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Adelsdorf
Gastspiel 

Wie aus einer anderen Zeit

Das Kaspertheater Schubert setzt in der fünften Generation auf handgemachte Unterhaltung mit pädagogischem Hintergrund. In Adelsdorf gibt es zwei Vorstellungen.
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Ende gut, alles gut: In Kasperhausen ist wieder Ruhe eingekehrt - mithilfe von Kasper, Seppel und den Zuschauern. Foto: Johanna Blum
Ende gut, alles gut: In Kasperhausen ist wieder Ruhe eingekehrt - mithilfe von Kasper, Seppel und den Zuschauern. Foto: Johanna Blum
Am kommenden Wochenende gastiert das Kaspertheater Schubert in der Nähe des DJK-Platzes in Adelsdorf. Die Geschichte von der Hexe Wackelzahn wird mit original Hohensteiner Puppen aufgeführt. Anschließend zieht der Kasper weiter nach Herzogenaurach.
Gekonnt bezieht der versierte Puppenspieler Heinrich Schubert die Kinder in seine Stücke mit ein, und unbewusst bekommen die kleinen Zuschauer auch immer einige pädagogische Grundsätze mit auf den Weg. Im Zeitalter von Laptop, DVD und TV macht den Kindern ein Kaspertheater live nämlich auch heute noch richtig Spaß, vor allem, wenn sie mitmachen können. Im Stück "Die Hexe Wackelzahn" sollen die kleinen Zuschauer dem Kasper und dem Seppel helfen, die Hexe, die ihr Unwesen in Kasperhausen treibt, einzufangen, so dass wieder Ruhe in dem kleinen Ort einkehrt.
Janine Schubert und die drei Kinder Jolina (6), Liano (3) und Jerremy (18 Monate) sind immer dabei, wenn Papa Heinrich Schubert spielt. Schon in der fünften Generation übt Puppenspieler Heinrich Schubert sein Handwerk mit viel Liebe und Begeisterung aus. Die Puppen, mit denen er die Kinderherzen höherschlagen lässt, sind bereits mehr als 80 Jahre alt und Erbstücke von seinem Großvater.


Ein Spieler, acht Figuren

Schon als kleiner Junge im Alter von sechs Jahren durfte er als Seppel bei den Theaterstücken mitwirken. "Ich hatte dazu einen Stuhl hinter der Bühne stehen", erinnert er sich. Bis zu acht Figuren kann der Puppenspieler in einem Stück bedienen - und er spricht alle Rollen auswendig.
Das Bühnenbild ist noch das gleiche wie bei seinem Urgroßvater, natürlich etwas restauriert. Die Bühne selber musste er neu bauen, denn die war im Laufe der Jahre etwas aus dem Leim gegangen. Tochter Jolina möchte so bald es geht als Prinzessin mitspielen, und Sohn Liano darf schon mit Papa hinter die Bühne und ein bisschen helfen, was ihn ganz stolz macht.
Sind denn fahrende Puppenspieler im Zeitalter von Fernsehen und Film überhaupt noch gefragt? "Ja, vor 40 Jahren und mehr, da war das Zelt noch voll", weiß Schubert aus den Erzählungen seines Großvaters. Heute ist das Ehepaar froh, wenn mehr als 20 Zuschauer kommen. "Zum Essen reicht's grade noch", verrät Mutter Schubert. "Wir machen weiter, solange es geht." Beide haben sich vor 20 Jahren auf einem Rummelplatz bei der Arbeit kennen und lieben gelernt.
Die Stücke sind für Kinder ab zwei Jahren empfohlen. Nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen sollen die kleinen Gäste. Das ist das Besondere an Schuberts Kaspertheater.
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