Bamberg

Wie sich "Wischbretter" effektiv zum Lernen und Arbeiten nutzen lassen

Das Dientzenhofer-Gymnasium ist als eines von fünf oberfränkischen Gymnasien Mitglied im nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, dem bundesweit 267 Sch...
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Christian Herbst
Christian Herbst
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Das Dientzenhofer-Gymnasium ist als eines von fünf oberfränkischen Gymnasien Mitglied im nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, dem bundesweit 267 Schulen angehören. Auf der Schulleitertagung unlängst in Göttingen hatte das DG die Gelegenheit, sein Projekt "Digitales Lernen und Arbeiten in den iPad-Klassen" vorzustellen. Diese Aufgabe übernahm Oberstudienrat Christian Herbst und sein Kollege Mirko Hammerschmidt.

Herr Herbst, was ist der Vorteil am Unterricht mit iPad-Unterstützung im Vergleich zur Schulstunde am PC oder Laptop?
Christian Herbst: Die Geräte sind direkt aus der alltäglichen Erfahrungswelt unserer Jugendlichen, sehr handlich, klein und sofort betriebsbereit. Schnell können die Schüler ihre individuellen Ergebnisse - auch zu Hause - bearbeiten, teilen oder drahtlos am Beamer präsentieren. Sie lernen, wie man die allgegenwärtigen "Wischbretter" effektiv zum Lernen und Arbeiten einsetzen kann. Ebenso schnell sind die Tablets auch wieder weggeräumt und unterstützen den Unterricht nur dann, wenn es sinnvoll ist.

Wie stellen Sie sicher, dass die Schüler die iPads nicht nutzen, um sich mit schulfremden Inhalten zu beschäftigen?
Mit den Schülern wurden gleich zu Beginn iPad-Regeln vereinbart. Die Geräte sind sehr gut einsehbar. Durch spezielle Apps und Internetfilter können Lehrkräfte den Zugriff der Schüler steuern und einsehen. Meist ist das gar nicht nötig, weil die Schüler sehr konzentriert, motiviert und zielorientiert arbeiten. Der Missbrauch digitaler Medien bleibt die absolute Ausnahme.

Was gefällt den Schülern am meisten an dem Angebot?
Die Schüler habe Freude, ihr eigenes Gerät zu nutzen. Sie lernen interaktiv und arbeiten produktiv zusammen. Lehrer können die Unterrichtsphasen abwechslungsreicher gestalten. Im Unterricht werden Lernvideos gedreht, Mindmaps und Präsentationen erstellt, im Internet recherchiert, Experimente beobachtet, gemessen und ausgewertet.

Wie haben die Schulleiter in Göttingen dieses Projekt beurteilt?
Viele Schulleiter waren sehr interessiert an unseren Erfahrungen und planen ähnliche Projekte. Mit meinem Kollegen Mirko Hammerschmidt, der vor drei Jahren das iPad-Projekt an unserer Schule initiiert hat, konnten wir wertvolle Tipps geben. Durch unser MINT-EC-Netzwerk stehen wir bundesweit mit anderen Schulen in einem Arbeitskreis zur Nutzung mobiler Endgeräte im Austausch.
Welche anderen Projekte gibt es im Rahmen des MINT-Programms?
Interessierte Schüler und Kollegen profitieren durch die Teilnahme an regionalen und überregionalen Treffen, die der MINT-EC seinen Mitgliedern kostenfrei anbietet. Von den vielfältigen Wahlangeboten unserer Schule im MINT-Bereich nenne ich mit den "MINT-Mädels aktiv" ein Wahlfach, bei dem sich Mädchen schon in der Unterstufe von der bunten MINT-Mischung begeistern lassen und ihre Talente entdecken und entwickeln können. Wettbewerbsteilnahmen sind am DG ebenso selbstverständlich wie eine Lego-Robotik-AG, in der Schüler spielerisch an die Programmierung echter Roboter herangeführt werden. An den MINT-Angeboten unserer Schule in der regionalen Begabtenförderung zu den Themen Biophysik, pharmazeutische Naturstoffe und Mathematik nehmen Schüler aus ganz Oberfranken teil.

Sind weitere neue Unterrichtsformen in Vorbereitung am DG?
Für digitale Bildung auch außerhalb der iPadklassen wurden ein iPad-Wagen und eine Kofferlösung angeschafft. So kann in allen Jahrgangsstufen der fachgerechte Umgang mit Mobilgeräten als selbstverständlich vermittelt werden. In Lehrerteams werden alternative Unterrichtseinheiten entwickelt, ausgetauscht und veröffentlichtˆ (www.dgipad.de). Mit dem "DG greenlab" wurde in Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg ein innovatives, in deutschen Schulen einzigartiges Raumkonzept in einem Chemiesaal umgesetzt. Ein aktuelles Entwicklungsfeld ist die Ausstattung jedes Klassenraumes mit Medienpulten, damit die technische Umsetzung unserer modernen Unterrichtsformen gelingt und die Schule ideal für die Zukunft unserer Kinder gerüstet ist.
Die Fragen stellte
Michael Memmel



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