Eschenau bei Haßfurt

Was wird aus dem Brunnenhaus?

Bürgerversammlung  Die Eschenauer möchten das kleine Gebäude neben der Kirche erhalten, aber die Gemeinde Knetzgau hält das für schwierig. Über die Form einer möglichen Erneuerung gehen die Meinungen auseinander.
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Das beschädigte Brunnenhaus neben der Eschenauer Kirche: Es wird schwierig, das kleine Gebäude zu erhalten. Foto: Wolfgang Aull
Das beschädigte Brunnenhaus neben der Eschenauer Kirche: Es wird schwierig, das kleine Gebäude zu erhalten. Foto: Wolfgang Aull
von unserem Mitarbeiter Peter schmieder

Eschenau — In der Bürgerversammlung im Eschenauer Feuerwehrhaus berichtete Knetz-gaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) vor rund 25 Besuchern zunächst über viele Themen, die die gesamte Gemeinde Knetzgau betreffen. Dann kamen Eschenauer Themen zur Sprache.
Paulus dankte den Eschenauern, die sich als ehrenamtliche Helfer im Dorf um derzeit sechs Asylsuchende kümmern. Er bezeichnete es als "vorbildlich, wie die Leute mit den Flüchtlingen umgehen". Paulus sprach den Freundeskreis an, in dem viele Menschen aktiv seien, und wies darauf hin: "Die Flüchtlinge freuen sich über jeden, der mal vorbeischaut und sie besucht." Wer sich in diesem Bereich weiter engagieren will, könne sich im Rathaus bei Thomas Zettelmeier melden.


Lob für Asylarbeit

Der Bürgermeister warb um Verständnis für die Asylbewerber. "Es wird nicht ein Flüchtling weniger kommen, nur weil wir uns in Deutschland darüber aufregen", sagte er und sprach über die Ursachen der Flucht. "Die Menschen haben einfach Angst um ihr nacktes Leben."
Ein weiteres Thema war der Breitbandausbau. In Eschenau sollen die Arbeiten im Dezember beginnen, sodass bald auch hier 30 bis 50 MB verfügbar sein sollen. "Die Dorferneuerung ist weitgehend abgeschlossen", kam er auf ein weiteres Eschenauer Thema zu sprechen. Nun fehlen noch neue Spielgeräte für den Spielplatz im Wert von 25 000 Euro und Pflanzen für 22 000 Euro.
Für viele Diskussionen sorgte das Brunnenhaus an der Kirche. Mehrere Gutachten stellten fest, dass für das Gebäude am Ortsrand nur noch ein Abriss infrage kommt, besonders seit ein Fahrzeug das baufällige Haus gerammt und beschädigt hatte. "Sie sitzen alle, das ist gut", sagte Paulus scherzhaft zur Eröffnung des Themas, denn ihm war klar, dass die verschiedenen Vorschläge für eine neue Einhausung des Brunnens kontrovers diskutiert werden würden. "Das bestehende Gebäude kann nicht erhalten werden", betonte der Bürgermeister. Vier verschiedene Entwürfe stellte er vor. "Ich kann sie leider nicht einfach abstimmen lassen, denn das Denkmalamt muss mitentscheiden", sagte Paulus.
Viele Anwesende kritisierten die ihrer Ansicht nach zu modernen Entwürfe. Wolfgang Aull verwies darauf, dass die bestehenden Gebäude, also die Kirche und mehrere ihrer Nebenbauten, vor rund 400 Jahren als Ensemble errichtet wurden. Er fände es schade, dieses Gesamtbild zu zerstören. "Warum kann man es nicht einfach wieder so aufbauen, wie es war?", fragte er. Es gehe um den "Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes". Auch Herman de Vries sprach sich für einen Wiederaufbau im alten Stil aus. "Es ist keine Frage von Geld, sondern eine Frage des Willens", betonte er. Die markigsten Worte zur modernen Architektur fand Alexander Ratz: "Gekünstel braucht kein Mensch!"


Offen oder geschlossen?

"Ich nehme das mit, dass Sie eine alte Bauweise bevorzugen würden", sagte Bürgermeister Paulus. Auseinander gingen die Ansichten des Bürgermeisters und der Eschenauer bei der Frage, wie einsehbar der Neubau sein solle. "Der Brunnen ist die eigentliche Attraktion", meinte Paulus, weshalb er dafür plädierte, das neue Gebäude solle den Brunnen nicht mehr ganz umschließen sondern teilweise offen sein, sodass Besucher hineinschauen können. Dem widersprachen einige Bürger: Der Brunnen solle das "Geheimnis" bleiben, das neugierig macht, daher sei eine Tür, die erst geöffnet werden muss, eine gute Idee.
Eine neue Nutzung für das alte Rathaus sei noch nicht gefunden, berichtete Paulus zu einem weiteren Thema. Der Vorschlag, dort ein Museum zu errichten, habe sich zerschlagen. Brunhilde Grau wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Gebäude bereits sehr baufällig sei.
Der Forderung der Bürger, der Bach an der Bergstraße müsse dringend gereinigt werden, entgegnete der Bürgermeister, er kenne das Problem, sei hier aber nicht zuständig. Da Eschenau zwar zur Gemeinde Knetzgau gehört, aber an der Wonfurter Wasserversorgung hänge, müsse sich der Wasser- und Bodenverband darum kümmern. Er empfahl den Betroffenen, sich mit ihrer Beschwerde an den Wonfurter Bürgermeister Holger Baunacher zu wenden. Tatsächlich, so die Bürger, bestehe eine große Gefahr von Überschwemmungen, da sich vieles in dem verschmutzten Bach sammle. "Eschenau säuft ab", hieß es in dem Zusammenhang.

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