LKR Schweinfurt

Wildpferde auf dem Brönnhof

VON Gerd Landgraf Landkreis Schweinfurt — Strenger, jedoch nicht strengster Naturschutz wird auf dem Gelände des Bundes (1600 Hektar) auf dem früheren Übungsplatz der US-Armee "Brö...
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VON Gerd Landgraf

Landkreis Schweinfurt — Strenger, jedoch nicht strengster Naturschutz wird auf dem Gelände des Bundes (1600 Hektar) auf dem früheren Übungsplatz der US-Armee "Brönnhof" gelten. Erhalten bleibt die weit über 300 Hektar große Freifläche, wo Mulchen und Mähen, wo Wildpferde und Rinder auf eingezäunten Weiden und Schafe ein Vorrücken des Waldes verhindern sollen. Auf den versiegelten Flächen sind Solarkraftwerke möglich.
Der Wald wird naturnah verjüngt und bewirtschaftet. In Teilbereichen wird Wildnis einziehen. Auch ist auf einigen Flächen an die traditionelle Bewirtschaftungsform des Mittelwaldes gedacht.
Ob Wald, ob Freifläche: Wanderer und Radler sind auf den Wegen willkommen. Motocross - egal ob mit zwei oder vier Rädern - bleibt untersagt. Die Schranken auf den Zufahrtswegen bleiben geschlossen.
Jetzt hatten die SPD Dittelbrunn, die Soziale Bürgerliste und die SPD Zell/ Üchtelhausen eine Besichtigung mit Führung durch das zuständige Bundesforstamt Reußenberg (Hammelburg) organisiert. Weit über 200 Interessierte kamen, die im nach wie vor durch einen Doppelzaun gesicherten Camp Robertson von Forstdirektor Godfried Schwartz, Revierleiter Christoph Spiekermann und Christian Stoewer informiert wurden.
Betriebsleiter Schwartz stellte das Camp Robertson vor, wo die Amerikaner im Kalten Krieg Raketen mit Zielrichtung Osten stationiert hatten. Aktuell läuft auf dem ehemaligen Gefechtsstand der Abriss von Gebäuden, die ab dem letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrtausends übende Truppen beherbergt hatten. Das Camp bot Unterkunft für 300 Soldaten, Trainingsmöglichkeiten und Lehrsäle.
Seit Juli 2014 ist der Bund Eigentümer der Liegenschaft. Verschwunden sind bereits die hohen Antennentürme. In spätestens drei Jahren soll der Rückbau abgeschlossen sein. Für die künftige Nutzung dieser und anderer versiegelten Flächen ist die Solarenergie im Gespräch. Windräder wird es auf dem Brönnhof nicht geben, weil der Naturschutz diese nicht zulässt. Nur ein Grund ist das Vorkommen des Rotmilans.
Für den Brönnhof ist keine Umwandlung in einen Nationalpark vorgesehen. Ein Begehungsverbot oder gar einen Schutzzaun um das ganze Gebiet wird es also nicht geben. Schwartz versicherte, dass Wanderer und Radler willkommen sind - zumindest, wenn sie auf den (sehr vielen) Wegen bleiben.
In den Waldgebieten mit 1250 Hektar samt Ganerbenwald wird sich nicht viel ändern. An letzterem (540 Hektar) haben die Hospitalstiftung Schweinfurt und die Waldschutzgemeinschaft Schweinfurt zusammen ein Prozent (99 Prozent Bund) Beteiligung. Bei Grundsatzfragen haben Stiftung und Schutzgemeinschaft ein Vetorecht. Der Wald soll naturnah bewirtschaftet werden. Teilflächen dürfen verwildern. Auch wird es Standorte für den Mittelwald geben. Das Freigelände, das schon seit 20 Jahren unter Naturschutz (FFH-Gebiet) steht, bleibt erhalten. Eingeschränkt wird in allen Bereichen, also auch im Wald, die Jagd. Nur Schwarzwild und Rehwild (wegen Verbiss jünger Bäume) sollen durch Abschuss auf ein verträgliches Maß reduziert werden.
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