Gößweinstein

Von drei Pflegestufen zu fünf Pflegegraden

Gößweinsteins Seniorenbeauftragter Jürgen Kränzlein hatte im Rahmen von "Gemeinsam statt einsam" eingeladen und viele Interessierte waren gekommen, um sich ...
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Anja Zimmermann (stehend) beim Vortrag  Foto: Carmen Schwinn
Anja Zimmermann (stehend) beim Vortrag Foto: Carmen Schwinn
Gößweinsteins Seniorenbeauftragter Jürgen Kränzlein hatte im Rahmen von "Gemeinsam statt einsam" eingeladen und viele Interessierte waren gekommen, um sich über Pflegegrade und Pflegestufen zu informieren. "Da herrscht einige Unsicherheit", meinte Kränzlein. Das wurde bestätigt durch die vielen Fragen der Zuhörer.


Vorteile für Demenzpatienten

Anja Zimmermann und Josefine Maurer vom Seniorenwohn- und Pflegeheim Behringersmühle hatten eine Präsentation zum Thema vorbereitet. Anja Zimmermann erzählte, dass sie sich viel vom neuen Pflegesetz versprochen hatte, doch jetzt stelle sich heraus, dass es für Demenzkranke Vorteile bringe, für andere Pflegebedürftige eher nicht, besonders für Menschen, die erst jetzt eingestuft werden.
Josefine Maurer zeigte auf, dass ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsassessment eingeführt worden war und aus drei Pflegestufen fünf Pflegegrade entstanden sind. Früher habe es ein Modell gegeben, bei dem der Pflegende wusste, was er tun und wie viele Minuten das in Anspruch nehmen durfte. Jetzt werde der Grad der Selbstständigkeit begutachtet und in ein Punktesystem überführt.
Betrachtet werden die Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsspezifischen Anforderungen, Gestaltung des Alltags, außerhäusliche Aktivitäten. Letztere werden beurteilt, fließen jedoch nicht in das Punktesystem ein.


"Der Grad wird kaum erreicht"

Maximal sind 100 Punkte zu erreichen. 12,5 Punkte bedeuten Pflegegrad eins oder "geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit", ab 27 Punkten werde der Pflegebedürftige in den Pflegegrad zwei (erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit) eingeteilt, ab 47,5 Punkten in drei (schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit), ab 70 Punkten in vier (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit) und ab 90 Punkten in fünf (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung).
Als Beispiel für einen solchen Fall nannte Anja Zimmermann einen Komapatienten: "Der Grad wird kaum erreicht." Die Besucher hatten viele Fragen. Da fast jeder Fall eine individuelle Lösung benötigt, empfahlen die Referentinnen den Betroffenen, sich unbedingt von einer neutralen Stelle beraten zu lassen.

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