Bamberg
Tag des offenen Denkmals  

Von der Schule bis zum Schloss

In Stadt und Landkreis Bamberg können am kommenden Sonntag, 11. September, zehn Gebäude besichtigt werden. Das Motto lautet in diesem Jahr "Gemeinsam Denkmale erhalten".
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Die Bamberger Luitpoldschule schräg gegenüber der Ottokirche in der Memmelsdorfer Straße ist für eine Grundschule nicht nur äußerlich ungewöhnlich prachtvoll, sie hat auch viele interessante Dinge zu bieten, von der viele Bamberger vielleicht noch nie gehört haben: zum Beispiel, dass sie früher mit einer Turmuhr ausgestattet oder dass ihr riesiger Dachboden von den Bamberger Gärtnern zum Trocknen von Majoran genutzt wurde - gegen Entgelt natürlich.
Von solchen Dingen und von den vielfältigen architektonischen und künstlerischen Details, die sich Hans Erlwein, der frühere Stadtbaumeister, für die um 1900 erbaute Schule hat einfallen lassen, erfahren Interessierte mehr am Sonntag, 11. September, wenn wieder landes- und bundesweit zum "Tag des offenen Denkmals" eingeladen wird.
In ganz Deutschland werden es mehr als 8000, in Bayern rund 900 historische Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten sein, die besichtigt werden dürfen, teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. Viele Objekte sind nicht ständig öffentlich zugänglich, so dass es in jedem Jahr einen großen Ansturm gibt.


15 Objekte

Auch in Bamberg und im Landkreis ist das wieder zu erwarten. Passend zum Jahresmotto "Gemeinsam Denkmale erhalten" werden außer der Luitpoldschule noch weitere neun Objekte zu besichtigen sein. Die Besucher sollen und können vor Ort erleben, wie viele Engagierte auf allen Ebenen nötig sind, um das bauhistorische Erbe des Landes vor dem Verfall zu bewahren.
Im Landkreis Bamberg und in der Stadt wurden zum aktuellen Thema folgende Beispiele ausgewählt: die Burg Lisberg in Lisberg, das ehemalige Amtsschloss des Klosters Ebrach in Burgwindheim, die Kuratiekirche St. Nikolaus in Gunzendorf, die Alte Schule Melkendorf, die ehemalige Zehntscheune in Schlüsselfeld, Schloss Weißenstein in Pommersfelden, die ehemalige Dominikanerkirche und heutige Aula der Otto-Friedrich-Universität in der Dominikanerstraße in Bamberg, der Gärtnerstadtteil Hofstatt, der vor 40 Jahren von der Planung "Durchbruch Mitte" bedroht war, die Luitpoldschule in der Memmelsdorfer Straße, das Marschalk von Ostheimsche Haus in der Karolinenstraße, der Musikpavillon im Hain, die St.-Sebastian-Kapelle in der Siechenstraße, die Stadtpfarrkirche St. Martin in der Fußgängerzone, das Veranstaltungsgebäude für Konferenzen und Festlichkeiten, Haus Schillerplatz 16, sowie das von der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. renovierte Vereinshaus, Schillerplatz 16.
Der Erfolg des Tags des offenen Denkmals ist nach Auffassung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz selbst ein Paradebeispiel für ein gelungenes Zusammenspiel verschiedener Planungspartner:


Gutes Zusammenspiel

"Ohne die Organisatoren der Länder, der Städte und Kommunen, der Initiativen und Vereine, der Kirchengemeinden und vieler anderer oft ehrenamtlich Engagierten und privaten Denkmalbesitzer wäre eine so große und flächendeckende Kulturveranstaltung wie der Denkmaltag nicht durchführbar."
Wer sich an diesem Tag Denkmäler in anderen Städten, Landkreisen oder Bundesländern ansehen möchte, kann das komplette bundesweite Programm im Internet unter der Web-Adresse www.tag-des-offenen-denkmals.de einsehen. Dort kann man sich alle teilnehmenden Denkmale einer Region anzeigen lassen, nach Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen. Obendrein ermöglicht eine kostenfreie App die mobile Nutzung vor Ort .
Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der im Jahr 1954 verabschiedeten europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit.


Profis über die Schulter schauen

Zusätzlich zum offiziellen Programm kann man in der Dienststelle des Landesamtes für Denkmalpflege im Schloss Seehof von 11 bis 14 Uhr den Restauratoren in der Werkstatt für Konservierung und Restaurierung in der Archäologie über die Schulter zu schauen.
In der archäologischen Restaurierungswerkstatt sind aktuelle Konservierungsprojekte und vor allem die Bearbeitung von organischem Fundmaterial wie Leder und Textil zu sehen. Um 11 Uhr und um 12.30 Uhr findet jeweils eine etwa 40-minütige Führung statt. Das Landesamt weist darauf hin, dass der Zugang zur Werkstatt nicht barrierefrei ist. gg/hak
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