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Wallenfels

Wehe, wenn die Fahne sich verheddert

kirche  Die Schwedenfahnen-Zeremonie auf der Brücke sorgt bei der Wallenfelser Fronleichnamsprozession immer ein bisschen für Spannung.
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von unserem Mitarbeiter  Michael Wunder

Wallenfels — Die Fahnen-Zeremonie auf der Schwedenbrücke ist stets einer der Höhepunkte der Fronleichnamsprozession in Wallenfels. Alle Augen ruhten am Donnerstag auf Fähnrich Sven Hofmann. Das Tuch darf sich nicht verheddern. Eine Legende besagt, dass ansonsten Gefahr für den Frieden besteht. Der junge Stadtrat zeigte sich jedoch von den vielen Hundert Zuschauern unbeeindruckt und schwenkte die Fahne souverän. Es ging alles glatt über die Bühne, so dass man das Vermächtnis auch in diesem Jahr wieder erfüllte.
Anschließend trat Pater Jan Poja mit der Monstranz auf die Schwedenbrücke und erteilte den Segen in alle vier Himmelsrichtungen. Mit dem Wallenfelser Heimatlied, das 1949 von Johannes Baptist Eichhorn verfasst wurde, endete die Zeremonie auf der Brücke.
Auch heuer war die Prozession, bei der auch die Marine- und Soldatenkameradschaft, der Trommlerzug, der Musikverein und der Gesangverein mitwirkten, beeindruckend. Erstmals wirkten die beiden neuen, jüngsten Stadträte Frank Müller als Schwedenleutnant und Sven Hofmann als Schwedenfähnrich mit. Premiere hatte auch Jens Korn als Bürgermeister an dem für Wallenfels so wichtigen Tag.
"Wir haben schon rund fünf Kilometer hinter uns", sagte der Zweite Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Edgar Bärenz, vor der Aufstellung zur Kirchenparade. Denn bereits in der Frühe hatte man nach dem Ertönen der Böllerschüsse vom Leutenberg die Honoratioren von zu Hause abgeholt. "Wir laufen an diesem Tag insgesamt rund 10,4 Kilometer", meinte Bärenz, der seit 1971 immer an Fronleichnam dabei ist. Seit 1982 ist er Zweiter Vorsitzender der Reservistenkameradschaft und seit zehn Jahren führt er die Kompanie der Pioniere an. Bevor der Chef aller Truppen, Hauptmann Christopher Zeuß, die Mannen antreten ließ, wurde auf dem Rathausvorplatz für langjähriges Mitwirken ausgezeichnet: Dominik Weiß und Michael Förner (beide zehn Jahre), Dino Stöcker, Dirk Zeitler, Danny Bärenz, Holger Pauss, Ronny Hader und Christopher Zeuß (alle 20 Jahre), Gilbert Weiß, Günther Weiß, Uwe Fleischmann und Markus Zeuß (alle 25 Jahre) sowie Frank Weiß (30 Jahre).
Dann ließ Christopher Zeuß lautstark das erste Kommando erschallen: "Präsentiert die Gewehre! Augen nach links!" Im selben Augenblick bewegte sich Sven Hofmann mit seiner Mannschaft, die vorher "in Reih und Glied aufgestellt war" mit der Schwedenfahne aus dem Rathaus und begrüßte nach jahrhundertealtem Brauch alle anderen Fahnenträger, dabei werden die Fahnen gekreuzt und berühren sich gegenseitig.

Im Gleichschritt zum Gotteshaus

Im Gleichschritt begab man sich unter den Klängen des Musikvereins bei der Kirchenparade zum Gotteshaus St. Thomas. Dort wurde Christus, in der Brotgestalt des heiligen Altarsakraments in der Monstranz, abgeholt. Pater Jan Poja trug die Monstranz durch die Straßen der Flößerstadt. Nach zwei Altären, die wieder alle mit viel Mühen schön gestaltet wurden, begab man sich zur Schwedenbrücke zur Schwedenparade. Anschließend wurde auf dem Platz unterhalb des Rathauses ein Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. Nach dem vierten Altar ging es zurück in die Kirche. Am morgigen Sonntag folgt noch ein Flurumgang. Traditionell wird dabei die Monstranz durch die Flur getragen.

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