Gasseldorf

Von Krise zu Krise

Kabarett  Christian Springer mahnt: "Lasst euch nicht für dumm verkaufen."
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Christian Springer erklärt die Politik der Staatsregierung und die Weltpolitik.  Foto: Josef Hofbauer
Christian Springer erklärt die Politik der Staatsregierung und die Weltpolitik. Foto: Josef Hofbauer
von unserem Redaktionsmitglied 
Josef Hofbauer

Gasseldorf — Gegen "die da oben", gegen die Großkopferten aufbegehren, ist ein probates Mittel der Kabarett-Szene. Doch Christian Springers Programm "Oben ohne" geht darüber hinaus. Sein Auftritt bei "Comedy auf'm Dorf" im Gemeindehaus Gasseldorf wurde zu einem Plädoyer für mehr Rückgrat und Solidarität, verbunden mit fabelhafter Blödelei.
Spitzbübisch, locker, leicht hält der Träger des Bayerischen Kabarett-Preises 2013 dem Publikum bei der Flüchtlingsproblematik den Spiegel vor. "Was ist schon bayerisch?", fragt er, während er daran erinnert, dass BMW von einem Sachsen und einem Thüringer erfunden wurde und Audi ursprünglich aus Plauen kommt.
Nicht einmal die Nationalhyme ist deutsch. Komponiert von einem Engländer, der Anleihen bei einem kroatischen Volkslied nahm. Und der Text war ursprünglich für "unseren Kaiser Franz" gedacht; "nicht für den der sich nicht merken kann, was er unterschreibt" , fügte Springer an, der als Gastgeschenk für die Frauen islamistischer Machthaber ein bayerisches Dirndl empfiehlt. "Da schaut keiner mehr auf die Augen " begründete der Münchner.
An einfachen Beispielen erklärt Springer den Lauf der Geschichte. So ist die CSU gegen Solarenergie, weil die Schwarzen, wenn sie sich zu lange in der Sonne aufhalten, einen roten Kopf bekommen. Um hier vorwärts zu kommen, empfiehlt Springer die Einführung eines "Windradl-Tags", benannt nach dem Heiligen St. Windradl. Und publikumswirksam ruft dann Seehofer in die Mikrofone: "Oogschromt is!"
Springer verrät aber auch, warum die Amazonen einst den Mittelmeerraum beherrschten. "Die haben oben ohne gekämpft. Da haben die Männer nicht mehr an Waffen gedacht", analysiert Springer.


Dortmund zu gefährlich

Er liefert auch die Erklärung für den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali, obwohl es in Dortmund dreimal so viel Islamisten gebe wie in Mali. Also bewachen die Soldaten ein 300 Quadratkilometer großes Erdloch mit seltenen Erden, die für Handys und Flachbildfernseher unentbehrlich sind.
Plastisch begreiflich ist auch seine Gesellschaftskritik. Mord, Totschlag, Krisen habe es immer gegeben. Doch Ebola, die griechische Staatspleite, der Krieg in der Ukraine interessierten niemanden mehr, seit es die Flüchtlingsproblematik gibt. Die werde ebenso wenig gelöst wie alle anderen Probleme. "Stattdessen kämpfen wir in Bälde gegen die Pudelgrippe."
Dennoch erinnert Springer, dass es uns allen gut geht. "Lassen sie es sich nicht nehmen, fröhlich zu sein, lassen Sie sich die Laune nicht vermiesen. Trotz aller Probleme."
Dies ist übrigens genau der Stoff für sein nächstes Bühnenprogramm, mit dem er ab April auf Tournee geht. Der Titel: "Trotzdem!"

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