Pettstadt

Wer Wasser zurückhält, wird belohnt

Viele Haus- und Grundbesitzer könnten dazu beitragen, dass nach Starkregenereignissen das örtliche Abwassersystem geringer belastet wird: Private Regenwasse...
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Viele Haus- und Grundbesitzer könnten dazu beitragen, dass nach Starkregenereignissen das örtliche Abwassersystem geringer belastet wird: Private Regenwasserrückhaltung heißt die Lösung. Der Gemeinderat Pettstadt hat sich nun entschlossen, freiwillige Maßnahmen der Immobilienbesitzer zur Reduzierung des Zuflusses in die Kanalisation zu fördern. Es winken bis zu 2000 Euro pro Grundstück.
Die Versiegelung von Flächen auf Dächern, Straßen, Höfen oder Terrassen verhindert die Versickerung von Regenwasser und verringert die natürliche Verdunstung. Die Folgen sind ein hoher und schneller Abfluss in die Kanalisation und Kläranlage, anschließend häufig Hochwasser in den Bächen und Flüssen. Aber auch das Senken des Grundwasserspiegels, die Verschlechterung des Kleinklimas und die Verödung von Landschaftsräumen sind Folgen der schnellen Ableitung von Regen- oder Tauwasser.
Vor diesem Hintergrund und nach einem noch nie dagewesenen Sturzregen im Sommer 2015 hat sich die Gemeindeverwaltung nach Gegenmaßnahmen umgehört. Das Ergebnis sind nun die "Richtlinien zur Förderung von Entsiegelungs- und Versicherungsmaßnahmen sowie Einrichtungen zur Regenwasserrückhaltung auf privaten Grundstücken".


Porenpflaster statt Beton

Gefördert werden bauliche Maßnahmen, die eine Entsiegelung des Bodens zum Ziel haben beziehungsweise die Versickerung von Niederschlagswasser zulassen, das von versiegelten Flächen abfließt. Wer also zum Beispiel Beton, Asphalt und Verbundpflaster durch wasserdurchlässigen Schotterrasen, Rasengittersteine, Porenpflaster, Rasenfugen- und Splittfugenpflaster ersetzt, bekommt Geld. Voraussetzung ist, dass diese Flächen vorher an den Kanal angeschlossen waren. Der Unterbau ist entsprechend einschlägigen Bauvorschriften zu fertigen. Förderfähig sind auch der Einbau von Flächen-, Mulden-, Rohr- und Schachtversickerungen, eine fachgerechte Dachbegrünung oder der Einbau von Zisternen mit einem Fassungsvermögen von über 2,5 Kubikmetern. All diese Maßnahmen sind dazu geeignet, Regenwasser von der Misch- oder Trennkanalisation fernzuhalten, die damit bei Starkregenereignissen leistungsfähiger wird.
Pettstadter, die sich dieser Aufgabe stellen wollen, sollten die Veröffentlichung der Richtlinien im nächsten Gemeindeblatt abwarten und keinesfalls loslegen, bevor die geplante Maßnahme mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt und beantragt ist. Fürs laufende Jahr werden noch 3000 Euro im Gemeindehaushalt bereitgestellt, 12 000 Euro werden für 2017 eingeplant. Bei Bedarf kann das Zuschussvolumen ausgeweitet werden, signalisierte Bürgermeister Jochen Hack (FWG). Eine rückwirkende Förderung, wie sie Sebastian Dennerlein (CSU) zumindest für den Zeitraum ab Juli 2015 angeregt hatte, dürfte an Grundsätzen des Zuschusswesens scheitern.
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