Oberleichtersbach

Von 16 Grundstücken in "Eller IV" sind 15 bereits reserviert

von unserem Mitarbeiter Wolfgang Saam Oberleichtersbach — Der Bebauungsplan "Eller IV" stand zusammen mit der 6. Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Oberleichtersbach im...
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von unserem Mitarbeiter Wolfgang Saam

Oberleichtersbach — Der Bebauungsplan "Eller IV" stand zusammen mit der 6. Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Oberleichtersbach im Mittelpunkt der Beratungen der Gemeinderatssitzung. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und Einwendungen der Bürger mussten von den Räten behandelt werden.

21 äußerten Bedenken

Johannes Hahn vom Ingenieurbüro Hahn in Bad Kissingen erläuterte dem Gremium die einzelnen Einwendungen und die dazugehörigen Beschlussvorschläge. Von den 32 Trägern öffentlicher Belange äußerten 21 Bedenken. Die Regierung von Unterfranken und einige andere sprachen sich gegen die Ausweisung neuer Wohnbau- und Gewerbeflächen aus, solange es innerörtliche Leerstände und Baulücken gäbe oder in benachbarten Gemeinden entsprechende Flächen zur Verfügung ständen.
Ein Ziel der Gemeinde sei die Aufrechterhaltung der gemeindlichen Infrastruktur. Selbstverständlich sei man wie andere Kommunen auch daran interessiert, zunächst innerörtliche Baulücken zu füllen. Allerdings stelle sich dieses Problem in Oberleichtersbach zurzeit kaum.
Andererseits könne man die Eigentümer solcher Grundstücke oder Gebäude nicht zur Nutzung oder zum Verkauf zwingen. Man werde aber seitens der Gemeinde mit den Besitzern Kontakt aufnehmen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass die Gemeinde in ihrer Entwicklung behindert werde. Die Notwendigkeit des Baugebiets "Eller IV" sehe man schon daran, dass von den 16 Grundstücken im Gemeindebesitz bereits 15 reserviert seien.
Für Bauland in Nachbarkommunen seien diese selbst verantwortlich. Die Ausweisung von Gewerbeflächen sei für die Gemeinde wichtig, um ihren Bürgern wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten oder zu schaffen. Anstatt hohe Fördergelder in so genannte Metropolregionen zu leiten und den ländlichen Raum ausbluten zu lassen, sei es aus Sicht der Gemeinde besser, die Entwicklung kleiner Kommunen zu fördern.

Stadt fürchtet mehr Verkehr

Die Stadt Bad Brückenau hatte Einwände gegen die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets "Buchrasen". Sie befürchte ein höheres Verkehrsaufkommen in Bad Brückenau, insbesondere des Schwerlastverkehrs und die damit verbundene Lärm- und Feinstaubbelästigung, falls keine direkte Anbindung des Gewerbegebiets an die Autobahn A7 erfolge.
Da die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets aber das Verkehrsaufkommen durch Bad Brückenau nur geringfügig erhöhen würde und ein Teil des Schwerlastverkehrs auch aus dem Brückenauer Teil des Buchrasens käme, sei eine eigene Autobahnanbindung wohl kaum zu rechtfertigen. Grundsätzlich sei aber auch für die Gemeinde Oberleichtersbach eine direkte Anbindung an die A7 denkbar. Die hierfür anfallenden Kosten müssten dann aber zwischen Oberleichtersbach, Bad Brückenau und dem Freistaat Bayern aufgeteilt werden. Grundsätzlich sei der Gemeinderat bereit sich mit dem Bad Brückenauer Stadtrat zusammenzusetzen und über Lösungsmöglichkeiten zu reden.
Die Planungsunterlagen werden entsprechend den Änderungsbeschlüssen der Gemeinderäte vom Planungsbüro Hahn überarbeitet und öffentlich ausgelegt. Die Bürger und die Träger öffentlicher Belange haben dann erneut die Möglichkeit zu Einwendungen.

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