Höchstadt a. d. Aisch

Wien kam nicht zu kurz

Serenade  Im Höchstadter Schlosshof brillierten die Stadtkapelle Höchstadt und die Blaskapelle Wachenroth mit traditioneller Blasmusik. Die böhmisch-österreichischen Akzente überwogen.
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Höchstadt und Wachenroth musikalisch in Harmonie beim Konzert im Schlosshof Foto: Pauline Lindner
Höchstadt und Wachenroth musikalisch in Harmonie beim Konzert im Schlosshof Foto: Pauline Lindner
von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Höchstadt — Mit einem Kuss fing alles an. Sagt zumindest Ulli Weiß, der Moderator des gemeinsamen Konzerts der Stadtkapelle Höchstadt und der Blaskapelle Wachenroth im Höchstadter Schlosshof. "Als Ute Römer zum ersten Mal zur Probe kam, hat sie unser Dirigent Florian Zeh mit einem Kuss begrüßt. Da wussten wir Bescheid." Herausgekommen ist ein "Zwergerl" und eben der gemeinsame Auftritt der beiden Blechblasensembles.
Eng war es auf dem Podium vor den Steinquadern des Schlosses, eine doppelt besetzte Kapelle ist bislang darauf nicht aufgetreten. So saß einer in Lederhose und weißem Hemd neben einem in schwarzer Hose und roter Weste; eine Dirndlträgerin mit rotkarierter Schürze neben einer mit einer gestreiften Schürze, und sie schauten gemeinsam auf ein Notenpult. Aufgelegt waren viele Stücke traditioneller Blasmusik, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf böhmischen Stücken und Komponisten. Von Julius Fucik bis Ernst Mosch.
Und Wien kam auch nicht zu kurz; inklusive seiner heimlichen Hymne: dem Marsch "Wien bleibt Wien" von Joseph Schraml. Er ist bestimmt das, was man einen Gassenhauer nennt, gibt es doch, so Weiß, eine Vielzahl von oft derben Tex tunterlegungen.
Obwohl Weiß eine solche Strophe vorgegeben hatte, traute sich keiner aus dem zahlreichen Publikum, laut mitzusingen. Anders war es bei der Polka "Wir Musikanten". Sie gilt als beliebter Ohrwurm gerade in Blechbläserkreisen und die Doppelkapelle ließ es sich nicht nehmen, zwischendurch stehend den Liedtext zu singen.
Die Dirigenten Markus Koppmann (Höchstadt) und Florian Zeh (Wachenroth) wechselten sich ab, ohne dass eine besondere Vorliebe für eine bestimmte Musikgattung erkennbar war, egal ob Walzer, Marsch oder Krimititelmelodie. Das Publikum genoss den lauen Abend mit vielfach vertrauten Melodien, mit einem kühlen Bier und Bratwürsten oder Schäuferla.
In vier Wochen wird der Klang im Schlosshof mittelalterlicher und rockiger sein. Aber gleich, welche Musikrichtung, welcher Sound gepflegt wird, der Schlosshof ist ein besonderes Ambiente mit recht guten Akustikverhältnissen.
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