LKR Haßberge

Wer richtig gute Krimis lesen will, sollte die Bibel aufschlagen

A m vergangen Sonntag haben etwa zwölf Millionen Fernsehzuschauer den ersten Tatort aus dem Frankenland gesehen. Ich gebe zu: Einer davon war ich. Nicht nur, weil ich ein ausgespro...
Artikel drucken Artikel einbetten
A m vergangen Sonntag haben etwa zwölf Millionen Fernsehzuschauer den ersten Tatort aus dem Frankenland gesehen. Ich gebe zu: Einer davon war ich. Nicht nur, weil ich ein ausgesprochener Krimifan bin. Ich habe mich mitreißen lassen von dieser Woge aus fränkischem Lokalpatriotismus, geschickter Werbung und gezielter Geheimniskrämerei, die in den letzten Tagen über uns hereingebrochen ist.
"Der Himmel ist ein Platz auf Erden" - wer wird bei diesem Titel nicht hellhörig? Wo dieser Platz auf Erden nun genau ist, wusste ich nach neunzig Fernsehminuten allerdings immer noch nicht. Warum also dieses Trara um einen Krimi? Nur, weil darin ein paar Brocken fränkisch gesprochen werden? Ich denke, dieser Tatort-Rummel war eine willkommene Ablenkung von den Schlagzeilen, die bis dahin die Massenmedien beherrscht haben. Da war im März die entsetzliche Meldung von dem Flugzeugabsturz über den französischen Alpen. Zu Ostern hörten wir den Bericht vom Massenmord an christlichen Studenten in einer kenianischen Universität. Dazu erschrecken uns immer wieder Bilder und Berichte von Brandanschlägen auf Asylbewerberheime in Deutschland.
Ehrlich gesagt, gegen diese Wirklichkeit ist jeder Tatort ein harmloses Ammenmärchen. Wer richtig gute Krimis lesen will, sollte mal die Bibel aufschlagen. Die ist reich an Geschichten, von denen sich mancher Drehbuchautor eine Scheibe abschneiden könnte. Dort findet ein Krimi-Liebhaber alles, was sein Herz begehrt: Geschichten um Mord und Totschlag, Intrigen und Königsmorde, Ehebruch, verbotene Liebe und so weiter.
Bereits auf den ersten Seiten wird erzählt, wie Kain seinen Bruder Abel aus Neid erschlägt. Wie gut aber, dass es nicht die Geschichten von Lug und Trug, von Verrat und Heimtücke sind, die die Bibel zum Buch der Bücher machen, sondern die Geschichten von Heilung und Rettung. Wir erfahren, dass Gott diese Welt nicht sich selbst überlassen hat. Ein Name in der Bibel ist es, der Trost spendet, wenn mich der Alltag mit seinen schlimmen Nachrichten einholt: Jesus Christus.
Die Bibel legt uns seine Lebensgeschichte ans Herz. Er hat der Welt mit seinen Worten und Taten ein Alternativprogramm vorgestellt: anstelle von Rache die Liebe, anstelle von Vergeltung die Vergebung, anstelle von Tod das Leben. Das Wundervolle daran: Seine Geschichte ist nicht frei erfunden. Sie ist wahr. An Ostern hat Gott ihre Echtheit bestätigt. Er hat Jesus auferweckt und sich damit zu ihm bekannt. Zweifler mögen jetzt sagen: "Naja, wer's glaubt, wird selig!" Denen möchte ich antworten: Ihr habt Recht. Wer's glaubt, wird selig.

(Stefan Köttig ist der evange-
lische Pfarrer in Altenstein.)

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren