Lichtenfels

Yoga-Katze und Schildkröte

Ferienprogramm  Auf Biegen und Brechen stürzten sich sechs Mädchen in ihre erste Stunde mit fernöstlicher Gymnastik.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die kleine Katharina ist mit Begeisterung bei jeder neuen Übung dabei. Die Schildkröte meistert sie problemlos. Fotos: Manuel Stark
Die kleine Katharina ist mit Begeisterung bei jeder neuen Übung dabei. Die Schildkröte meistert sie problemlos. Fotos: Manuel Stark
+1 Bild
von unserem Mitarbeiter Manuel Stark

Lichtenfels — "Die Yoga-Katze schleicht herum, sie sieht sich bei den Kindern um. Jeder weiß, dass sie nicht beißt. Sie will nur wissen, wie du heißt." Mit diesem Spruch nimmt Pia Dück das flauschige Stofftier zur Hand, das sie mitgebracht hat. Es ist die Yoga-Katze Yogazana, die durch den einstündigen Schnupperkurs Kinderyoga im Übungsraum des Jugendzentrums in Lichtenfels führen soll.
Auf roten Turnmatten sitzen im Kreis sechs Mädchen zwischen sechs und neun Jahren und stellen sich der Reihe nach vor. Als alle Namen genannt sind, fragt eines der Mädchen zögerlich: "Aber warum die Katze?" Um Yoga zu machen, müsse man ein bisschen wie eine Katze sein, erklärt Pia Dück. Katzen könnten den ganzen Tag faul und entspannt in der Sonne liegen, so lange, bis sie eine Maus fangen wollen, dann würden sie plötzlich sehr gelenkig und schnell.


Die Zunge rausstrecken

"Wisst ihr denn überhaupt, wo Yoga herkommt?", fragt die Yogalehrerin. Die Kinder schütteln den Kopf. Mit ruhiger Stimme beginnt Pia Dück von einem alten Mann in einem fernen Land zu erzählen. So fern, dass man selbst mit dem Flugzeug viele Stunden braucht, um dorthin zu gelangen. Dieses Land heißt Indien. Der alte Mann hätte die Natur verstehen wollen und sie daher genau beobachtet. Ob Sonne, Mond, Baum oder sogar Löwe, immer wieder stellt Pia Dück Elemente der Geschichte als Yoga-Übung dar und die Kinder eifern ihr sofort nach. So strecken sie beim Löwen ihre Zunge so weit sie können, drehen die Augen heraus und formen mit ihren Fingern Krallen nach.
Bei der Schildkröte hingegen setzen sie sich hin, winkeln die Beine leicht an, führen ihre Arme unter die Kniekehlen und verschränken ihre Hände hinter dem Rücken. Mit jedem neuen Teil der Geschichte lernen die Mädchen eine neue Übung: Fisch, Giraffe, Schmetterling, Elefant, und viele mehr werden ausprobiert. Schließlich endet die Geschichte damit, dass der alte Mann seinem Sohn Yogi die vielen Übungen beibringt und stirbt.
Yogi wiederum wird somit zum ersten Yoga-Lehrer und verbreitet die Kunst der Übungen über die Welt. "Um die Übungen zu trainieren, gehen wir jetzt gemeinsam in den Yoga-Zoo", sagt Pia Dück und deutet auf den mit einer Stoffdecke abgeschirmten Flechtkorb in der Mitte des Raumes.


Segelboot und Kerze

Durch gegenseitiges Zublinzeln wechseln Lehrerin und Schülerinnen sich ab und ziehen verschiedene Stofftiere oder Spielzeuge aus dem Korb, die verschiedene Yoga-Übungen symbolisieren. Dabei schleicht sich auch der eine oder andere Gegenstand ein, den man normalerweise nicht in einem Zoo erwarten würde, wie etwa ein Segelboot oder eine Kerze. Immer wieder verliert eines der Mädchen das Gleichgewicht, laut kichernd plumpst es dann zu Boden, bevor es mit ungebrochenem Eifer die Übung sofort wieder versucht.


Klangschalen-Meditation

Über die Stunde hinweg wird aber auch ohne Übungsfehler viel gekichert: So lacht die kleine Katharina, als Pia Dück die Übung "Schildkröte" zeigt. "Das sieht ja lustig aus", sagt sie, während die anderen kichern. Nach den Übungen ist während der letzten zehn Minuten Entspannung angesagt. Die Mädchen legen sich entspannt auf die Matratzen, während Pia Dück mit Watte umwickelten Stöcken sacht gegen Klangschalen stößt, die mal einen höheren, mal einen tieferen Ton erzeugen.
Schließlich ist die Stunde vorbei. "Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht", sagt Pia Dück und lächelt. Die Mädchen schauen voller Unglauben auf die Uhr. Ist tatsächlich schon eine Stunde vorbei? Als sich die Tür zum Übungsraum öffnet, werden die Eltern mit Bitten bestürmt: "Das hat so viel Spaß gemacht, das wäre schon schön weiterzumachen", erzählt Katharina.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren