Kronach

Wie wichtig der Dialekt sein kann

Die Theatergruppe Neuses wurde bei ihrer gelungenen Premiere des fränkischen Lustspiels "drei fränkischa Wöddla" gefeiert. Erneut bestachen die Darsteller m...
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Mit Missfallen beobachtet Dejsla (Hans Schrepfer/von links), wie seine Enkelin Bärbl (Alexandra Kempf) von ihrem Verehrer Adolfla (Sebastian Böhm) eine schriftliche Liebeserklärung erhält.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Mit Missfallen beobachtet Dejsla (Hans Schrepfer/von links), wie seine Enkelin Bärbl (Alexandra Kempf) von ihrem Verehrer Adolfla (Sebastian Böhm) eine schriftliche Liebeserklärung erhält. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Die Theatergruppe Neuses wurde bei ihrer gelungenen Premiere des fränkischen Lustspiels "drei fränkischa Wöddla" gefeiert. Erneut bestachen die Darsteller mit einer bravourösen Schauspielleistung. Der Autor und Regisseur des lustigen fränkischen "Stücklas in vier Aufzüch", Hans Schrepfer, hatte mit dem Stück den Geschmack des Publikums getroffen und auch ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Darsteller bewiesen.
Die Handlung selbst war ein Paradebeispiel für das Ziel und Ansinnen der Theatergruppe, die sich seit ihrer Gründung 1982 für Heimatpflege einsetzt. Und dabei steht die Bewahrung der fränkischen Sitten und Gebräuche und die Erhaltung der fränkischen Muttersprache im Vordergrund - denn dies liege ihnen am Herzen, erklären die drei Gründungsmitglieder, Hans Schrepfer, Hans Richter und Roswitha Hummel, die nach 35 Jahren Theater immer noch mit auf der Bühne mitwirken. Mit Vorliebe führen sie auch in ihren Stücken die Zuschauer in die Zeit Anfang des 20.Jahrhunderts. Dies ist wieder in beeindruckender Weise gelungen, so dass die Zuschauer immer wieder spontan Szenenapplaus spendeten, aber vor allem zum Schluss alle Darsteller mit langanhaltendem Beifall belohnten.
Schließlich kamen sie kaum aus dem Lachen heraus und so mancher hatte noch beim Verlassen der Turnhalle ein Grinsen im Gesicht.


Viele Missverständnisse

In der amüsanten, von Turbulenzen und Missverständnissen geprägten Handlung wurde klar, was passieren kann, wenn Menschen nicht mehr fränkisch reden und denken wollen. So viel sei verraten: Der wohlhabende Holzhändler und Sägemühlenbesitzer Hans Richter (Name identisch mit dem Darsteller Hans Richter) lebt in einer heilen Welt in seinem Flößerdörfla. Allerdings geht den Familienvater zweier Töchter manchmal sein Temperament durch.
Seine jüngste Tochter Bärbl (Alexandra Kempf) hat bereits mit dem Schmieds Säppe (Julius Kraus) einen tüchtigen Bräutigam - auch wenn der nicht wirklich das Gefallen des Schwiegervaters findet. Der Firmenbesitzer schmiedet mit seinen Töchtern ganz andere Pläne und hat auch für seine ältere Tochter Renate (Sarah Ferner) den passenden Partner, glaubt er.
Seine hochnäsige Ehefrau Retl (Christine Böhm) ahnt nichts von dem Gedankengut ihres Gatten. Großvater Dejsla (Hans Schrepfer) passt das Getue der Schwiegertochter überhaupt nicht. Auch wenn er seine Familie und Umgebung im Glauben lässt, schlecht zu hören und nicht mehr klar denken zu können, strickt er noch tüchtig am Familienglück mit.
Besonderen Ärger bereitet dem Familienpatriarchen Dejsla sei Nachberra, die Zeitungspaula (Roswitha Hummel), a echta Doofwasch, die mehr weiß, als die Zeitung, die sie austrägt. Über alle zerreißt sie sich ihr Goschn. Ihr Sohn Adolf (Sebastian Böhm) liebäugelt hingegen mit seiner Enkelin Bärbl. Doch auch Peter, dem Schneitmüller (Florian Böhm) gefallen die Richterstöchter. Nach der Heimkehr von Tochter Renate taucht jedoch auch noch ein Unbekannter, Bodo aus Mainz (Alex Böhm) auf, er könnte den Plänen der Neusiche Holzhändlerfamilie einen Strich durch die Rechnung machen.
Wie das ausgeht kann man in weiteren Aufführungen selbst erleben. Den Reinerlös ihrer Aufführungen stellt die Theatergruppe, wie schon seit über drei Jahrzehnten, gemeinnützigen Zwecken, besonders der Jugendarbeit von Kirche und Vereinen oder sozialen Einrichtungen, zur Verfügung.
Weitere Aufführungen sind in der Turnhalle Neuses (jeweils Beginn um 19.30 Uhr) am Samstag, 25. März, Samstag, 1. April und Samstag, 8. April.
Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei der Firma Grune (Kronacher Straße 10 in Neuses/Telefon 09261/3641 und 09261/5063930, jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 18 Uhr und an der Abendkasse. eh
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