Unterleinleiter

Zukunft des einstigen Bahnhofgebäudes bleibt ungewiss

von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank Unterleinleiter — Ein weiteres Mal ging es im Gemeinderat um die künftige Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes von Unterleinleiter, das 2006 ...
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Wieder einmal musste sich der Gemeinderat mit der Zukunft des ehemaligen Bahnhofsgebäudes beschäftigen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist ungewiss. Foto: Karl-Heinz Frank
Wieder einmal musste sich der Gemeinderat mit der Zukunft des ehemaligen Bahnhofsgebäudes beschäftigen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist ungewiss. Foto: Karl-Heinz Frank
von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank

Unterleinleiter — Ein weiteres Mal ging es im Gemeinderat um die künftige Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes von Unterleinleiter, das 2006 zum offenen Jugendtreff umgebaut worden war, in den letzten Jahren aber von der Dorfjugend immer weniger angenommen wurde.
Anlass für die neue Diskussion war, dass Anfragen hinsichtlich einer Nutzung des schon länger leer stehenden alten Gebäudes als Austragungsort für private Geburtstagsfeiern, aber auch für eine Dauernutzung durch die Hundeschule Fränkische Schweiz im Rathaus eingegangen waren, denen aber seit einem Bauantrag auf Umnutzung zum Jugendhaus im Jahre 2005 ein ruhender Widerspruch der Nachbarfamilie König entgegensteht, die sich durch eine derartige Nutzung einer unzumutbaren Lärmbelästigung bis in die Nachtstunden hinein ausgesetzt sieht.
Deshalb hatte DWV-Gemeinderat Ernst König als Jurist bereits zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes einen Antrag auf Ausschluss wegen möglicher Befangenheit gestellt, dem das Gremium dann auch entsprach. Dabei machte König aber auch klar, dass er als betroffener Anlieger bei wiederholtem Verstoß gegen die Auflagen durch den Bauwerber Klage erheben werde, damit sich Vorgänge wie im vergangenen Herbst, als die Polizei im Umfeld des ehemaligen Bahnhofes alkoholisierte junge Leute angetroffen hatte, nicht wiederholten. Das wiederum veranlasste Bürgermeister Gerhard Riediger zu dem Ausspruch: "Wenn wir dem Bauantrag zustimmen, haben wir sofort eine Klage am Hals, wird der ruhende Einspruch sofort vor Gericht gehen."

Besteht überhaupt Bedarf?

Trotzdem sollte Gemeinderätin Alexandra Ott (FWG) als Jugendbeauftragte zunächst einmal den eventuellen Bedarf für eine Jugendeinrichtung ermitteln, was im Rahmen einer Jugendversammlung geschehen soll. Sie habe in dieser Sache bereits Gespräche mit dem Ebermannstädter Jugendpfleger Andreas Kirchner und dem Kreisjugendpfleger Christian Kohlert geführt, die übereinstimmend die Meinung vertraten, dass sich "Offene Jugendtreffs" derzeit im Landkreis auf dem Rückzug befänden.
Das Schlusswort blieb NWG-Gemeinderat Josef Geck vorbehalten, der die Meinung vertrat, dass man sich bei Tausenden investierten Euros erst einmal grundsätzlich über eine künftige Nutzung unterhalten müsse, weshalb die Runde auch geschlossen gegen gegen die vorliegenden Anträge auf Nutzung des Anwesens stimmte.
Bei dem aus den 1960er-Jahren stammenden Grundschulgebäude häuften sich in den letzten Jahren die Klagen wegen der undichten und zugigen Fenster, deretwegen jedes Jahr viele Liter Heizöl vergeudet werden. Jetzt aber, nachdem die Schulbehörde den Fortbestand der Einrichtung zumindest für die Dauer der nächsten sechs Jahre signalisiert hatte, will die Gemeinde endlich die energetische Sanierung des Gebäudes angehen.
Dabei plädiert Bürgermeister Riediger zunächst für die Renovierung von zwei benötigten Klassenräumen und der altersschwachen Heizungsanlage, wobei für die Maßnahme je nach Finanzkraft der Gemeinde bis zu 80 Prozent an Fördermittel zu erwarten sein dürften.

"Eiskalte Räume"

Die oftmals unzumutbaren Zustände für die Kinder und Lehrkräfte schilderte Gemeinderätin Alexandra Ott, die an der Einrichtung die Mittagsbetreuung leitet, dem Gremium. "Immer wieder ist es in den Räumen eiskalt, wieder ein anderes Mal kommt man sich darin wie in einer Sauna vor und keiner weiß genau, wie man diese Schwankungen über die Heizungsregelung ausgleichen könnte. "
Der Gemeinderat stimmte jetzt zunächst einmal dafür, eine Fachfirma mit der auf rund 3000 Euro geschätzten Untersuchung für den genauen Sanierungsbedarf zu beauftragen.
Weiter versagte das Gremium einem Antrag auf Nutzung der Mehrzweckhalle in den Wintermonaten für die Flüge von Modell-Helikoptern mit Elektromotoren einer hiesigen Modellfluggruppe die Genehmigung, weil man eine Beschädigung des Hallenbodens befürchtet und man sich mit einem eingetragenen Verein oder einer Vereinigung schon aus Haftungsgründen leichter tun würde. Auch der Verpachtung eines gemeindlichen Stellplatzes in der Straße "Am Anger" an einen Anlieger, der darauf ein Carport zur privaten Nutzung errichten möchte, wurde in der Folge nicht zugestimmt.
Dafür sprach sich der Gemeinderat aber geschlossen für die Anschaffung einer neuen mobilen Lautsprecheranlage für offizielle Anlässe der Gemeinde im Freien aus, über deren Variante Bürgermeister Gerhard Riediger im Rahmen der vorgelegten Bauweisen bis 770 Euro selbst entscheiden soll. Ebenso fand der Antrag des örtlichen Sportvereins auf Verlängerung der bestehenden Garagen auf dem Vereinsparkplatz um einen Carport-Anbau die Zustimmung des Gremiums.

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