Teuschnitz

"Wir planen nicht, die Hecken umzuackern"

von unserer Mitarbeiterin Heike Schülein Teuschnitz/Kronach — Im Rahmen der Agrarreform 2015 kommen auf die Landwirte neue Regelungen zu, so auch das sogenannte Greening - Maßnahme...
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von unserer Mitarbeiterin Heike Schülein

Teuschnitz/Kronach — Im Rahmen der Agrarreform 2015 kommen auf die Landwirte neue Regelungen zu, so auch das sogenannte Greening - Maßnahmen, die für mehr Nachhaltigkeit sorgen sollen. Neben dem Erhalt des Dauergrünlandes und dem Anbau mehrerer Kulturen sind jährlich fünf Prozent der Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen zu erbringen.
Die Bauern müssen diese Vorgaben erfüllen, um die Direktzahlungen in voller Höhe zu erhalten. Dies bestätigten am Donnerstag der Kronacher Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Erwin Schwarz und sein Stellvertreter Klaus Siegelin bei der Kreisversammlung des bayerischen Gemeindetags im Teuschnitzer Rathaus. Wie sie ausführten, seien im Zuge der Flurbereinigung Hecken und Böschungen errichtet worden, die im Eigentum der Gemeinde stehen. Diese könnten vom jeweiligen Landwirt, dessen landwirtschaftliche Fläche daran angrenze beziehungsweise sich in unmittelbarer Nähe befinde, gepachtet werden. Durch die Rückpachtung könnten diese so in den Greening-Katalog mit aufgenommen werden. "Die Pacht kann durch einen Pachtvertrag geregelt werden", erklärte Schwarz. Darin würden die Regularien niedergeschrieben - wie beispielsweise Pflege und Bewirtschaftung der Hecken, was sowieso erfolgen müsse. Knut Morgenroth (SPD) warf ein, dass es sich dabei um landschaftsgestaltende Maßnahmen gehandelt habe. Diese müssten als Bestand erhalten bleiben.
Der Kreisobmann betonte: "Wir haben nicht vor, die Hecken umzuackern." Man brauche diese lediglich, um sie beim Amt vorzuweisen. Eine landwirtschaftliche Nutzung erfolge nicht. Zudem könne der Pachtvertrag zum Ende jedes Wirtschaftsjahres von der Kommune gekündigt werden. Die Hecken würden kartiert.

"Schrottflächen"

Laut Timo Ehrhardt (SPD) hätten die Kommunen bei der Flurbereinigung die "Schrottflächen" erhalten, die niemand gebraucht habe. Diese Randbereiche würden in Ludwigsstadt von der Dorfgemeinschaft mit gepflegt. Er zeigte sich für das Anliegen grundsätzlich offen. Es müsse aber pro Einzelfall entschieden werden. "Eine Pauschalaussage wird es von Ludwigsstadt nicht geben", machte er klar. Dies sei, so Vorsitzender Egon Herrmann (SPD), auch nicht Ziel der Veranstaltung. Vielmehr wolle man die Kreisversammlung auf den gleichen Wissenstand halten.
"Wir sind auf unsere Bauern angewiesen. Daher sollten wir sie unterstützen, wo wir nur können", brach Rainer Detsch (Freie Wähler) eine Lanze für die Landwirte. Seiner Meinung nach könnten es sich die Kommunen in Zukunft nicht mehr leisten, in ihrem Besitz stehende Grünflächen vor den Häusern zu pflegen. Wenn es rechtlich in Ordnung sei und vernünftig verwaltungstechnisch abgewickelt werden könne, spreche nichts gegen das Ansinnen. Auch Norbert Gräbner (SPD) und Kronachs Dritter Bürgermeister Markus Wich (CSU) zeigten sich grundsätzlich positiv gestimmt - ebenso wie Peter Klinger (CSU), der einen Mustervertrag zwischen dem Bayerischen Bauernverband und den Kommunen anregte, was Herrmann prüfen lassen will.
Zuvor hatte Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern, Kulmbach über Energienutzungspläne für die Energiewende in den Gemeinden referiert. "Wir müssen die Energiewende als Chance begreifen", appellierte er. Durch den Umstieg auf selbst erzeugte erneuerbare Energie und durch die Nutzung bislang brachliegender Einsparpotenziale könnten sich Kommunen dauerhaft neue Einnahmequellen erschließen und gleichzeitig Ausgaben senken. Viele Gemeinden hätten sich schon auf den Weg gemacht, um energieautark zu werden - wie im Landkreis beispielsweise Mitwitz oder Effelter. Der Freistaat fördere - im Rahmen des Programms "BayINVENT" - seit Jahren die Erstellung kommunaler Energiesparkonzepte mit 70 Prozent.

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