Windheim

Windheimer Bier zur Kirchweih

Genuss  Klaus Völk hat das "13-14 Urstöffla" brauen lassen. Am Mittwoch ist um 18 Uhr Kirchweihfest-Bierprobe am Plan.
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Klaus Völk, Inhaber der Windheimer Biere, begutachtet (und probiert gleich) in der Brauerei Trunk in Vierzehnheiligen den Sud.  Foto: Heike Schülein
Klaus Völk, Inhaber der Windheimer Biere, begutachtet (und probiert gleich) in der Brauerei Trunk in Vierzehnheiligen den Sud. Foto: Heike Schülein
von unserer Mitarbeiterin heike schülein

Windheim/Vierzehnheiligen — Ein intensiver Geruch von Bier liegt in der Luft. Klaus Völk steht im Sudhaus der Alten Klosterbrauei Trunk hinter der Basilika Vierzehnheiligen neben einem großen Läuterbottich. In dem Gefäß werden die festen Bestandteile der Maische von den flüssigen getrennt. Und eben diese Würze probiert der Windheimer gerade.
Er schwenkt das Glas einige Male um seine Längsachse, führt es an seine Nase und nimmt mit ein paar kräftigen Atemzügen das ihm in die Nase steigende Aroma des Suds auf. Mit einem "Genießerschluck" kostet er das goldgelb-braune Getränk. Sichtlich zufrieden, nickt er mit dem Kopf. "Das wird seine Wirkung zur Kirchweih nicht verfehlen", meint er vielsagend.
"Ja. Wir sind bekennende Biergenießer", gestehen Klaus Völk und Christian Löffler. Bei vielen Gelegenheiten hatten sie immer wieder über die Vielfältigkeit des Bieres diskutiert. Völk betreibt einen kleinen Bierhandel, während sich Löffler seit mehr als zehn Jahren mit Spalter Hopfen beschäftigt.
Ein eigenes Bier mit einem Geschmack, den es noch nicht gibt: Das war ihre Vorstellung. Mit Andreas Trunk, Inhaber der Brauerei Trunk in Vierzehnheiligen, erfüllten sie sich schließlich diesen Wunsch. Mittlerweile gibt es vier Windheimer Biere - das Ölschnitztaler Ur Pils, die Ölschnitztaler Ur-Weisse Specialität, das Ölschnitztaler Egal und nun - eigens für die Windheimer Kerwa - das Kirchweihfestbier "13-14 Urstöffla".
"Der Name kommt daher, weil bei uns die Kirchweihpaare zuerst ,Wer hot Kerwa? Wir hom Kerwa!' rufen und dann 13, 14 zählen. Dann machen sie so einen Art Jauchzer, den ich aber beim besten Willen nicht nachmachen kann", lacht Völk, denn ihr Sohn würde dabei aufwachen.

Massenware ist nicht gefragt

"Rustikal und liebevoll - wie wie die Menschen im Frankenwald. So kann man den Charakter beschreiben", überlegt der 37-Jährige nicht lange. Leider verkomme Bier heute immer mehr zum Industrieprodukt, bedauert er. Viele Brauereien beschäftigten sich in erster Linie mit Gewinnmaximierung und der Reduktion ihrer Kosten. Darunter leide die Qualität.
"Die Leute wollen einfach nicht mehr die Massenware kaufen", spricht er aus eigener Erfahrung. Es gebe eine Trendwende hin zu kleineren Brauereien, die großen Zulauf hätten, und auch zu heimischen Bier. Regionalität bedeutet bei den Windheimer Bieren auch die Sicherheit zu wissen, wo die Zutaten herkommen.
"In den kommenden Jahren", so Christian Löffler, "wird der Hopfenanbau erweitert." Ein weiterer großer Schritt ist der Anbau von Bio-Braugetreide. Mit Johannes Förtsch vom Bio-Bauernhof Förtsch aus Reichenbach steht Löffler und Völk ein kompetenter Partner zur Seite.
Bereits in diesem Jahr wurden erste Sorten angebaut. "Wir haben heuer unsere erste Braugeste angebaut und die Werte im Labor analysieren lassen. Sie sind zwar schon recht gut, aber noch nicht optimal", erklärt Völk.

Ein ganz eigener Geschmack

Der 37-Jährige rechnet damit, 2015 Bier aus eigenem Malz brauen zu können - nicht mit einer hochgezüchteten, sondern mit einer alten Gerstensorte. Dies mache sich beim Ur Pils und der Ur-Weisse - also den naturtrüben Sorten, mit ganz wenig Spund - besonders deutlich bemerkbar.
Der Betriebswirt, der sich derzeit zum Verwaltungsfachwirt fortbildet, arbeitet in Bamberg. Dort gibt es viele kleine Brauereien, bei denen jeder Sud ein bisschen anders sei. "Bei uns in der Region wächst einfach gute Braugerste", ist er sich sicher.
Der Geschmack der Windheimer Biere - gerade das Ur-Pils und die Ur-Weisse - gehe in eine ganz eigene Richtung, so dass es durchaus auch Kritiker gebe. "Wir passen das Bier den Rohstoffen an und nicht umgekehrt. Wir zeigen, was aus den Rohstoffen werden kann und was die Natur in diesem Jahr gekonnt hat", betont der Inhaber.
Er sieht seine Sorten nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu anderen regionalen Bieren.
Und wie schmeckt nun das Kirchweihfestbier? Da muss der Bierliebhaber nicht lange überlegen. "Es ist kräftig, malzbetont, richtig süffig - genau richtig zur Kirchweih. Es glänzt rubinrot und hat einen goldenen Stich", schwärmt Völk.
Wer das Festbier probieren will, hat dazu am morgigen Mittwoch beim Windheimer Kirchweihfest-Bieranstich um 18 Uhr am Plan die Gelegenheit.
Beim Anstich des 100-Liter Holzfasses wird auch Brauereiinhaber Andreas Trunk aus Vierzehnheiligen dabei sein. Gezapft wird nach bayerischer Art, das heißt ohne Kohlensäure und Kühlaggregat.
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