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Zeil am Main
Grossveranstaltung 

Zeiler Weinfest läuft ganz entspannt

Tausende Besucher erlebten am Wochenende ein schönes Weinfest in einem gut gesicherten Zeil. An allen Haupteingängen waren Feuerwehrfahrzeuge als Blockaden postiert. Die Eröffnung am Samstag adelten die Fränkische Weinkönigin und noch mehr Prominenz.
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Samstagabend und die Jugend feierte auf dem Zeiler Marktplatz. Ganz so voll wie früher war es nicht, aber das bedeutete eher ein Plus.
Samstagabend und die Jugend feierte auf dem Zeiler Marktplatz. Ganz so voll wie früher war es nicht, aber das bedeutete eher ein Plus.
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und Brigitte Krause

Stellen Sie sich vor, Sie wären der Bürgermeister einer Kleinstadt, in deren Hauptstraße sich Zigtausende zum Feiern treffen. - Fünf Tage nach Ansbach, elf Tage nach Würzburg, 17 Tage nach dem 14. Juli 2016: Ein Irrer steuert einen Lkw zwei Kilometer über die "Promenade des Anglais" und tötet 84 Menschen.
Etliche Gespräche zur Sicherheit beschäftigten in der Woche vor dem Zeiler Weinfest Thomas Stadelmann. Stadelmanns Idee, an den Haupteingängen große Fahrzeuge aufzustellen, nahmen alle Verantwortlichen gerne auf. Stadelmann: "100-prozentige Sicherheit gibt es nie, aber zumindest wollen wir selber das Fest mit dem gutem Gewissen, alles Menschenmögliche getan zu haben, durchführen". Und so standen Polizei und Feuerwehr an der Kolb-Kreuzung, Feuerwehr an der Sparkasse, Polizei an der Sander Straße; dazu über 27 Security-Männer, Feuerwehr- und Rettungsdienst-Helfer: Die Bemühungen um die Sicherheit auf dem Zeiler Weinfest waren mehr als augenfällig.
Und wirkten sich offenbar aus: Die Laune war am Samstagabend wunderbar entspannt, überall fröhliche Gesichter. Die Dirndl-Mädels beim Jungesellinnenabschied von Vanessa Southworth (bald Frau Füller) hatten von den selbst per Radio angekündigten Kontrollen nichts mitbekommen und trugen dicke fette Rucksäcke auf dem Rücken. Die Schweinfurterinnen waren kleidungstechnisch gerüstet. "Die Securitys haben vor uns kontrolliert", sagte Sina Grau und grinste.


"Mit kleinem Gepäck"

In der Oberen Torstraße waren die Reihen gefüllt mit "Silhouette"-Fans, die Band zieht bei allen ihren Auftritten Menschen aus der Region an. Etwa die vier Kulmbacher Freunde Hans, Elisabeth, Irene und Lui, die sogar ihre Bierwoche einmal sausen ließen. Hervorragend gelaunt, waren sie schon um 13 Uhr eingetrudelt und wussten auch von ihrer Bierwoche her: "Rucksäcke zuhause lassen" Elisabeth hielt demonstrativ ihre Handtasche hoch: "Wir sind mit dem kleinen Gepäck da!"
Oben am Stadtturm berichtete ein Security-Mann über nur positive Reaktionen auf die Taschenkontrolle. "Na, da fühl' mehr uns ja sicher", hörte er des öfteren.
Einen Berg "Gepäck" präsentierten Hubert Pommer, Manfred Streile, Birgit Roth und Helmut Geuß: Sie wurden nicht kontrolliert - waren aber auch schon vor 18 Uhr da. Naja. "100-prozentige Sicherheit gibt es nicht", meinte Helmut Geuß, selbst Polizeibeamter. Alle am Tisch fanden die Kontrollen gut. Wenn auch Geuß manches skeptisch sieht: Letztes Jahr waren er mit Gattin und Bekannten beim Münchner Oktoberfest, auch da wurde kontrolliert. Aber wie: Die Frau wurde gar aus dem Festzelt geholt zur Taschenkontrolle, der Bekannte, stattlich, mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, blieb unbehelligt. "Wenn ich schon kontrolliere, dann doch alle!", meint Geuß zu seiner Beobachtung.
Friedlich feiern, ein Zeichen setzen dafür "dass wir uns unser Weinfest nicht vermiesen lassen", das war die erklärte Meinung bei der Eröffnung am Nachmittag. Für Festleiter Helmut Trautner war es das 32. Mal auf der Bühne: "Früher bin ich da leichter naufgesprungen, aber da bin ich auch wegen der Nervosität öfter nauf", lächelt er im Rückblick.


Weinkönigin Christina zu Gast

Besonders hochkarätig war die Gästeschar diesmal: Neben der ersten Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintals, Johanna Berninger, und Bierprinz Sebastian Gocker gab sich die Fränkische Weinkönigin Christina Schneider die Ehre. Begleitet wurde sie von den Weinprinzessinnen aus Sand, Elisabeth Goger, aus Eibelstadt Katharina Prozeller und aus Dingolshausen Carina Blaurock. Mit dem Kitzinger Hofrat kamen Majestäten aus Kitzingen, Dettelbach, Albertshofen und Nenzenheim.
Erstmals dabei war - inoffiziell - die Haßberge-Tracht, getragen von Bundestagsabgeordneter Dorothee Bär und Schulamtsdirektorin Ulrike Brech. Landrat Wilhelm Schneider gab sich ebenso die Ehre wie ein SPD-Dreigestirn mit der baye-rischen Generalsekretärin Natascha Kohnen, Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar und Landtagsabgeordneten Kathi Petersen. Die Pfarrer Hans-Christian Neiber und Michael Erhart steuerten Trinksprüche bei. Die Eröffnung übernahmen Symbolfigur Abt Degen (Richard Schlegelmilch) und Bürgermeister Thomas Stadelmann.


"Es fehlt an nichts!"

Wie im "Schlaraffenland" fühlten sich dann nicht nur die Besucher, sondern nach seinem Bekunden Mike Richter vom ESC Haßfurt sowie Helene Friedrich (TV) und Margit Stubenrauch (Stadtkapelle). Denn Haßfurter Vereine haben bei dem früher reinen Zeiler Fest inzwischen einige Versorgungsstände übernommen. Und lobten die Organisation durch Thomas Fensel und Gabi Stahl in höchsten Tönen. "Es fehlt an Nichts! Wir haben selbst früher das Meefest organisiert, da wissen wir, was da dranhängt!", sagte Friedrich. Und ergänzte, auch der frühere Standbetreiber, der Autoclub, kümmere sich ganz fürsorglich und lieb um seine Nachfolger.

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