LKR Kronach

"Wir sind auf einem guten Weg"

Die "Katholische Pfarreiengemeinschaft Kronach" besteht seit zehn Jahren. Das Jubiläum feiert der Seelsorgebereich an diesem Sonntag. Wir sprachen darüber mit den "Offiziellen" Thomas Teuchgräber, Christian Behner und Andreas Roderer.
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Die Kooperationsverträge wurden am ersten Fastensonntag 2006 bei einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche unterschrieben. Die Kooperationsverträge wurden an Generalvikar Georg Kestel (Mitte) übergeben, der auch den Festgottesdienst mit den jeweiligen Pfarrern der Pfarrgemeinden zelebrierte. Foto: Heike Schülein/Archiv
Die Kooperationsverträge wurden am ersten Fastensonntag 2006 bei einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche unterschrieben. Die Kooperationsverträge wurden an Generalvikar Georg Kestel (Mitte) übergeben, der auch den Festgottesdienst mit den jeweiligen Pfarrern der Pfarrgemeinden zelebrierte. Foto: Heike Schülein/Archiv
Zehn Jahre ist es nun schon wieder her, dass sich die Pfarreien Friesen, St. Georg, Kronach, St. Johannes der Täufer, Lahm, St. Ägidius, Steinberg, St. Pankratius, Wilhelmsthal, St. Josef, und Zeyern, St. Leonhard, zur Pfarreiengemeinschaft Kronach zusammengeschlossen haben. Die Kooperationsverträge wurden am ersten Fastensonntag, 5. März 2006, von den Vertretern der einzelnen Pfarrgemeinden - in Anwesenheit von Generalvikar Georg Kestel - bei einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche unterschrieben. Die förmliche Errichtung der Seelsorgebereiche erfolgte am Pfingstsonntag, 4. Juni 2006, durch Erzbischof Ludwig Schick im Bamberger Dom. Der seit 2009 leitende Pfarrer, Regionaldekan Thomas Teuchgräber, der Vorsitzende des Seelsorgebereichsrates Christian Behner sowie Gemeindereferent Andreas Roderer, der beim Umstrukturierungsprozess mitwirkte, erzählen über die Hintergründe und die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren.
Ziel des Zusammenschlusses war es, der pastoralen Arbeit im Seelsorgebereich eine gemeinsame Grundausrichtung zu geben und die Zusammenarbeit der weiterhin selbstständigen Pfarreien in Pastoral und Verwaltung zu stärken. Mit der Umstrukturierung habe - so die drei - die Erzdiözese Bamberg auf grundlegende gesellschaftliche und innerkirchliche Veränderungen reagiert - so zum Beispiel den Rückgang der Bevölkerung, damit verbunden die sinkende Zahl der Gläubigen, den absehbaren Rückgang an Priestern und pastoralen Mitarbeitern sowie auch zum Teil finanzielle Probleme.
"Ein wichtiges Ziel ist es auch, dass die Pfarreien über ihren eigenen Kirchturm hinausschauen", weiß Behner. Die einzelnen Pfarrgemeinden sollen eng zusammenarbeiten, gemeinsam Ziele und konkrete Aufgaben angehen. Das hauptamtliche Personal ist für die Seelsorge in allen Teilgemeinden verantwortlich - mit der Intention, eine ausreichende Betreuung und eine persönliche Ansprache vor Ort zu gewährleisten. "Das Bewusstsein, über die eigene Wohnortpfarrei hinaus zum großräumigeren Seelsorgebereich zu gehören, ist leider bei vielen in den einzelnen Pfarreien noch nicht so ganz angekommen", bedauert der Regionaldekan. Bislang habe man in den Pfarreien nahezu alle Gottesdienste - bis auf zwei Sonntagsgottesdienste, die gestrichen wurden, aufrechterhalten können.


"Das Personal arbeitet am Limit"

Die Erwartungshaltung sei enorm. Einerseits gingen die Zahlen der Gottesdienstbesucher schon deutlich zurück und auch die Ehren- und Hauptamtlichen würden weniger. Andererseits werde von den Gläubigen ein sehr breites Angebot an Gottesdiensten eingefordert. "Das Personal arbeitet am Limit", weiß der Regionaldekan. Das aktuelle Gottesdienstangebot werde man in einigen Jahren, wenn die Ruhestandspriester, die bislang noch tatkräftig bereitwillig mithelfen, nicht mehr zur Verfügung stehen sollten, nur schwer aufrechterhalten können. Deswegen sei man im hauptamtlichen pastoralen Team auch sehr dankbar für ehrenamtliche Wort-Gottes-Feier-Leiterinnen und -Leiter, die hin und wieder Gottesdienste übernehmen.
Sehr gut funktioniert die Zusammenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft Kronach beispielsweise schon bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung. "Im Vorfeld der Erstkommunion werden alle Eltern aus den Teilgemeinden nach Kronach zu zwei gemeinsamen thematischen Abenden eingeladen. Hier wächst Gemeinschaft", freut sich Roderer, der für die Erstkommunionkatechese verantwortlich zeichnet.
Das Ziel einer Integration der Pfarreien verfolgt ein gemeinsamer Seelsorgebereichsrat, dem das priesterliche Personal sowie Pastoral- und Gemeindereferenten wie auch Vertreter aus jeder Gemeinde angehören.
Am Sonntag ziehen die Abordnungen der zugehörigen Pfarreien in einem Festzug von Rathausplatz zum Festgottesdienst in die Stadtpfarrkirche. Die Festpredigt wird der Nürnberger Regionaldekan und gebürtige Kronacher Hubertus Förster halten. Dabei erhält jede Pfarrei eine Jubiläumskerze, angefertigt von der Kerzenbastelgruppe Zeyern. Danach zieht man über die Treppen neben der St.-Anna-Kapelle erst zum Marienplatz und dann zum Begegnungsabend in die Kühnlenzpassage. "Bei dem Zwischenstopp am Marienplatz werden wir Tauben in alle Richtungen steigen lassen - symbolisch für unseren Auftrag, gemeinsam Gottes Botschaft in die Welt zu tragen", erzählt Roderer. Hierfür wählte man bewusst einen öffentlichen Platz. Einig sind sich die drei darin, dass der Zusammenschluss notwendig gewesen, hilfreich und auch bereichernd sei. "Ich erinnere mich gerne an das Begegnungsfest am Anfang auf dem LGS-Gelände. Da lag so eine Aufbruchsstimmung in der Luft. Das war richtig cool", blickt Behner zurück. Dennoch: Noch sei der Prozess nicht abgeschlossen. Dies werde auch noch dauern. Aber man sei auf einem guten Weg des Zusammenwachsens.

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