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Wieder Ärger um Bauantrag in Welitsch

Schon wieder gibt es Zoff im Gemeinderat wegen eines Bauantrages aus Welitsch. Grund war eine von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Flächennutzungs...
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Schon wieder gibt es Zoff im Gemeinderat wegen eines Bauantrages aus Welitsch. Grund war eine von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Flächennutzungsplans und Erlass einer Einbeziehungsatzung gemäß Paragraph 34 Absatz 4, Satz 1, Nummer 1 und 3 des Baugesetzbuches für das Gebiet "in Richtung Heinersdorf". Der Antrag wurde von Familie Förtsch gestellt.
Bürgermeister Hans Pietz (FW) bat nach Erörterung des Sachverhalts darum, zwei jungen Familien die Möglichkeit einzuräumen, im Außenbereich bauen zu dürfen. Wir sollten jungen Familien Wege ebnen, sich im eigenen Ort ansiedeln zu können, appellierte der Bürgermeister an das Gremium. Damit stieß er besonders bei Freie Wähler Fraktionssprecher Didier Couderc auf Kritik, der sich auch Martin Welscher (FW) anschloss. Welscher warnte davor, immer wieder den Außenbereich für Bebauungszwecke einzubeziehen: "Wir versiegeln dadurch immer mehr landwirtschaftliche Fläche und zersiedeln unsere Dörfer". Couderc meinte, es gebe genug Bebauungsfläche innerhalb des Flächennutzungsplans.
Eingangs der Sitzung durften sich auch betroffene Bürger äußern. Der Besitzer eines landwirtschaftlichen Anwesens, Winfried Bischoff, dessen Landwirtschaftsbetrieb an die als Bau- Mischgebiet neu auszuweisende Fläche unmittelbar angrenzen würde, erhob erhebliche Bedenken und schaltete inzwischen einen Rechtsanwalt ein. Vom Rechtsanwalt lag ein Schreiben vor, das Bürgermeister Pietz vorlas.
Tanja Konrad als eine Bauwerberin meinte, man solle nicht nur auf die Landwirtschaft sehen, sondern es hängen zwei Familien an dem Antrag, die gerne in Welitsch bleiben und hier bauen wollen. Dabei räumte sie ein, zur Landwirtschaft zu stehen und keine Ängste oder Bedenken vor Emissionen zu haben. "Wir sind hier geboren und wissen, was Landluft bedeutet und können damit leben", meinte die junge Frau.


Landwirt sorgt sich

Florian Bischoff will den Bauernhof einmal übernehmen und fortführen. Wenn dieser Bauernhof in den Innenbereich eines Mischgebietes laut Flächennutzungsplan kommt, habe er Bedenken um einen Fortbestand des elterlichen Betriebes. Bauamtsleiter Andras Schorn erklärte dazu, dass sich das betreffende landwirtschaftliche Anwesen nicht im Außenbereich, sondern bereits im Innenbereich eines Misch-Dorfgebietes befinde. Es sei ein Irrtum, vom Außenbereich auszugehen. Er wies darauf hin, dass am 18. März 2014 bereits im Bau- und Umweltausschuss zu einer Bauvoranfrage der Bauwerber keine gemeindlichen Belange dagegen sprachen. Einziger Hinderungsgrund wäre eine Expansion des landwirtschaftlichen Betriebes und die damit möglichen Emissionen.
Schorn sah vier neue Bauplätze durch die Erweiterung des Mischgebietes in ein Misch-Dorfgebiet in Richtung Heinersdorf. Die Erschließung hierfür sei in allen Punkten gesichert, es liege außerhalb des Wasserschutzgebietes und sei hochwasserfrei, außerdem blieben dem landwirtschaftlichen Betrieb zwei potenzielle Bauplätze unmittelbar an das jetzige Grundstück gesichert, was einer erheblichen Wertsteigerung gleich komme.
Didier Couderc war damit nicht einverstanden und warf der Bauverwaltung vor, 2014 nicht informiert zu haben, dass der landwirtschaftliche Betrieb kein Außenbereich sei. Man sei bisher von einem Aussiedlerhof ausgegangen. Schließlich wurde der Antrag auf Flächennutzungsplanänderung mit 7:8 Stimmen abgelehnt. Dies veranlasste Bauamtsleiter Schorn zu der Bemerkung, an Gemeinderat Couderc gerichtet, damit habe er vier neue Bauplätze in Welitsch verhindert und zwei jungen Familien ihre Hoffnung auf Bebauung im Heimatort verwehrt. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch rügte, dass der Bauamtsleiter als Privatmann in einer Sitzung nicht die Gemeinderäte in ihrem Abstimmungsverhalten kritisieren sollte. eh
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