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Wallenfels

Wie soll der Frankenwald mit den Folgen des Klimawandels umgehen?

Susanne Deuerling Am Wochenende war Wallenfels wieder Tagungsort für führende Pflanzenphysiologen und Biologen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Beim...
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Professor Stephan Clemens (links) beim Fachgespräch mit seinen Kollegen Foto: Susanne Deuerling
Professor Stephan Clemens (links) beim Fachgespräch mit seinen Kollegen Foto: Susanne Deuerling
Susanne Deuerling

Am Wochenende war Wallenfels wieder Tagungsort für führende Pflanzenphysiologen und Biologen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Beim 33. Wallenfelser Rundgespräch zur Pflanzenbiochemie informierten sich die Professoren unter anderem über die zentrale Rolle der Photosynthese der Pflanzen und Algen.
Wie reagieren Pflanzen auf die wechselnden Umweltbedingungen mit Überflutung und Trockenheit? Wie verändert sich das Pflanzenwachstum im Klimawandel und wie gelangen giftige Stoffe über die Erdschichten in die Nutzpflanzen?
Hier stand vor allem Arsen im Mittelpunkt. In vielen Ländern ist das Vorkommen von Arsen in essbaren Pflanzen ein Problem. Durch das Anbohren der Erdschichten gelangt das Mineral durch die Pflanzen bis in das essbare Produkt. Betroffen ist hier vor allem Reis. Die Untersuchungen in der Biochemie beziehen sich hier auf die Frage, wie das Arsen in den Reis gelangt. Erst wenn diese Faktoren gefunden und definiert sind, wird es möglich sein, Pflanzen zu züchten, die wenig Arsen aufnehmen.


Modellversuche im Labor

"Hier laufen Modellversuche im Labor, die erst bei ersten Ergebnissen auf die Nutzpflanzen ausgeweitet werden", so Professor Stephan Clemens, der Leiter des Rundgesprächs. Ein weiteres Thema sei, die Anpassungsfähigkeit und Anpassungsschnelligkeit der Pflanzen bei einer Lichtüberflutung beziehungsweise bei zu wenig Licht zu studieren, um dann die bestmögliche Anpflanzung zu finden.
Im Frankenwald ist der Klimawandel ein zentrales Thema, der sich mit Trockenheit auf der einen und Überflutung auf der anderen Seite zeigt. "Eigentlich ist hier in Franken der April meist trocken, die Pflanzen sind daran angepasst. Nun aber verändern sich die Gegebenheiten und bei einigen Sorten bringt zu viel Wasser den Tod der Pflanzen", so Clemens. Hier muss nun in Modellversuchen herausgefunden werden, woran das liegt, und dann die Flora in den betroffenen Gebieten angepasst werden, vorausgesetzt die Natur erledigt das nicht von selbst.
Der Klimawandel ist eine langwierige Herausforderung. Das Projekt "Klimafit" beinhaltet Studien und Modellversuche, die besser verstehen lassen, wie man Nutzpflanzen fitter machen kann für den Klimawandel.
Ein besonderes Augenmerk legen die Physiologen auf die Stoffe, die Pflanzen gegen Schädlinge einsetzen. Viele Pflanzen produzieren selbst Stoffe, die sie gegen Schädlinge verwenden. Anhand der Pflanze "Ackerschmalwand", einem Unkraut, das im Frühjahr mit kleinen weißen Blüten blüht, werden Untersuchungen durchgeführt, wie diese Stoffe auf Nutzpflanzen übertragen können. Faszinierend in Bezug auf die Photosynthese sind die Algen. Die Algenaktivität in den Ozeanen ist sehr stark abhängig vom Eisengehalt des Wassers. Es gibt heute schon Bestrebungen, eine Düngung der Ozeane mit Eisen durchzuführen. Im Labor kann hier mit wenigen Mitteln und kleinen Algenkolonien der genaue Zusammenhang erforscht werden.
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