Wonfurt
Finanzen 

Wonfurt soll bei der Grünpflege sparen

Der Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinderates klopfte die einzelnen Einrichtungen in der Kommune daraufhin ab, ob Kosten reduziert werden können. Es gibt einige Vorschläge und Verbesserungen.
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Der am Ortseingang von Wonfurt aus Richtung Horhausen angelegte Rasen ist nach Meinung des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses ökologisch nichts wert und sehr pflegeintensiv.  Foto: Ulrike Langer
Der am Ortseingang von Wonfurt aus Richtung Horhausen angelegte Rasen ist nach Meinung des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses ökologisch nichts wert und sehr pflegeintensiv. Foto: Ulrike Langer
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Jedes Jahr legt der gemeindliche Rechnungsprüfungsausschuss seine Finger in die "offenen Wunden" der Gemeinde Wonfurt und schlägt Änderungen in der Politik vor. Ob allerdings die Vorschläge, die der Protokollführer des Ausschusses, Franz-Josef Selig, zur Rechnungsprüfung für das Jahr 2014 in der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend vorstellte, aufgegriffen werden, muss sich erst noch zeigen.
Im Fokus der Prüfer stand zunächst der Stromverbrauch in der Gemeinde. Laut Franz-Josef Selig hat die Gemeinde in den Jahren 2010 bis 2014 den Stromverbrauch nur um 0,5 Prozent reduziert. Die Kosten hingegen sind um 4,5 Prozent gestiegen. Da die Brunnen in Dampfach und Wonfurt wahrscheinlich genauso viel Strom benötigen wie der Bauhof, stellte sich dem Ausschuss die Frage: "Ist es wirklich positiv für das Ortsbild, wenn mit hohem Aufwand Schmutzwasser im Kreis gepumpt wird?" Zumindest sollten die Tageslaufzeiten und die Monatslaufzeiten auf ein vernünftiges Maß reduziert werden, so Selig.
Bürgermeister Holger Baunacher (JL) erklärte, dass für den größten Stromverbraucher, die Kläranlage, gerade ein Betriebskonzept erstellt werde. Außerdem wirke sich die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kläranlagengebäudes zukünftig positiv aus.
Doch Franz-Josef Selig forderte ein wirkungsvolles Konzept und deutliche Maßnahmen, um den Energieverbrauch ernsthaft zu senken. "Wir können nicht unendlich viel Strom verbrauchen", betonte er. "Die nationale und internationale Politik hat es in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Daher müssen wir vor Ort eine Lösung suchen." Dazu erläuterte der Bürgermeister, dass die Überlandzentrale Lülsfeld mittlerweile so viel Strom aus erneuerbarer Energie produziere, wie in ihrem Versorgungsgebiet benötigt werde. Wenn auch nicht immer zu der Zeit, in der der Strom gebraucht werde.
Der Ausschuss monierte auch, dass 40 Prozent der Lohnkosten für die Bauhof-Mitarbeiter auf die Grünpflege entfallen. Selig schlug vor, eine Art "Grünpflegeplan" ähnlich dem Räum- und Streuplan der Gemeinde zu erstellen und zu fragen, welche Arbeiten wirklich notwendig seien. Sicher könne der Einsatz auf bestimmten Flächen auch zurückgefahren werden und pflegeintensive Flächen in ökologisch wertvolle, pflegeleichte Flächen umgewandelt werden. Der am Ortseingang Wonfurt (aus Richtung Horhausen) angelegte Rasen beispielsweise sei ökologisch nichts wert und pflegeintensiv.


Zwei Probleme

Baunacher verwies darauf, dass der Bauhof bereits über einen Plan verfüge, welche Flächen wann und wie oft zu pflegen seien. Es gebe aber zwei Problemfelder. "Zum einen nimmt die Bereitschaft der Bürger, öffentliche Flächen vor ihrem Haus zu pflegen, ständig ab. Zum anderen beschweren sie sich, wenn die Pflege durch den Bauhof aus ihrer Sicht zu wünschen übrig lässt", sagte er.
Wolfgang Thein und Josef Kram plädierten dennoch für einen Grünpflegeplan und erklärten, dass bestimmte Außenbereiche weniger oft gepflegt werden könnten und sollten.
Auch die hohen Wasserverluste kritisierte der Ausschuss. "Es geht dabei nicht nur wertvolles Trinkwasser verloren. Es entstehen auch erhebliche finanzielle Verluste von mehreren Tausend Euro", so Franz-Josef Selig, der eine schnellere Reaktion auf Unregelmäßigkeiten beim Wasserverbrauch forderte.
Bürgermeister Holger Baunacher betonte, dass die Suche nach einem Leck oft sehr lange dauere. Doch Wolfgang Thein verdeutlichte, dass in anderen Gemeinden schneller reagiert werde. Dass die Neuanschaffungen von Werkzeugen für den Bauhof und die Feuerwehren seit einiger Zeit grundsätzlich in Vermögenslisten erfasst werden, bewertete der Ausschuss positiv.
Auch die Aussage des Bürgermeisters, dass die für 2209 Euro erworbene Geschwindigkeits-Messanlage demnächst intensiver eingesetzt werde, wurde begrüßt. Als Letztes wurde moniert, dass aus dem Brunnen der DJK Dampfach nicht mehr genügend Wasser gefördert werden kann und deshalb Trinkwasser für die Bewässerung der Sportanlagen verwendet wird. Doch der Vorsitzende der DJK, Bernd Riedlmeier, erklärte, dass der 54 Meter tiefe Brunnen fast versiegt sei. "Wir haben noch niemanden gefunden, der uns helfen konnte", teilte er mit.
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