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Natur 

Wiesenttal ist ein Schatzkästchen

Die Landschaft rund um das Wiesenttal wird besonders geschützt.
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Die Landschaft hält viele schöne Ausblicke parat und lockt somit auch Touristen an. Foto: Amt für Landwirtschaft
Die Landschaft hält viele schöne Ausblicke parat und lockt somit auch Touristen an. Foto: Amt für Landwirtschaft
Zu einem rund 7000 Hektar großen Gebiet, das rund vier Landkreis umfasst, gibt es seit gestern einen Mangement-Doppelplan. Das Wiesenttal mit seinen Seitentälern ist ein naturschutzfachliches Glanzlicht des Regierungsbezirks Oberfranken. Hier leben über 60 geschützte Arten - eine Zahl, die nahezu alle Regionen Bayerns übertreffe.
Die Populationen im Wiesenttal von Uhu, Wanderfalke und vielen Fledermäusen zählen zu den besten Bayerns. Seltene Arten wie Bachmuschel, Mannie (eine Moosart) und Grünes Koboldmoos haben gar bundesweite Bedeutung. Die Vielfalt an geschützten Lebensräumen verleiht dem Gebiet seinen besonderen Reiz - auch unter touristischen Aspekten. Gestern überreichte der bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, den Plan für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) "Wiesenttal mit Seitentälern" und das Vogelschutzgebiet "Felsen- und Hangwälder in der Fränkischen Schweiz" an die Landräte der Landkreise Bamberg, Bayreuth, Forchheim und Kulmbach. Im Landkreis Forchheim finden sich Felstürme, tief ins Gestein reichende Höhlen und klare Bäche, die sich mit blütenreichen Wiesen, Wacholderheiden und Kalktuffquellen abwechseln. Die an die Talgründe angrenzenden Hänge seien vielfach von naturnahen Laubwäldern bedeckt, die viele seltene, teils vom Aussterben bedrohte Arten beherbergen, darunter im Naturwaldreservat Wasserberg bei Gößweinstein den größten Eibenbestand Bayerns. Aufgrund dieser Naturschätze wurde das Gebiet als FFH-Gebiet beziehungsweise als Vogelschutzgebiet in das ökologische Verbundsystem Natura 2000 aufgenommen, das eine nachhaltige Sicherung des europäischen Naturerbes zum Ziel hat.
Der Managementplan zeige Maßnahmen auf, um das Gebiet, wie von der Europäischen Union gefordert, in einem guten Zustand zu erhalten. Hierzu zählen beispielsweise die Fortführung einer naturnahen Waldbewirtschaftung unter Beachtung der seltenen Arten, die Pflege der blütenreichen Wiesen und Magerrasen oder die Bewahrung klarer, sauberer Gewässer als Lebensraum für Fische, Muscheln und Wasserpflanzen.
Dabei müssten laut dem Amt für Landwirtschaft und Forsten die unterschiedlichen Interessen in Einklang gebracht werden. Ein Anliegen des Planes ist es, in klaren Worten aufzuzeigen, wo und in welcher Weise die menschliche Einflussnahme möglich ist und wo bestimmte Rücksichtnahmen erforderlich sind.
Insgesamt waren mehr als 30 Spezialisten an der Entstehung des Plans beteiligt. Die beteiligten Grundstückseigentümer, Kommunen, Behörden und Verbände wurden zu Beginn der Kartierung im Jahr 2012 über Natura 2000 und die Managementplanung informiert. red
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