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Lichtenfels

Zehn Jahre Hartz IV: 46 Prozent weniger Langzeitarbeitslose

Lichtenfels — Zwischen 2003 und 2005 traten mit den Hartz-Gesetzen umfassende Arbeitsmarkt- und Sozialreformen in Kraft. Ziel der Reformen war es, die Funktionsfähigkeit des Arbeit...
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Lichtenfels — Zwischen 2003 und 2005 traten mit den Hartz-Gesetzen umfassende Arbeitsmarkt- und Sozialreformen in Kraft. Ziel der Reformen war es, die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes zu verbessern. Elemente dieser Reform waren: effizientere Arbeitsvermittlung, mehr Aktivierung und Eigenverantwortung sowie höhere Flexibilität (Fördern und Fordern).

Sozial- und Arbeitslosenhilfe

Im Rahmen des Hartz-IV-Gesetzes wurde die Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe für Erwerbsfähige zum Arbeitslosengeld II zusammengeführt. Die Betreuung und Vermittlung von Arbeitslosen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II übernahmen die Arbeitsgemeinschaften - heute Jobcenter genannt. Es handelt sich dabei um gemeinsame Einrichtungen der Bundesagentur für Arbeit und eines kommunalen Trägers.
Mit Einführung des Hartz-IV-Gesetzes stieg die Arbeitslosigkeit nochmals an. Im Bund wurden im Jahr 2004 im Jahresdurchschnitt 4,38 Millionen arbeitslose Personen gezählt. Diese Zahl stieg 2005 auf 4,86 Millionen. Im Jahr 2006 zeigte sich bundesweit eine Trendumkehr bei Arbeitslosigkeit und Beschäftigung, denn die Arbeitslosigkeit sank in diesem Jahr auf 4,49 Millionen. Diese Entwicklung verlief im Agenturbezirk Bamberg-Coburg ähnlich, denn damals stieg ebenfalls die Arbeitslosigkeit zuerst an (von 2004 auf 2005 von 27 549 auf 29 554). Im Jahre 2006 sank jedoch die Zahl der Arbeitslosen bereits recht deutlich auf 26 750. Die Zahl der arbeitslosen Menschen, die durch das SGB II erfasst wurden, betrug im Agenturbezirk im Jahr 2005 12 572.

Zahl 2012 halbiert

Seither erhöhten sich die Chancen, aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit zu wechseln. Die Halbierung der Arbeitslosigkeit im Bereich SGB II wurde im Jahr 2012 erreicht (5940). Der weitere Verlauf deutet an, dass weitere arbeitsmarktpolitische Strategien notwendig werden, um die "Schallmauer" von 6000 nachhaltig zu durchbrechen.
Zwischen den Jahren 2005 und 2014 (hier wird der gleitende Jahresdurchschnitt genommen) verringerte sich die Arbeitslosigkeit im SGB II-Bereich im gesamten Agenturbezirk um rund 52 Prozent.
Bei den jungen Menschen (15 bis unter 25 Jahren) war dieser Rückgang wesentlich deutlicher ausgeprägt. 2005 betrug im Jahresdurchschnitt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen 1687. Im gleitenden Jahresdurchschnitt 2014 werden noch 456 junge Erwachsene von den Jobcentern als arbeitslos registriert. Dies ist eine Abnahme um 72 Prozent.
Leider war bei der statistischen Betrachtung der älteren Arbeitslosen im SGB II-Bereich kein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Im Jahr 2005 betrug die Zahl 1199 und im Jahr 2014 1124.
Eine erfreuliche Entwicklung nahm die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die allerdings erst seit 2007 gesondert erhoben wird. Hier war ein Rückgang von 46 Prozent von 2007 bis jetzt zu verzeichnen (2007: 4 380; 2014: 2 355). Der Abbau der Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung nach SGB II wurde durch gezielte Förderung unterstützt: Die Jobcenter investierten im Jahr 2008 über 16 Millionen Euro in Maßnahmen, die der Eingliederung ihrer Kunden in den Arbeitsmarkt dienten. Im Jahr darauf kam es sogar noch zu einer Steigerung dieser Förderung und zwar auf knapp 17,5 Millionen Euro. Die Jobcenter konnten die Arbeitslosigkeit auf rund 6000 Menschen verringern. Im abgelaufenen Jahr wurden ca. 4,2 Millionen Euro für die Eingliederung ausgegeben. Die Statistik widerlegt zwei typische Vorurteile über Arbeitslose des SGB II-Bereichs. Seit 2009 wird statistisch erfasst, ob ein Berufsabschluss vorliegt oder nicht. Über 40 Prozent verfügen über eine Berufsausbildung. Bemerkenswert ist, dass es auch Personen ohne Berufsabschluss gelingt, die Arbeitslosigkeit zu beenden. So verringerte sich zwischen 2009 und jetzt die Arbeitslosigkeit derer, die über keine Berufsausbildung verfügen um 26 Prozent.

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