Kronach

Wenn die Zeiten schlechter werden, suchen Menschen Sicherheit im Sterbekassenverein

Sterbekassen sind heute vielen Menschen nicht mehr geläufig. Dabei haben sie nie an Bedeutung verloren. Denn gerade in ärmeren Gegenden machten diese Vereine es Angehörigen bei Ste...
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Sterbekassen sind heute vielen Menschen nicht mehr geläufig. Dabei haben sie nie an Bedeutung verloren. Denn gerade in ärmeren Gegenden machten diese Vereine es Angehörigen bei Sterbefällen überhaupt erst möglich, die Kosten der Beerdigung zu tragen.
Auch der Sterbekassenverein Küps und Umgebung wurde 1874 als kleine Versichertengemeinschaft auf Gegenseitigkeit gegründet, mit einer Umlage pro Sterbefall, um die Hinterbliebenen bei den Kosten eines Todesfalls zu entlasten und über die erste Not hinwegzuhelfen. Anfang 2002 kam eine Fusion mit dem vor der Auflösung stehenden Leichenkassenverein Burkersdorf zustande.
Die Sterbekasse nimmt Mitglieder aus dem gesamten Landkreis Kronach ohne Gesundheitsprüfung bis zu einem Eintrittsalter von 65 Jahren auf. Im Gegensatz zu großen Versicherungsunternehmen mit ebenso großem Verwaltungsaufwand kommen erwirtschaftete Gewinne ausschließlich den Mitgliedern zugute. Ausschussmitglied Bernd Steger hob die Wichtigkeit des Vereins hervor. "Wir sind sehr dankbar, einen solchen Verein in Küps zu haben, der im Sterbefall Angehörigen einen ersten finanziellen Halt bietet."
Laut Hauptkassier Herbert Gögelein war das Geschäftsjahr 2014 des Sterbekassenvereins Küps und Umgebung von 1874 geprägt von der etwas höheren Zahl von insgesamt 25 Sterbefällen. Dafür wurden 23 295 Euro Sterbegeld ausgezahlt. Um weiter einigermaßen stabile Zinserträge zu erwirtschaften, hatte der Verein im Geschäftsjahr einige Anlagen anders gestreut. "Trotzdem konnte die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 2589,78 Euro auf 279 212,68 Euro gesteigert werden", freute sich Gögelein. Das Vereinsvermögen setzt sich zusammen aus 220 000 Euro Geldanlagen und 57 000 Euro flüssigen Mitteln.
Im vergangenen Jahr konnte der Verein neun neue Mitglieder mit einer Versicherungssumme von 23 500 Euro gewinnen. Zwei Mitglieder erhöhten ihre Grundversicherungssumme um 3700 Euro. Insgesamt konnte so eine neue Versicherungssumme mit rund 27 000 Euro abgeschlossen werden.
Zu den Sterbefällen kommt noch ein Weggang von vier Mitgliedern, wodurch die Versicherungssumme um 5000 Euro sank. Der Mitgliederbestand betrug am Ende des Geschäftsjahres 495 Mitglieder, 167 davon haben eine Zusatzversicherung.
Der Versicherungssummenbestand sank um 0,84 Prozent auf 625 000 Euro. Die Beitragseinnahmen stiegen leicht auf 21 000 Euro, ebenso wie die Zinseinahmen auf nunmehr 6600 Euro.
"Unter Berücksichtigung der ausbezahlten Sterbegelder verbleibt zum Jahresende 2014 ein Jahresüberschuss von 2589,78 Euro, der in voller Höhe den Rücklagen zur Erhöhung des Sterbegelds bei gleichem Beitragssatz zugeführt wird", erklärte Gögelein. Damit stehen für die Erhöhung der Versicherungssummen 26 500 Euro zuzüglich des Gewinns 2014 zur Verfügung. Rücklagen decken 44,51 Prozent der Versicherungssummen.
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