Weisendorf

Weisendorfer Lesepaten führen Kinder seit zehn Jahren zum Buch hin

Mit dem Zitat von Nelson Mandela "Was im Leben zählt, ist nicht, dass wir gelebt haben. Sondern wie wir das Leben von anderen verändert haben", hatte Petra ...
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Die Lesepaten und ihre Gratulanten: Hildegunde Zappei, Petra Embacher, Ingrid Böttcher, Eva Wesseling, Petra Zemke (vorne von links) sowie Bürgermeister Heinrich Süß, Ingrid Scheiderer-Steidl, Maria Gooren, Gottfried Probst, Konrektorin Sigrun Stinshoff und Schulleiterin Petra Pausch (hinten von links) Foto: Richard Sänger
Die Lesepaten und ihre Gratulanten: Hildegunde Zappei, Petra Embacher, Ingrid Böttcher, Eva Wesseling, Petra Zemke (vorne von links) sowie Bürgermeister Heinrich Süß, Ingrid Scheiderer-Steidl, Maria Gooren, Gottfried Probst, Konrektorin Sigrun Stinshoff und Schulleiterin Petra Pausch (hinten von links) Foto: Richard Sänger
Mit dem Zitat von Nelson Mandela "Was im Leben zählt, ist nicht, dass wir gelebt haben. Sondern wie wir das Leben von anderen verändert haben", hatte Petra Zemke, Beauftragte für die Lesepaten an der Weisendorfer Grundschule, eigentlich schon alles gesagt. Denn Bildung und Erziehung seien die wichtigsten Instrumente, die Welt positiv zu verändern. Diesem Grundsatz folgen die Weisendorfer Lesepaten seit über zehn Jahren.
"Zehn Jahre Weisendorfer Lesepaten - Zeit, Danke zu sagen", erklärte Petra Zemke. Sie bezeichnete die Lesepaten als ein wichtiges Bindeglied zwischen Schule und Ehrenamt und dankte ihnen für ihre Ausdauer und ihr Engagement sowie ihre Geduld. Mit dem Projekt und dem wöchentlichen Lesenachmittag erhöhe sich durch die professionelle Förderung die Chancengleichheit der Kinder. Mit der Hinführung der Kinder zum Buch und der damit verbundenen Freude am Lesen erhöhe sich auch deren Lebensqualität. Gerade aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen sei die Leseförderung notwendiger denn je.
Seit dem Schuljahr 2006/2007 bietet der Weisendorfer Seniorenbeirat in Zusammenarbeit mit der Schule Lesestunden für Schüler der zweiten, dritten und seit fünf Jahren auch für die vierte Jahrgangsstufe an. Von Beginn an wurde das Projekt vom damaligen Bürgermeister und jetzigen Landrat Alexander Tritthart (CSU) unterstützt und von seinem Nachfolger Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) als "Erfolgsgeschichte" bezeichnet. "Die Lust am Lesen bringt Lust am Lernen", erklärte das Gemeindeoberhaupt und dankte Lesepaten dafür, dass sie den Kindern Freude am Lesen und Lernen vermitteln.


Reaktion auf die Pisa-Studie

Bei der Feierstunde erinnerte Schulleiterin Petra Pausch an die Anfänge und Bedeutung der Arbeit der Lesepaten. Die Pisa-Studie von 2006 berichtete von einer "Lesemisere", so drohte die Bedeutung des Lesens für den Einzelnen, für die Gesellschaft, für die Entwicklung des Denkens und der Fantasie, für die Sprachentwicklung, für die geistige Arbeit, im Besonderen für das Lernen und manches andere an Wert zu verlieren.
Das Projekt "Lesepaten" wurde aber nicht nur unter den Weisendorfern mit Beifall begrüßt, sondern Petra Zemke gelang es auch, mit dem Projekt die Jury der PSD-Bank bei "Ideen machen Schule" zu überzeugen, was eine Prämie von 500 Euro einbrachte. Im Schuljahr 2008/2009 waren 22 Kinder bei den nachmittäglichen Lesestunden, für das kommende Schuljahr wurden bereits 25 Kinder angemeldet. Die Schulleiterin bedankte sich namentlich bei den Lesepaten, die sich jeden Dienstagnachmittag mit den Kindern beschäftigen. "Sie waren es, die sich fantasievoll den Leseschwierigkeiten unserer Schützlinge gewidmet haben und jede Woche einen neuen Anlauf unternahmen, um Buchstaben, Silben und Wörter attraktiv zu gestalten."
Die wöchentliche Leseförderung ersetzt aber keinesfalls die tägliche Übung zu Hause. So werden die Eltern von der Schulleitung gebeten, regelmäßig mit ihrem Kind zu lesen, denn kurze Leseübungen seien wesentlich effektiver als sehr wenige und dafür längere. Für die Lesepaten gab es eine Urkunde der Gemeinde, die Ehrenamtskarte vom Landrat, Blumen sowie ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen ohne Kinder. Mit den Kindern waren die Lesepaten vorher beim Eisessen, denn es war der letzte Lesenachmittag vor den Ferien.
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