Höchstadt

Von Shampoo bis Kochtopf

Hilfe  Die Firma Aldi spendete für Asylsuchende im Raum Höchstadt Dinge des täglichen Bedarfs im Wert von über 10 000 Euro. Die Verteilung erfolgt im Lebensmittelpunkt.
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Hosam Al-Saady, Michael Thiem, Markus Steinbrenner, Lilia Kosatch, Svenja Ott und Fabien Busch (v. l.) mit einem Teil der Spende Foto: privat
Hosam Al-Saady, Michael Thiem, Markus Steinbrenner, Lilia Kosatch, Svenja Ott und Fabien Busch (v. l.) mit einem Teil der Spende Foto: privat
Höchstadt — Zahnbürsten, Seifen, Shampoo, Handtücher, Jacken, Bettwäsche und Kochtöpfe sind Gegenstände, die jeder von uns jeden Tag benötigt. Einigen Menschen, die unter uns leben, mangelt es daran. Das erfuhr auch Markus Steinbrenner, Geschäftsführer des Aldi-Zentrallagers in Adelsdorf, als er sich im direkten Kontakt mit Flüchtlingen aus den verschiedenen Ländern nach deren Problemen und Schwierigkeiten in ihrer aktuellen Lebenslage erkundigte.
Umgehend ließ Steinbrenner deshalb im Zentrallager des Lebensmitteldiscounters mehrere Paletten mit original verpackten Hygieneartikeln, Kleidung und Bettzeug im Gesamtwert von über 10 000 Euro zusammenstellen. Zusammen mit Fabien Busch, dem Logistikleiter am Standort Adelsdorf, überbrachte er die dringend benötigten Artikel den Verantwortlichen im Aischgründer Lebensmittelpunkt, der in der Trägerschaft der Sozialen Betriebe der Laufer Mühle steht.
Der Lebensmittelpunkt ist laut einem Pressebericht der Laufer Mühle nicht nur Anlaufstelle für 500 bedürftige Menschen aus der Region, sondern mittlerweile auch ein Ort der Begegnung für knapp 200 Flüchtlinge, die in und um Höchstadt untergekommen sind.


Struktur gegen Langeweile

"Bei uns bekommen Asyl suchende Bürger nicht nur Nahrung und Kleidung, sondern wir bieten ihnen auch eine Tagesstruktur. Viele helfen in unserem Treffpunkt mit, holen Lebensmittel aus den Läden ab, kochen Marmelade, bauen Möbel zusammen, sortieren Kleider, geben Körbe mit Obst und Gemüse an Bedürftige aus oder pressen Fruchtsäfte", erklärt Svenja Ott, die diese Anlaufstelle für Hilfesuchende in Höchstadt leitet, die konzeptionelle Idee der Tagesstruktur.
"Wir erfahren von den Asylbewerbern, dass ihnen in ihren Unterkünften die Decke auf den Kopf zu fallen droht und dass sie regelrecht in eine Sinnkrise geraten", ergänzt Michael Thiem, Geschäftsführer der Sozialen Betriebsstätten der Laufer Mühle und fährt fort: "Genau aus diesem Grunde ist es wichtig für die Flüchtlinge, ihnen Möglichkeiten einer sinnvollen Beschäftigung und Tagesstruktur zu bieten, so wie wir es hier und auch in unseren Sozialkaufhäusern tun."
Da nun der Lebensmittelpunkt von vielen Asylbewerbern frequentiert wird, beschloss Markus Steinbrenner, die Sachspenden von Aldi von dort aus verteilen zu lassen, da hier bereits durch die Lebensmittelvergabe passende Ausgabestrukturen bestehen. Die ersten Sachspenden konnten Steinbrenner und Busch gleich persönlich an die wartenden Asylbewerber übergeben. "Als regional ansässiges Unternehmen sehen wir die Notwendigkeit, Flüchtlinge, die einen langen Weg auf sich genommen haben, mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen. Angesichts dessen, wie gut es uns geht, wollen wir als Firma Aldi unseren Beitrag zu einer Willkommenskultur leisten", erklärte Steinbrenner bei der Übergabe der Produkte. red
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