Lichtenfels

Weil Öl eines Baggers in die Rodach floss, muss der Fahrer Bußgeld zahlen

von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg Lichtenfels — Er hätte es besser machen können, befand das Gericht im Falle eines Baggerfahrers aus dem östlichen Landkreis. Dem Mann, bezie...
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von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Lichtenfels — Er hätte es besser machen können, befand das Gericht im Falle eines Baggerfahrers aus dem östlichen Landkreis. Dem Mann, beziehungsweise seinem Bagger, war am 4. März 2014 ein Missgeschick unterlaufen: Ein Hydraulikschlauch riss, und so verlor das Fahrzeug Öl. Mehr noch: Das Öl floss auch in die Rodach. Ab da hätte der Baggerfahrer nicht nur selbst Hand an die Ölbeseitigung legen, sondern unbedingt jemanden rufen müssen, der sich ganz professionell der Sache hätte annehmen können. Das hätte ihm das Verfahren wegen Gewässerverunreinigung erspart.

Wie viel Öl floss in den Fluss?

Zehn bis 15 Liter seien es wohl gewesen, die in die Rodach gelangten. Das war des Angeschuldigten eigene Schätzung. Doch in dieser Einschätzung hatte er sich womöglich ordentlich vertan, denn um den Ölbestand bis zur Maximalfüllung wieder aufzutanken, hatte er nur um die 3,5 Liter nachzugießen. Eine Aussage, die auch sein Schwager bestätigte. Der Mann wurde, als das Unglück passierte, von dem Beschuldigten zu Hilfe gerufen. Gemeinsam haben die beiden Männer dann die Ölspuren am Ufer mit Hilfe einer Schaufel und Erdreich abgedeckt. Lediglich die Schlieren im Wasser flossen von selbst ab.
Staatsanwalt Michael Imhof und Richter Christoph Lehmann hielten dem Baggerfahrer dessen Bemühungen durchaus zugute. Dennoch hatte der Arbeiter kein Ölbindemittel benutzt und auch niemanden zwecks ordnungsgemäßer Reinigung verständigt.

Nicht mit böser Absicht gehandelt

Ein Anruf bei der Polizei hätte da schon genügt, sie hätte das Weitere in die Wege geleitet. Dass sie dennoch an Ort und Stelle eintrat, lag an einem Zeugen, der sie verständigte. Letztlich folgte das Gericht dem Gedanken, dass es sich wirklich nur um etwas mehr als drei Liter des verlorenen Öls gehandelt haben mochte. Es folgte zudem der Auffassung, dass keine böse Absicht vorlag. Vorbestraft war der Baggerfahrer auch nicht, weshalb Lehmann den Vorschlag unterbreitete, das Verfahren gegen Zahlung eines halben Monatsgehalt in Höhe von 900 Euro einzustellen. Dieser Vorschlag wurde seitens des Beschuldigten akzeptiert.
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