Thurnau
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Wenn Old Shatterhand sächselt

Das Stück "Lampenfieber - jetzt mal in echt" von und mit Markus Veith feierte eine wunderbare Premiere. Am Samstag wird es noch einmal aufgeführt.
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Markus Veith bei seinem Auftritt im Schlosstheater Thurnau Foto: Katharina Müller-Sanke
Markus Veith bei seinem Auftritt im Schlosstheater Thurnau Foto: Katharina Müller-Sanke
Katharina Müller-Sanke

Er ist einer der Menschen, die man dabei haben sollte, wenn man eine Party feiert. Einer von denen, die andere einfach unterhalten. Markus Veith hat am Sonntag im Schlosstheater Thurnau eine wunderbare Premiere gefeiert.
In seinem Stück "Lampenfieber - jetzt mal in echt" erzählt er witzig, unterhaltsam und fesselnd von kleinen Geschichten, die sich hinter der Bühne abspielen. Nach mehreren Jahrzehnten Bühnenerfahrung ist da einiges zusammengekommen.


Sturzbetrunken auf der Bühne

Das Stück hat er selbst geschrieben - und während der Aufführung im Torwärterhäuschen des Thurnauer Rathauses sind sich viele Besucher gar nicht mehr sicher, ob Veith überhaupt spielt, oder ob er einfach erzählt. Von Liz Montán, die eigentlich Elsbeth Berg heißt und im Traum mit Shakespeare spricht, den sie aber eigentlich gar nicht kennt.
Veith erzählt von Rumobst, das er selbst mal vor der Aufführung gegessen hat, weil er nicht wusste, dass Alkohol drin ist, um dann sturzbetrunken über die Bühne zu kullern. Von Lachflashs, weil Old Shatterhand plötzlich sächsisch spricht und Faust vielleicht ja hessisch - nur damit es sich doch noch reimt.
Er berichtet von Wortdrehern, vom Kindertheater und den Eigenheiten mancher Schauspieler. Und nebenbei hält er dem Publikum auch ein bisschen den Spiegel vor, darüber, wieviel das Fernsehen zählt und wie wenig ein Theaterschauspieler, er verrät welche Vorurteile totaler Quatsch und welche vielleicht doch ein bisschen wahr sind.
Das Publikum hört von den ganz Großen der Theaterwelt und auch von manch kleinen Lichtern, die sich selbst aber ganz groß wahrnahmen. Er erzählt von den Schattenseiten des Ruhms und davon, wieviel ihm die Meinung von Peter Vollmer, der ihn einst entdeckte, wert ist.


Der Kuss auf die Stirn

Nach einem Szenenapplaus hat er (Vollmer) ihn (Veith) immer auf die Stirn geküsst. Mittlerweile ist Vollmer tot, aber nach der Aufführung im Schlosstheater hätte er ihn oft küssen dürfen, denn die Zuhörer waren durch die Bank begeistert. Immer wieder wurde zwischendurch geklatscht und gelacht.
Markus Veith ist einigen in der Region aus seiner Zeit beim Fränkischen Theatersommer ein Begriff. Am kommenden Samstag ist er noch einmal zu sehen. Voraussichtlich wird er mit seinem Programm im Herbst noch einmal nach Thurnau kommen. Bis dahin tourt er durch die Republik.
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