Knetzgau

Vom Barockstück zum schmissigen Tango

Oberschwappach/Zell — Das Sommerkonzert des Bamberger Streichquartetts - sonst im Schlosshof von Oberschwappach - musste wegen der kühlen Temperaturen erstmals nach Zell in die Mar...
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Oberschwappach/Zell — Das Sommerkonzert des Bamberger Streichquartetts - sonst im Schlosshof von Oberschwappach - musste wegen der kühlen Temperaturen erstmals nach Zell in die Marienkirche verlegt werden, da die bisher als Ausweichraum genutzte Franz-Hofmann-Halle in Knetzgau aus brandschutztechnischen Gründen gesperrt ist.

Weiche und runde Akustik

Wie sich für die Musiker und Zuhörer überraschend bestätigte, erwies sich der Kirchenraum mit seiner weichen, runden Akustik als die beste Lösung und ließ das Ambiente im barocken Schlosshof fast vergessen. So dankte denn auch der Moderator und Leiter des Ensembles, Karlheinz Busch, vor über 400 Besuchern dem rührigen Organisator Julian Roth sowie der Freiwilligen Feuerwehr Zell für die perfekte Hilfestellung.
Lutz Randow, Solotrompeter der Bamberger Symphoniker, war dann der gefeierte Künstler. Anschaulich erklärte er die Bauweisen und Klangvarianten der Trompeten, von ihm brillant in Werken des Barock bis zum Tango gespielt. So kamen eine langmensurierte Barocktrompete, ein Corno da caccia, eine kleine Bach-Trompete und die in modernen Orchestern eingesetzte B-Trompete zum Einsatz. Stilistisch passend erklangen Werke von Telemann, Neruda, Haydn, Tschaikowsky, Bach und Händel. Ein Tango von Piazolla als Zugabe rundete sein meisterliches Spiel ab, das geprägt war von einer strahlenden Trompetenbrillanz, weichen Melodiebögen und virtuosen Passagen.
Das Bamberger Streichquartett mit Raùl Teo Arias (Primarius), Andreas Lucke (ZweiteVioline), Branko Kabadaic (Viola) und Karlheinz Busch (Violoncello) begleitete aufmerksam. Erstmals setzte es ergänzend mit der "Simple Symphony" von Benjamin Britten ein Konzertstück aus dem 20. Jahrhundert auf das Programm. In der autorisierten Fassung für Streichquartett ist es zwar ein durchwegs tonales Werk, zeigt aber doch einen Weg in die moderne Musik. Klangschön und mit vitalem Rhythmus bestätigte das Ensemble seine Musizierkunst. Werke für Streichquartett von Torelli, Mozart und Elgar komplettierten das publikumswirksam ausgewählte Programm.

Mozart am 5. Juli

Das Mozartkonzert in der Oberschwappacher Konzertreihe 2014/15 beginnt am Sonntag, 5. Juli, um 19 Uhr im Innenhof des Schlosses (bei schlechtem Wetter in der Marienkirche Zell). Für die Aufführung im Schlosshof gibt es Karten an der Abendkasse. Informationen erteilt Julian Roth, telefonisch zu erreichen am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils 8 bis 9 Uhr, unter Ruf 09529/950562. Ma

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