Lichtenfels
Glaube 

Wallfahrer wohlbehalten wieder da

Für den ehemaligen Lichtenfelser Stadtpfarrer Alfred Bayer war's der letzte, für etliche der erste, und manche Pilger feierten den Jubiläums-Gebetsgang nach Gößweinstein.
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Die geehrten Wallfahrer (von links): Georg Lotz, Thomas Deuerling, Michael Haas, Dieter Brandmeier, Brigitte Scholz-Beck, Monika Stich und Pfarrer Alfred Bayer
Die geehrten Wallfahrer (von links): Georg Lotz, Thomas Deuerling, Michael Haas, Dieter Brandmeier, Brigitte Scholz-Beck, Monika Stich und Pfarrer Alfred Bayer
Einen begeisterten Empfang bereiteten am Dienstagabend Angehörige und Freunde der Gößweinsteiner Wallfahrer in Lichtenfels. Sie überreichten Blumen und geleiteten die Pilger in die katholische Stadtpfarrkirche. Unter ihnen Wallfahrtsgeistlicher Alfred Bayer, der zu seiner letzten Wallfahrt aufgebrochen war. Der ehemalige Stadtpfarrer wird am 17. Juni 80 Jahre alt.


Gemeinschaft beim Gehen

Die Gemeinschaft beim Gehen und bei der Rast, die in dieser Weise immer mehr zur Seltenheit werde, betonte Wallfahrtsführer Dieter Brandmeier, der die rund 150 Wallfahrer nach der viertägigen Pilgerreise zum Gnadenort der Heiligsten Dreifaltigkeit in Gößweinstein verabschiedete. "Für kurze Zeit konnten wir dem Alltag entfliehen und unsere Sorgen hinter uns lassen, um Mut und Kraft für unser Leben zu schöpfen", sagte er. Sein Dank galt Pfarrer Bayer, der 29. Mal die Pilger auf ihrem Gebetsgang begleitet hatte. Brandmeier erinnerte daran, dass Bayer vor 30 Jahren in der Basilika Gößweinstein ein Wallfahrtsamt für die Lichtenfelser Pfarreien einrichten konnte. Brandmeier dankte neben den zahlreichen Helfern und Organisationen den Wallfahrtsmusikern aus Litzendorf-Ellerntal unter der Leitung von Herbert und Martin Lorenz sowie dem Wallfahrtsorganisten Markus Brandmeier. Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner, die gemeinsam mit Stadtpfarrer Roland Neher die Wallfahrer am Unteren Tor empfangen hatte, war von der Symbolik des Empfangs beeindruckt. "Sie sind losgegangen, um bei sich selbst anzukommen", sagte sie.
Das Ausscheiden von Pfarrer Bayer bezeichnete sie als schmerzlichen Verlust. Wallfahren hieße, ein gemeinsames Ziel anzustreben und aufeinander zuzugehen, machte Rießner deutlich. Und genau dies sei die Voraussetzung für Frieden im Kleinen und Großen.
Es gab viel, worüber die Wallfahrer erzählten: die Aufbruchsstimmung in der Heimatkirche, das gemeinsame Gehen bei Sonne, Wolken oder Regen und das Beten und Singen, das gute Gespräch und das wohltuende Schweigen unterwegs. Für sie war das Ankommen am Gnadenort und der Jahr für Jahr immer wieder ergreifende und erfüllende Einzug in die Wallfahrtsbasilika Gößweinstein der Höhepunkt. In Erinnerung bleiben werden die Stunden am Gnadenort mit persönlichem Gebet, Wallfahrtsamt, vielleicht Empfang des Bußsakraments, mit dem Genießen der Basilika und ihres Umfeldes. Und dann das erneute Unterwegssein und der Empfang in der Heimat.
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