Kirchehrenbach

Wenn es auf die Frage nach dem Warum keine Antwort gibt

Die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Kirchehrenbach hatte zusammen mit dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Forchheim, Helmut Hof, zu e...
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Die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Kirchehrenbach hatte zusammen mit dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Forchheim, Helmut Hof, zu einem Vortrag zum Thema "Wenn kein Sinn im Leben mehr trägt. Gedanken, Impulse und Gespräche zu Tod und Suizid" eingeladen.
Pfarrer Oliver Schütz konnte dazu als Referenten den Diplompsychologen und Existenzanalytischen Berater Michael Seiler begrüßen. Bereits im vorangegangenen Gottesdienst wurde dieses Thema durch den Referenten aufgegriffen. Wenn der Tod eines Menschen, so der Referent in seiner Einleitung, nicht in einem hohen Alter eintritt, bleibt die Frage nach dem Warum die brennendste und dennoch gibt es darauf keine Antwort. Gerade bei Suizid ist häufig eine Depression der Auslöser. Der Psychiater Viktor E. Frankl hat sich in seiner Psychotherapielehre mit der Frage nach dem Sinn beschäftigt.


Fehlender Sinn

Die soziale Not oder der fehlende Sinn im Leben sind Auslöser für einen Suizid. Dem Tier sagt der Instinkt, was es tun muss, und dem Menschen sagte früher die Tradition, was er tun oder lassen sollte. Der Mensch von heute muss selbst herausfinden, was er will. Frankl sieht das als eine große Herausforderung unserer Zeit.
Es ist eine entscheidende Potenzialität des Menschen, aus einer freien Willensentscheidung heraus zu handeln und eben nicht nur von psychischen oder somatischen Gegebenheiten getrieben zu sein. Die Freiheit des Willens bewegt den Menschen, gut, richtig und sinnvoll leben zu wollen.
Frankl sieht in seiner Theorie drei Wege, wie Menschen Werte verwirklichen können und damit Sinn in ihrem Leben finden können; Erlebniswerte - Schöpferische Werte - Einstellungswerte. Es gibt im Leben von Menschen auch Situationen, in denen er nichts Schönes finden und deshalb auch keinen Sinn erfahren kann. Sinnverwirklichung ist dann noch möglich durch die Haltung oder Einstellung, mit der ein Mensch der schwierigen Situation begegnen kann. Fehlt diese Möglichkeit, so kann dies die tragische Trias von Leid, Schuld und Tod auslösen.
Beim Tod eines Menschen können diese Fragen nicht rückwärts gerichtet sein, um das zu erklären, denn niemand kann darauf letztlich wirklich eine Antwort geben. Wir können diese Frage aber nach vorne richten in unsere Zukunft hinein mit folgenden Gedanken: Welche Antwort will ich meinem Leben auf die Frage nach dem Sinn geben oder wie gehe ich mit Verzweiflung um.
Die Erfahrungen der Trauerbegleitung können uns in der Verlustsituation helfen, die schwere Situation zu überwinden. Die vier Traueraufgeben nach William Worden sind: Den Verlust akzeptieren, alle Emotionen zulassen, sich an die neue Situation anpassen und neue Bindungen eingehen.
red
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