Kronach

Was passiert mit den Bioabfällen?

Kreistag  Der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss hatte es unter anderem mit der Kompostierung und den Verbrennungsgebühren zu tun.
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Seit 1. Januar ist die getrennte Entsorgung von  Biomüll eigentlich gesetzlich geregelt. Im Landkreis Kronach gibt es die braune Tonne bislang allerdings noch nicht. Foto: Ronald Rinklef
Seit 1. Januar ist die getrennte Entsorgung von Biomüll eigentlich gesetzlich geregelt. Im Landkreis Kronach gibt es die braune Tonne bislang allerdings noch nicht. Foto: Ronald Rinklef
von unserem Mitarbeiter 
Karl-Heinz Hofmann

Kronach — Der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages unter Leitung von Landrat Oswald Marr musste sich mit Gebühren beschäftigen. Sicher ist, dass die Verbrennungsgebühren im Müllheizkraftwerk Coburg erheblich steigen. Damit bereitet die Preiserhöhung des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft Nordwest-Oberfranken (ZAW) Coburg mit seinem Müllheizkraftwerk den Kreisräten in Kronach große Sorgen. Die Preisanhebung von 105 auf angestrebte 140 Euro kam überraschend, ist aber noch nicht endgültig - was die Höhe anbelangt. Landrat Marr zufolge sind die Gründe für eine Erhöhung nachvollziehbar, man könne seitens der Politik lediglich auf eine moderate Erhöhung hinwirken. Ob das gelingt, werde sich in einer Sitzung im Februar entscheiden.
Die Sachgebietsleiterin der Abfallwirtschaft im Landratsamt, Susanne Knauer-Marx, präsentierte den Haushaltsplan 2015. 2014 wurde insgesamt 7,2 Prozent weniger Hausmüll gesammelt, dafür aber 2,62 Prozent mehr Sperrmüll. Insgesamt war dies ein Müllvolumen von rund 15 000 Tonnen Haus- und Sperrmüll. Papiermüll sind rund 5000 Tonnen über die grüne Tonne entsorgt worden.

Schmelzen Rücklagen weiter?

Der Trend ging zu kleineren Behältnissen. 80 Liter Behälter sind 5277 angemeldet, 120 Liter rund 10 000 und 240 Liter-Behältnisse rund 7000. In Euro ausgedrückt bedeutet dies 2014 einen Rückgang an Einnahmen um 16,23 Prozent. Das bedeutet eine Reduzierung der Rücklagen von Ende 2013 (3,4 Millionen Euro) auf 3,07 Millionen 2014. Aufgrund der Verbrennungsgebührenanhebung werde sich die Rücklage gegenüber dem geschätzten Rückgang weiter reduzieren. Bis Ende 2017 rechnet Knauer-Marx mit einem Rückgang der Rücklagen auf nur noch 98 000 Euro.
"Was 2018 sein wird, wissen wir nicht", meinte Landrat Marr, aber wenn die Rücklagen aufgebraucht sind, kommen wir nicht an einer Gebührenerhöhung vorbei. Egon Herrmann (SPD) dankte Knauer-Marx für die detaillierten Haushaltszahlen und vor allem für die gute Arbeit hinsichtlich der Schätzung bei der Einführung des neuen Gebührensystems im vergangenen Jahr. Hier wäre fast eine Punktlandung gelungen, obwohl bei der Haushaltsaufstellung 2014 viele Ungewissheiten mitgespielt hätten. Es war gut, vorsichtig zu kalkulieren, sonst müssten wir auch aufgrund der nicht vorhersehbaren Verbrennungsgebührenerhöhung schon nach einem Jahr wieder die Müllgebühren erhöhen; damit sprach Herrmann für alle Gremiumsmitglieder.

Gedanken über neue Verträge

Die dezentrale Kompostierung habe sich seit schon fast zwei Jahrzehnten im Landkreis Kronach bewährt. Vorteile für die Bürger seien die kurzen Wege, großzügige Öffnungszeiten, die einfache Entladung und die weitestgehend kostenlose Nutzung, stellte Thomas Mattes heraus. Allerdings müsse man sich jetzt Gedanken über neue Verträge machen, denn die bisherigen Verträge mit dem Maschinenring Service laufen zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Mattes informierte ferner, dass derzeit ein Gutachten laufe, um die Lage hinsichtlich Bioabfall zu klären. Eigentlich verpflichte der Gesetzgeber ab 1. Januar 2015 dazu, Bioabfälle flächendeckend getrennt zu sammeln.
Im Landkreis Kronach ist eine getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfall aus dem Küchen- und Kantinenbereich nicht eingeführt. Die Erfassung erfolgt bisher über die Restmülltonne und die Entsorgung über das Müllheizkraftwerk (MHKW) Coburg.
Das Ausschussgremium beschloss, die Entscheidung über das weitere Vorgehen für den Bereich der dezentralen Kompostierung gemeinsam mit der Entscheidung über die Thematik der Erfassung und Verwertung von Bioabfall zu treffen. Die Verwaltung wird beauftragt mit dem Maschinenring Service entsprechende Verhandlungen zu führen, um eine Vertragsverlängerung bis 1. Juli 2016 zu erreichen. Ferner beschloss das Gremium die Altreifen weiterhin auf allen Wertstoffhöfen des Landkreises zu sammeln. Von der Firma Frawa-Baustoffe, Untersiemau, liegt ein Antrag auf Schuttablagerung von unbelasteten Erdaushub im ehemaligen Steinbruch von Förtschendorf vor. "Hierzu laufe die baurechtliche Genehmigung", informierte Badum. Reinhold Heinlein (CSU). Er zeigte sich ebenso wie Landrat Marr erfreut über diese Initiative, damit werde so manchem Häuslebauer im Landkreis eine wohnortnahe Ablagerung seines Erdaushubes ermöglicht. Immerhin fasse das Gelände rund 330 000 Kubikmeter Erdreich, so Heinlein.
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