LKR Erlangen-Höchstadt

Was Ortsnamen bedeuten

Mithilfe des Wörterbuchs der Gebrüder Grimm und anderen alten Quellen konnte Dorothea Fastnacht das Ortsnamenbuch für die Stadt und den ehemaligen Landkreis Erlangen schreiben.
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Dorothea Fastnacht (Dritte von rechts) mit den Kreisheimatpflegern des Landkreises Erlangen-Höchstadt: Bettina Keller und Manfred Welker sowie Rolf Dürschner (links), der in Möhrendorf die Wasserräder erforscht und dokumentiert hat. Foto: Magdalena Gosch
Dorothea Fastnacht (Dritte von rechts) mit den Kreisheimatpflegern des Landkreises Erlangen-Höchstadt: Bettina Keller und Manfred Welker sowie Rolf Dürschner (links), der in Möhrendorf die Wasserräder erforscht und dokumentiert hat. Foto: Magdalena Gosch
Das gewichtige Werk beschäftigt sich mit Ortschaften von Adlitz bis zur Wunderburg, natürlich mit Berücksichtigung der Städte Baiersdorf und Erlangen, aber auch mit Möhrendorf, Bubenreuth, Heroldsberg, Kalchreuth und Eckental.
Friedhelm Debus, Professor für Deutsche Philologie an der Universität in Kiel, überreichte der Henning-Kaufmann-Stiftung für Namenforschung einen Preis an Dorothea Fastnacht.
Henning Kaufmann war Lehrer und erarbeitete sich erst im Ruhestand seinen Doktortitel. Anschließend veröffentlichte er zwölf namenkundliche Bände.
Da der ehemalige Landkreis Erlangen zum größten Teil im Landkreis Erlangen-Höchstadt aufgegangen ist, konnten Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Begrüßung und Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) im Grußwort die Autorin besonders würdigen.
Über das fundamentale Werk zum Landkreis zeigten sich auch die beiden Kreisheimatpfleger des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Bettina Keller und Manfred Welker, erfreut.


Sich mit Namen identifizieren

Ferdinand Kramer, Inhaber des Lehrstuhls für bayerische Geschichte und vergleichende Landesgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, eröffnete mit seinem Vortrag zu Ortsnamen, Migration und Integration epochenübergreifende Perspektiven.
Er würdigte Ortsnamen als einen Art der Identifikation. Die Ortsnamenforschung zeige, wie vielfältig eine Region sei.
Lobende Worte gab es auch von Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein, Lehrbeauftragter für bayerische Namenkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Der Tenor der Laudatoren war, dass das Werk mit seinen 533 Seiten über Generationen von Bedeutung sein werde. Mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Werk von Dorothea Fastnacht würden auch Ortsjubiläen verbunden sein, manche würden sich dadurch aber auch "verschieben".
Auch die Autorin des Werks, Dorothea Fastnacht, konnte anhand von Beispielen aus dem von ihr verfassten historischen Ortsnamenbuch ihre Vorgehensweise erläutern.


Quellen aus dem 13. Jahrhundert

Denn obwohl erst im Jahr 2002 das Erlanger Stadtlexikon erschienen war und seitdem noch weitere Literatur zu diesem Bereich das Licht der Welt erblickte, sei das Ortsnamenlexikon wichtig.
Fastnacht warnte in ihren Ausführungen vor fulminanten Interpretationen, die sämtliche Wortherleitungen negieren würden. Für das Ortsnamenbuch habe sie alle vorhandenen Quellen bis in das 13. Jahrhundert vollständig ausgewertet. Denn nur so könnten die wichtigen Belegketten entstehen.
Wichtig sei ihr, dass die von ihr erarbeiteten Deutungen in allen Schritten nachzuvollziehen sein sollen. Für ihre Arbeit sei vor allem ein geschulter Blick nötig gewesen, aber genauso der Austausch mit anderen Forschern, etwa an der Universität.
Sehr geschätzt habe sie die Hinweise Bernd Nürmbergers aus Erlangen, seines Zeichens Apotheker und Stadthistoriker, den sie häufig im Staatsarchiv Nürnberg getroffen hat. Zur Erklärung nicht mehr gebräuchlicher Begriffe sei für sie das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm unabdingbar.
Die Reihe "Historischer Atlas" von Bayern, auf die auch die Ortsnamenbücher zurückgeführt werden können, wurde durch die bayerische Akademie der Wissenschaften im Jahr 1946 konzipiert.
Als erster Band für Franken erschien im Jahr 1951 von Hanns-Hubert Hoffmann das von ihm erarbeitete Werk Höchstadt- Herzogenaurach. maw


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