Gräfenberg

Vereine nutzen Fußball zur Integration

Gräfenberg — Das Gräfenberger Sportbündnis ist erneut mit einem bedeutenden Preis ausgezeichnet worden. Der Zusammenschluss von neun Sportvereinen erhielt nach 2011 zum zweiten Mal...
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Das Gräfenberger Sportbündnis mit Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (2. v. l.), Christian Schönfelder (3. v. l.)., Ludwig Haas (4. v. l.) und Karolina Michl (mit Urkunde) war mit knapp 30 Teilnehmern eine der größten Delegationen bei der Preisverleihung in Nürnberg.  Foto: Christian Schirmer
Das Gräfenberger Sportbündnis mit Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (2. v. l.), Christian Schönfelder (3. v. l.)., Ludwig Haas (4. v. l.) und Karolina Michl (mit Urkunde) war mit knapp 30 Teilnehmern eine der größten Delegationen bei der Preisverleihung in Nürnberg. Foto: Christian Schirmer
Gräfenberg — Das Gräfenberger Sportbündnis ist erneut mit einem bedeutenden Preis ausgezeichnet worden. Der Zusammenschluss von neun Sportvereinen erhielt nach 2011 zum zweiten Mal die Auszeichnung im bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz".
Die Auszeichnung für die neun bayerischen Preisträger, davon vier aus der Nürnberger Region, fand im Historischen Rathaus in Nürnberg statt. In der Verleihungsurkunde heißt es: "Das Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (Berlin) verleiht dem Gräfenberger Sportbündnis im Rahmen des Wettbewerbs ,Aktiv für Demokratie und Toleranz 2014‘ für das Projekt ,Agenda 2015: Jugend für Demokratie und Toleranz‘ einen Preis für ein ideenreiches und wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements. Wir wünschen dem vorbildlichen Projekt weiterhin viel Erfolg und zahlreiche Nachahmer. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 3000 Euro verbunden."
Im Gräfenberger Sportbündnis sind sieben Sportvereine aus dem Landkreis Forchheim und zwei Sportvereine aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt mit etwa 6000 organisierten Sportlern vertreten. Im Bündnis wird sehr viel Wert auf die Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sowie Gewalt in jeglicher Form gelegt. Hauptzielgruppen sind Kinder und Jugendliche in Sportvereinen und Schulen.
Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, informierte über die Ziele und Arbeit des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Das Bündnis wurde vor 15 Jahren anlässlich des damals wieder erstarkten Rechtsextremismus durch die Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet. Die Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz" wird für herausragende Projekte und Ideen verliehen und soll das zivilgesellschaftliche und ehrenamtliche Wirken würdigen. Ziel ist es, die Projekte bekannt zu machen und Anregungen für zivilgesellschaftliches Engagement zu geben.

Fairnesstrophäe als Anreiz

In einem moderierten Gespräch stellten die Jugendleiterin des FC Eschenau, Karolina Michl, und der Jugendpfleger der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg, Christian Schönfelder, das Projekt "Agenda 2015 - Jugend für Demokratie und Toleranz" des Sportbündnisses vor.
Fußball ist eine hervorragende Möglichkeit, Kinder und Jugendliche zusammenzubringen. Die Regeln sind - von wenigen Ausnahmen - sehr einfach, sodass auch Kinder und Jugendliche gemeinsam Sport ausüben können, auch wenn sie die Sprache der Mitspieler nicht verstehen. Flüchtlingskindern und Erwachsenen wird in den Vereinen des Sportbündnisses die Möglichkeit gegeben, Fußball zu spielen und sich zu integrieren. Jugendfußballturniere mit der Auslobung einer Fairnesstrophäe geben den Anreiz zu einem fairen und umgänglichen Miteinander. Fußball ist ein Wettkampfsport, bei dem der persönliche Einsatz für einen Sieg wesentlich ist. Leicht kann es zu Aggressionen kommen. Damit es nicht soweit kommt oder um vorhandene Spannungen abzubauen, führten drei Vereine beispielsweise ein spezielles Training mit einem Sozialpädagogen und Selbstbehauptungstrainer erfolgreich unter dem Motto "Gesunder Umgang mit Kraft und Aggression" durch.
Das Gräfenberger Sportbündnis stellte mit knapp 30 Teilnehmern eines der größten Kontingente der Preisverleihung. Darunter waren mehrere Vereinsvorstände, Jugend- und Abteilungsleiter und Spieler. Auch der Bürgermeister der Stadt Gräfenberg, Hans-Jürgen Nekolla (SPD), kam zur Preisverleihung. Er klinkte sich aus einer Klausurtagung in Oberfranken aus, um bei der Ehrung dabei zu sein. red



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