Herzogenaurach
Handball 

Wie ein kleines Wunder

Mit fünf Toren lag die TS Herzogenaurach gegen den Bayernliga-Spitzenreiter aus Bergtheim zur Pause zurück. Was dann folgte, war ein Musterbeispiel an Wille und Teamgeist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Stefanie Mittasch (Mitte) und die TS Herzogenaurach setzten sich trotz eines Fünf-Tore-Rückstands zur Pause gegen den Spitzenreiter aus Bergtheim noch mit 22:19 durch.  Foto: herzopress/Archiv
Stefanie Mittasch (Mitte) und die TS Herzogenaurach setzten sich trotz eines Fünf-Tore-Rückstands zur Pause gegen den Spitzenreiter aus Bergtheim noch mit 22:19 durch. Foto: herzopress/Archiv
Mit Superlativen ist das so eine Sache, doch was die Bayernliga-Handballerinnen der TS Herzogenaurach beim sensationellen 22:19 gegen den Tabellenführer HSV Bergtheim den rund 150 Zuschauern boten, war hinsichtlich Moral, Einsatz und Teamwork kaum zu überbieten. Wenn man noch bedenkt, dass die Gastgeberinnen neben Egle und Merz auch noch kurzfristig auf die zuletzt herausragende Sarah Stephan (Knieprobleme) verzichten mussten, so ist dieser Erfolg gar nicht hoch genug einzuschätzen.

TS Herzogenaurach -
HSV Bergtheim 22:19
Zwar konnte auch der Tabellenführer nicht auf die stärkste Formation zurückgreifen, doch dessen Kader ist dermaßen gleichmäßig besetzt, dass es für diese Liga eigentlich reicht. Mit einer bissigen Abwehr raubten sie dem Kästl-Team zunächst jegliches Angriffskonzept, Janka Kräck traf erst in der 10. Minute zum ersten Mal für die TSH. Die Offensive des HSV zehrte in erster Linie von erweiterten Gegenstößen resultierend aus abgewehrten Bällen in der eigenen Abwehr. Die Gastgeberinnen konnten Bergtheim in den ersten 30 Minuten kaum ernsthaft fordern, obwohl man sich redlich mühte. Es war in dieser Phase enorm wichtig, dass sich die erfahrene Nadja Müller-Tegel wieder zur Verfügung stellte und mit ihrer Routine die Abwehr etwas zusammenhalten konnte. So lag man beim Wechsel (8:13) "nur" mit fünf Treffern zurück, dennoch konnte niemand davon ausgehen, dass sich Bergtheim noch das Spiel aus der Hand nehmen lassen würde. Jedenfalls schlichen sich die Gastgeberinnen langsam, aber stetig an den Favoriten heran. Über 12:14 (36.) zum 16:16 in der 43. Minute schien sich der gesamte Verlauf zugunsten der TSH zu wandeln. Es war auch die Phase, in der beide Teams immer öfter mit Zwei-Minuten- Strafen dezimiert wurden, womit die TSH aber zunehmend besser klar kam. Selbst in eigener Unterzahl wurde dermaßen leidenschaftlich das eigene Tor verteidigt, dort fand sich die nach der Pause im Tor stehende Michaela Müller mit stoischer Ruhe immer besser ein, sodass Bergtheim nun flatterte und einfache Fehler sich häuften.


Mittasch mit Glanzleistung

Einmal in Front, ließen sich die Herzogenauracherinnen nicht mehr aus der Bahn werfen. Obwohl man ein kollektives Lob an das gesamte Team aussprechen muss, war es diesmal Steffi Mittasch, die sich entweder durchtankte oder aber aus der Distanz mit überlegten Würfen Alexa Dodan nachhaltig zu unterstützen verstand. Hier kann die TSH sicherlich schon mittelfristig neue Maßstäbe setzen. Bergtheim konnte nur 30 Minuten den Nachweis eines Aufstiegsfavoriten erbringen: Zwei zumindest bei flachen Würfen sehr gute Torfrauen und eine großartige Brezina reichten aus, um 30 Minuten lang zu dominieren, waren aber an diesem Tag für die nun wie entfesselt fightende TSH zu wenig.
"Am Ende waren das zwei geile Punkte für uns, die uns ruhig in die Feiertage begleiten. Dabei wusste ich vor drei Tagen nicht, wie wir ohne drei der ersten Sechs aus der Stammformation bestehen können, doch die Mädels wachsen immer wieder über sich hinaus. Einfach großartig, was sie hier wieder leisteten", sagte Trainer Hans-Jürgen Kastl. Und Torfrau Müller meinte: "Wir müssen nur an uns glauben, dann können wir fast jeden bezwingen."
TS Herzogenaurach: Müller und Bernhardt (Tor) - J. Kräck 2, Müller-Tegel 1, Dodan 7/2, K. Kräck, Bittner 1, Probst 2, Küffner 1, Mittasch 8/1 und Lichtscheidel












Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren