Neuensee

Wie viel Abstand muss sein?

In Neuensee wird auf einem schmalen Acker Elefantengras angebaut. Die Gemeinde Michelau erließ eine Verfügung, dass fünf Meter Sicherheitsabstand zu den anderen Flächen einzuhalten sind. Jetzt ist der Fall vor Gericht.
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Im April vergangenen Jahres brannte ein Feld mit Elefantengras von etwa 15 000 Quadratmeter Größe in Lichtenfels ab. Die Polizei vermutete damals fahrlässige Brandstiftung als Ursache.  Foto: News5/Herse
Im April vergangenen Jahres brannte ein Feld mit Elefantengras von etwa 15 000 Quadratmeter Größe in Lichtenfels ab. Die Polizei vermutete damals fahrlässige Brandstiftung als Ursache. Foto: News5/Herse
Tobias Kindermann

"Das wird eine spannende Angelegenheit", sagt Norbert Eiser, geschäftsleitender Beamter der Gemeinde Michelau. Heute um 9.30 Uhr geht es vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth um die Frage, wie man mit leicht brennbaren Pflanzen umgeht, die in der Nähe von Gebäuden angebaut werden.
Auf einer Fläche von etwa 21 Meter Breite und rund 50 Meter Länge wächst seit Jahren in Neuensee zwischen zwei Wohnhäusern so genanntes Elefantengras. Das ist keine heimische Pflanze. Die aus Südostasien stammende Schilfart wird bis zu fünf Meter hoch - und machte seit einigen Jahren in Europa unter anderem als nachwachsender Brennstoff Karriere. Elefantengras ist sehr trocken - und leicht entzündlich, das zeigte sich etwa bei einem Brand einer rund 15 000 Quadratmeter großen Fläche in Lichtenfels im April vergangenen Jahres - kurz vor der Ernte.
Der Fall in Neuensee war aber schon länger anhängig. Bereits 2014 gab es erste Beschwerden. "In Neuensee wuchsen die Pflanzen bis teilweise in die Dachrinnen hinein. Da bestand schon eine große Gefahr, dass das Feuer bei einem Brand auf Gebäude überspringt", erinnert sich Timm Vogler, der als Kreisbrandrat eine Stellungnahme zu dem Fall schrieb. Die Gemeinde ordnete im Frühjahr 2016 an, dass fünf Meter Abstand zu den bebauten Grundstücken einzuhalten sind. "Im April wurde das Elefantengras geerntet", sagt Norbert Eiser. Wie es nun weitergehen soll, ist Thema der heutigen Verhandlung. Der Bescheid sei zu unbestimmt und verstoße gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, führt die Eigentümerin aus dem Landkreis Bamberg an, die die Fläche verpachtet hat. Die Gemeinde kann das nicht nachvollziehen: "Die Anordnung ist klar formuliert." Und schließlich habe man sachkundigen Rat eingeholt. Nicht nur Elefantengras ist leicht brennbar, bei trockenem Wetter auch Getreide. "Das kann man vergleichen", sagt Timm Vogler. Was eine Lösung sein könnte: "Etwas anderes anbauen", meint Norbert Eiser.
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