Kulmbach
Kino 

Van Gogh der Alpen

Der legendäre Film "Magie des Lichts" über den Maler Giovanni Segantini wird morgen in Kulmbach gezeigt. Danach spricht das Ehepaar Asen mit der Enkelin des berühmten Künstlers.
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Cosima und Johannes Asen werden mit der Enkelin des bekannten Malers Giovanni Segantini nach dem Film ein Gespräch über den Maler führen. Ingeborg Zapf (links) hat sich dafür eingesetzt, den legendären Film, der in vielen Städten für Furore und ausverkaufte Kinos gesorgt hat, nach Kulmbach zu holen.  Foto: Sonja Adam
Cosima und Johannes Asen werden mit der Enkelin des bekannten Malers Giovanni Segantini nach dem Film ein Gespräch über den Maler führen. Ingeborg Zapf (links) hat sich dafür eingesetzt, den legendären Film, der in vielen Städten für Furore und ausverkaufte Kinos gesorgt hat, nach Kulmbach zu holen. Foto: Sonja Adam
"Magie des Lichts" von Christian Laubhart ist kein Film voller Action und Hektik, sondern einer, der auf die leise Zwischentöne setzt. In den Hauptstädten dieser Welt hat der Streifen über den Maler Giovanni Segantini nicht nur Kunstliebhaber in die Kinosäle gelockt, sondern auch Menschen, die Freude an den schönen Dingen haben. Jetzt kommt der Film nach Kulmbach.


Filmgespräch

Am morgigen Mittwoch um 19 Uhr wird "Magie des Lichts" im Kulmbacher Cineplex zu sehen sein. Als Höhepunkt reist die Enkelin des berühmten Malers, Gioconda Leykauf-Segantini, an. Nach der Vorführung laden Cosima und Johannes Asen zum Filmgespräch mit der Enkelin ein. Sie hoffen, dass viele Kulmbach noch ein bisschen Zeit mitbringen, um aus erster Hand einiges über den berühmten "Van Gogh der Alpen" zu erfahren.
Tatsächlich war Giovanni Segantini Maler, Künstler, Anarchist und Aussteiger. Er wurde 1858 in Ardo im Trentino geboren. Als seine Mutter starb, wurde der damals Siebenjährige zu Verwandten nach Mailand gebracht. Ein Jahr später verstarb auch sein Vater. Seine Halbschwester ließ aus unerfindlichen Gründen seine österreichische Staatsbürgerschaft annullieren. Fortan galt der Junge als staatenlos. Eine Tatsache, die sein ganzes Leben prägen sollte.


In freier Natur

Trotzdem gelang es Segantini, sich an der Kunstakademie Brera einzuschreiben und Malerei zu studieren.
Einen besonderen Reiz übten auf ihn einfache Menschen aus. Meist malte Giovanni Segantini in freier Natur.
Doch auch seine eigene Lebens- und Liebesgeschichte war ergreifend. Seine große Liebe Luiga Pierina Bugatti, die Schwester eines Studienfreundes. Bis zu seinem Tod währte diese Liebe.
Im Film lesen die hochkarätigen Schauspieler Bruno Ganz und Mona Petri Briefwechsel des Malers mit Asta Scheibs. Auch der im Alter von 41 Jahren verstorbene Künstler kommt zu Wort. Die Dokumentation verzichtet auf Kommentare und bekommt dadurch eine besondere Authentizität. Giovanni Segantini kam im Jahr 1899 unter dramatischen Umständen auf einer 2700 Meter hoch gelegenen Berghütte ums Leben.
Die Kulmbacherin Ingeborg Zapf hat den Film schon gesehen und ihren ganz eigenen Beitrag dazu geleistet, dass er morgen im Cineplex gezeigt werden kann. Denn der Filmverleiher der Forma "mindjazz" ist der Mann ihres Patenkindes. "Der Film ist einzigartig. In Hof wurde er sogar zweimal gezeigt", hofft Ingeborg Zapf auch auf einen Erfolg in Kulmbach.
Zapf hat auch den Kontakt zur Enkelin des legendären Malers hergestellt, hat organisiert, dass die über Siebzigjährige, nach Kulmbach reisen wird, um über ihren Großvater und über das Leben mit der Kunst zu reden.
Für das Filmgespräch konnte Ingeborg Zapf Cosima und Johannes Asen gewinnen. "Uns hat der Film persönlich angesprochen, wir waren auch schon auf einigen Ausstellungen", erzählt Cosima Asen. Sie hat viel über das Leben des Malers gelesen. Es seien vor allem die zauberhaften Lichtspiele, die Giovanni Segantinis Bilder auszeichneten - eben die "Magie des Lichts".

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