Wallenfels

Wallenfels gemeinsam vom Dreck befreit

Die Notwendigkeit der alljährlichen Landschaftssäuberungsaktion wurde wieder einmal mehr unter Beweis gestellt, wobei im Vergleich zu den Vorjahren eine deu...
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Die Notwendigkeit der alljährlichen Landschaftssäuberungsaktion wurde wieder einmal mehr unter Beweis gestellt, wobei im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Entspannung festzustellen gewesen sei, so das Fazit der Wallenfelser Helfer.
Entlang von Wander- und Radwegen hatte sich im vergangenen Jahr dennoch allerhand Unrat angesammelt. Obmann Jürgen Schlee vom Frankenwaldverein freute sich über den Zuspruch, den die Aktion der Vereine im Stadtgebiet von Wallenfels trotz des regnerischen Wetters auch heuer wieder fand. Insgesamt 15 Naturschützer machten sich auf, um den weggeworfenen Müll zwischen Erlabrück und Schnappenhammer zu sammeln.


Viele Lebensmittelverpackungen

Viel Spaß hatten die beiden aus dem Irak stammenden Flüchtlinge Samo Abdulrahman und Basam Khaled Alias bei der Landschaftssäuberungsaktion der Stadt Wallenfels. "Wir leben jetzt in der Region und wollen auch unseren Teil dazu beitragen, dass Wallenfels eine saubere Stadt bleibt", so der 22-jährige Basam Khaled auf die Frage nach der Motivation, sich an der Aktion zu beteiligen.
Er wohnte bis Ende 2015 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Mossul im Nordirak und lebt seit seiner Flucht nun in einer Gemeinschaftsunterkunft in Wallenfels. Schwerpunkte der Aktion bildeten der Radweg entlang der Wilden Rodach, der Bereich Herrgottswinkel sowie der Parkplatz Silberberg, unmittelbar an der B 173.
Bei dem aufgefundenen Müll handelte es sich laut Jürgen Schlee meist um Lebensmittelverpackungen, Zigarettenschachteln und Plastikflaschen.


Gefährliche Glasflaschen

Leider wurden immer wieder auch zerbrochene Glasflaschen gefunden, die für Mensch und Tier in der Natur eine erhebliche Gefahr darstellen würden, berichten die Veranstalter der Aktion.
Die Natur des oberen Rodachtales wurde auch von einer größeren Ablagerung von Altkleidern befreit. Bei einer Brotzeit, die von der Flößergemeinschaft gestiftet wurde, dankte der Dritte Bürgermeister Andreas Buckreus den Mitgliedern der Wasserwacht, den bärenstarken Typen sowie dem Frankenwaldverein, für ihr Engagement.
Obmann Jürgen Schlee betonte, dass es heutzutage viele Möglichkeiten gebe, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Keiner müsse mehr seinen Abfall verbotswidrig in der Natur abladen.


Alternative zur Umweltsünde

Insbesondere der Wertstoffhof in Wallenfels sei eine gute Einrichtung und sollte noch mehr genutzt werden. Wichtig sei es, dass in den Köpfen der Menschen ein Umdenken zum Schutz der heimischen Natur erfolge.
So zum Beispiel wie bei Basam Khaled, der sich von Beginn an für seine neue Heimat einsetzt. Seine Frau ist mittlerweile ebenfalls in Deutschland angekommen und hofft auf ein baldiges Zusammenführen der jungen Familie.


Kein Pfand im Irak

Im Irak habe sich seit den politischen Wirren vieles verändert. Dennoch gebe es dort zweimal im Jahr ähnliche Umweltaktionen, an denen sich alle Bürger beteiligen.
Es gebe kein Flaschenpfand, aber für Dosen müsse eine Gebühr bezahlt werden. Sein 25-jähriger Freund Samo Abdulrahman ist seit mehr als einem Jahr als Flüchtling in Wallenfels.
Dessen Heimatstadt Sulaimaniyya ist mit 1,5 Millonen Einwohnern die fünftgrößte Stadt im Irak und liegt im kurdischen Teil des Landes. Hier fahre die Müllabfuhr zwar jeden Tag, es gebe aber leider keine Mülltrennung wie in Deutschland, so Samo Abdulrahman.
Die beiden jungen Iraker sprechen bereits gut die deutsche Sprache und sind unter anderem beim FC Wallenfels sportlich integriert, auch das konnten die Wallenfelser bei der Landschaftssäuberungsaktion im Gespräch miteinander erfahren. red

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