Bamberg
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Wer früher mäht, hat's nicht so bunt

Das Umweltamt appelliert an Besitzer von Garten- und Firmengrundstücken in der Stadt, den Rasenmäher einmal stehen zu lassen.
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Durch die Reduktion der Mahd und den Verzicht auf Düngung sind die Rasenflächen in Bamberg-Ost äußerst bunt und blütenreich. Foto: Stadt
Durch die Reduktion der Mahd und den Verzicht auf Düngung sind die Rasenflächen in Bamberg-Ost äußerst bunt und blütenreich. Foto: Stadt
Wer weniger mäht, darf sich auf seinem Grundstück über mehr blühende Pflanzen, mehr Früchte, Bienen und Vögel freuen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Das Umweltamt der Stadt appelliert daher an Eigentümer von Garten- und Firmengrundstücken, zu überprüfen, welche Grünbereiche vielleicht nur ein oder zwei Mal im Jahr gemäht werden könnten.
"Das können zum Beispiel solche Flächen sein, die nicht oder nur sporadisch genutzt werden. Insbesondere auf den Sandböden im Bamberger Osten entfaltet sich ein ungeahnter Blütenreichtum", so Amtsleiterin Anita Schmidt und Stadtbiologe Jürgen Gerdes.
Das Umweltamt unterstreicht, dass man mit dem Appell niemanden bevormunden wolle. Eine häufige Mahd in bestimmten Grundstücksbereichen aus gestalterischen oder sonstigen Gründen sei natürlich nachvollziehbar. Andererseits gebe es genügend Flächen, auf denen man der Natur mehr Raum ohne Einbuße an Komfort und Nutzung geben könne. Das gelte besonders für größere Freiflächen von Gewerbe- und Industriebetrieben. Das koste nichts, im Gegenteil: Man spare damit noch Geld und nütze der Natur.


Wildpflanzen am Berliner Ring

Den Beweis dafür liefert die Stadt selbst bereits seit 1999. Damals wurde damit begonnen, auf öffentlichen, wenig genutzten Grünflächen die Häufigkeit der Mahd zu reduzieren. So etwa entlang des Berliner Rings an den Straßenrändern. Seitdem hat sich die Zahl der Wildpflanzen dort von 320 auf 460 Arten erhöht. Derzeit blühen an der Osttangente der Salbei, die Esparsette und Flockenblumen in prächtigen Farben.
Auf Düngung und Wässerung könne man verzichten, außerdem spare man mit der Reduktion der Mahd auch Arbeit und Energie, so Anita Schmidt. Wie Jürgen Gerdes ergänzt, sorge eine Mahd nach der ersten Fruchtbildung meist gegen Ende Juni dafür, dass eine erneute Blüte folgt. Die zweite Mahd könne dann im Herbst erfolgen. Wichtig sei es, so der Stadtbiologe, dass das Mähgut entfernt wird, um den Boden stickstoffarm und damit attraktiv für viele Pflanzenarten zu halten.


Für die Vielfalt

Seit 2010 ist Bamberg Mitglied im deutschlandweiten Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt". Gemeinsam ist diesen Städten, Gemeinden und Landkreisen die Selbstverpflichtung, die biologische Vielfalt in ihrem Zuständigkeitsbereich über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus zu fördern. red

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