Wiesenthau

Warum kein Protest gegen die Ostspange?

Zum Bericht "Die Gegner machen mobil" vom 14. Februar über die geplante Westumgehung von Neunkirchen erreichten uns mehrere Leserzuschriften: Der Bezirksprä...
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Die geplante Westumgehung  Illustrationen: Staatliches Bauamt Bamberg
Die geplante Westumgehung Illustrationen: Staatliches Bauamt Bamberg
Zum Bericht "Die Gegner machen mobil" vom 14. Februar über die geplante Westumgehung von Neunkirchen erreichten uns mehrere Leserzuschriften:

Der Bezirkspräsident des Bauernverbandes Oberfranken, der zugleich auch Mitglied des Kreistages ist, stellt sich schützend vor Land und Leute, kritisiert den Verlust an Ackerland und schlägt vernünftige Lösungen für Verkehrsprobleme vor. Wörtlich: "Wenn man extrem Land verbraucht, dann wird der Landwirtschaft und damit der Lebensmittelproduktion die Grundlage entzogen. Daher muss man für den Verkehr vernünftige Lösungen finden. 16 Hektar würden für den Bau der Umfahrung verloren gehen und weitere elf Hektar für Ausgleichsflächen benötigt."
Bravo! Diese Worte des Präsidenten des Bauernverbandes, Hermann Greif, müssen den Anwesenden am vergangenen Sonntag, die sich gegen den Bau der Westumfahrung Neunkirchen in Ebersbach aussprechen, sehr gut getan haben. Sie wurden in ihren Anstrengungen und Erwartungen positiv von Hermann Greif und aufmunternd bestärkt, sich gegen die Umfahrung einzusetzen.
Die Frage ist: Vertritt der Bauernpräsident die Interessen seines Berufsstandes auch glaubwürdig? Massiver Flächenverbrauch, alternative Lösungen für Verkehrsprobleme! Moment: Wie ist das mit der Ostspange von Forchheim, die einen sehr massiven Eingriff in die Landschaft bedeutet und mehr als 50 Hektar Landverbrauch hat, was einen unwiederbringlich enormen Flächenverlust mit bester Bonität für die Landwirtschaft bedeuten wird? Existenz gefährdend für Landwirte ist?
Wir Landwirte fragen: Warum stellt sich unser Bauernpräsident denn in diesem Fall nicht auch schützend und medienwirksam vor Landwirte, Land und Leute, die sich gegen die große Lösung der Ostspange aussprechen? Warum blieb er bei den vergangenen Protestaktionen und Demos gegen die Ostspange fern? Warum unterstützt uns der Bauernpräsident nicht in dem Bestreben, ebenfalls eine vernünftige Lösung für Gosberg, Forchheim und Reuth zu finden?
Und es gibt sie, die vernünftigen Alternativlösungen. Es wäre an der Zeit, dass sich Herr Greif mit derselben Deutlichkeit und Vehemenz wie am letzten Sonntag in Ebersbach gegen die sich mittlerweile im "Vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplanes 2030 befindende Ostspange öffentlich ausspricht mit: "Hände weg von unserem Ackerland im Wiesenttal!
Es täte der Glaubwürdigkeit von Hermann Greif gut, sich für die Landwirtschaft im Wiesenttal einzusetzen und die Interessen seines Berufsstandes öffentlich mit zu vertreten.

Albert Werther
Benno Zametzer
Johanna Eismann
Norbert Erlwein
Wiesenthau

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