Herzogenaurach

Víctor Urbán sorgt für mexikanischen Zungenschlag an der Metzler-Orgel

von unserem Mitarbeiter Manfred Welker Herzogenaurach — Die Metzler-Orgel in der Stadtpfarrkirche von Herzogenaurach ist wie ein Magnet für berühmte Organisten. Am zweiten Samstag ...
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Víctor Urbán in seinem Metier Foto: Manfred Welker
Víctor Urbán in seinem Metier Foto: Manfred Welker
von unserem Mitarbeiter Manfred Welker

Herzogenaurach — Die Metzler-Orgel in der Stadtpfarrkirche von Herzogenaurach ist wie ein Magnet für berühmte Organisten. Am zweiten Samstag im Mai brachte der Organist Víctor Urbán in einem Orgelkonzert einen mexikanischen Zungenschlag in die Reihe ein. Geboren wurde Urbán 1934 in Tultepec, in Mexiko. Seinen ersten Orgelunterricht erhielt er durch seinen Vater Manuel V. Urbán. Danach studierte er Kirchenmusik in Tultepec unter Próspero Cebada.

Über 2000 Konzerte gegeben

Den Abschluss zum Konzertorganisten machte er am Staatlichen Musikkonservatorium der Universität von Mexiko Stadt unter Jesús Estrada. Einer seiner Lehrer war der auch in Europa bekannte Rodolfo Halffter. Zu Weiterstudien war er in Europa, unter anderem bei Helmut Rilling in Stuttgart, bei Sergiu Celibidache und auch bei Pablo Casals. Dadurch avancierte er zum bekanntesten Organisten seiner Heimat und erhielt auch zahlreiche Preise. Von 1974 bis 1977 war er Direktor des Staatlichen Musikkonservatoriums und der Hochschule der Künste des Bundesstaates Mexiko. Víctor Urbán hat sogar zu Ehren von Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Mexiko gespielt.
Seine Konzerttätigkeit beschränkt sich aber nicht nur auf seine Heimat Mexiko. So musizierte er in Rom mit dem Orchester des Santa Cecilia Konservatoriums, außerdem übertrug Radio Vatikan in Rom eine von Urban gespielte Weihnachtsmusik. Orgelspielen ist für ihn eine Leidenschaft, erst vor Kurzem konnte er sein 2000. Konzert geben.
Nach Herzogenaurach kam er durch Kontakt mit Christine Werner, die ihn schon seit 15 Jahren kennt und die auch für die nötige Übersetzung sorgt. Gemeinsam mit seiner Frau Adela ist Víctor Urbán auch bei Christine Werner als Gast untergebracht. Die Urbáns haben fünf Töchter, von denen drei Musikerinnen geworden sind.

"Sehr authentische Orgel"

Bei seinem Deutschlandaufenthalt gab Urbán Konzerte in Gößweinstein, in Herzogenaurach und in Erlangen, St. Bonifaz. Bereits im Juli wird er wieder als Organist in Europa sein, dann an der Orgel der Kathedrale von Aosta und im August in St. Blasien. Bei seinen Konzertreisen trifft er jedes Mal auf ein anderes Instrument, mit dem er sich jedes Mal neu vertraut machen muss. An der Metzler-Orgel in Herzogenaurach schätze er, dass sie sehr authentisch sei, wohl vor allem dadurch bedingt, weil sie rein mechanisch konstruiert ist. Daher wurde er auch von Norbert Kreiner als Setzer beim Konzert unterstützt.
Für Urbán repräsentiert die Orgel den deutschen Stil, er bewundert an ihr, dass sie einen "runden und schönen Klang" hat. Auf dem Programm standen Werke mexikanischer Komponisten. So auch von seinem Lehrer Jesús Estrada, Werke wie Ku-Kú, der Imitation eines Kuckuks, oder Toccatina und Danza Española von Ramón Noble. Von ihm stammt auch ein Moto Perpetuo, ein scheinbar unendlich sich wiederholendes Stück, gespielt einmal mit der linken, dann mit der rechten Hand und zum Schluss mit dem Pedal.
Von Miguel Bernal Jiménez brachte Urbán El Arrullo del Pastorcito, einen ruhigen Schäfergesang mit sich anschließender Weihnachtsmusik, und die Sonate de Navidad zu Gehör.

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