamkeit, Empathie und Einsatz für andere nicht um einen in die Jahre gekommenen Ehrenkodex, untauglich für die Herausforderungen der Gegenwart, sondern um eine zugleich höchst notwendige wie zutiefst menschliche Haltung", machte Stefan Völker deutlich.

Nachdem alle 135 Abiturienten den Medley "Final Song" auf der Bühne mit den Solisten des Orchesters zum Besten gegeben hatten, präsentierten sieben ein Abschiedslied, bei dem auch Tränen flossen. Danach wurde in der Stadthalle kräftig gefeiert.

Die zehn Besten der Abiturprüfung: Esther Eckert (Note 1,0); Felix Bornschlegel, Rebecca Eckert (1,1); Karolin Fischer, Leon Haas (1,2); Alexandra Waas (1,3); Natalie Böhmer, Jonas Reichert (1,4); Evelyn Meister, Nina Zenk (1,5). Schülermitverantwortung: Sandra Hollfelder, Milena Fippl, Nicole Schulz, Sophia Lieb, Elena Püls, Lena Geber, Anna Ultsch, Linda Wagenhäuser, Eva Murmann, Julian Zapf, Marie Luise Popp, Amelie Wagner, Max Hauptmann, Alexander Kestel, Philipp Kraus, Mara Moritz, Ivo Weckbecker, Fabian Zeis, Linus Merklein, Dominik Dumsky, Maximilian Allstadt, Tobias Grießner.

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