Lichtenfels

VW bereinigt Software-Fehler

In diesen Tagen verschickt der VW-Konzern erste Briefe an jene Kunden, deren Fahrzeuge wegen der manipulierten Abgas-Software zur Nachrüstung in die Werkstatt müssen. Das Lichtenfelser Autohaus Gelder & Sorg ist darauf vorbereitet.
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Patrick Hümmer ist einer der Lichtenfelser VAG-Mitarbeiter, die mit dem Diagnose-Testgerät die neue Software aufspielen. Foto: Matthias Einwag
Patrick Hümmer ist einer der Lichtenfelser VAG-Mitarbeiter, die mit dem Diagnose-Testgerät die neue Software aufspielen. Foto: Matthias Einwag
Matthias EInwag

Mit Gelassenheit gehen die Mitarbeiter des VAG-Autohauses Gelder & Sorg die Rückrufaktion an, die wegen der manipulierten Abgastechnik von Dieselmotoren erforderlich wurde. Nachdem die betroffenen Kunden vom Konzern angeschrieben wurden, folgt demnächst in einem zweiten Anschreiben die Aufforderung, einen Termin mit der autorisierten Werkstatt zu vereinbaren.


Konzern informiert die Kunden

"Wir bekommen alle Fälle mitgeteilt", sagt Geschäftsführer Norbert Sorg, "doch aufgrund der vielfältigen Software-Arten funktioniert die Bearbeitung in 13 Slots." Der Kunde werde vom Konzern informiert, wann sein Fahrzeug an der Reihe ist. Im zweiten Anschreiben werde der Kunde gebeten, einen Termin auszumachen. Wie viele Fahrzeuge im Kreis Lichtenfels zur Nachrüstung müssen, kann er nicht sagen, denn das sei aus Datenschutzgründen nicht zu eruieren. "Wir schaffen Freiräume, um die Änderungen vornehmen zu können", fährt Norbert Sorg fort, "und wir können mehrere Fahrzeuge parallel bespielen."
Maximal elf Stationen stehen hierfür nach Auskunft von Serviceleiter Heiko Dotterweich in Lichtenfels zur Verfügung.


Zeitplan der Umrüstung

Drei Dieselmotoren sind von der Rückrufaktion betroffen, sagt Heiko Dotterweich, wobei die Zwei-Liter-Maschine mit deutschlandweit rund einer Million Fahrzeugen den größten Anteil habe. Aktuell werde mit dem VW Pick-up Amarok begonnen. Ab Kalenderwoche 9 folgen dann die Passat-Modelle mit dem Zwei-Liter-Motor, ab Kalenderwoche 22 die Fahrzeuge mit 1,2-Liter-Maschinen und ab Kalenderwoche 28 jene mit 1,6-Liter-Motoren.
Den Zeitbedarf für das Aufspielen der neuen Software beziffert Heiko Dotterweich auf 24 Minuten bei 1,2- und Zwei-Liter-Motoren sowie auf 39 Minuten bei 1,6-Liter-Motoren. Das jedoch sind geschätzte Zeiten. Norbert Sorg: "Wir müssen's auf uns zukommen lassen, denn Erfahrungswerte dafür haben wir nicht." Keine Sorgen müsse sich der Kunde machen, dass das Update zu höherem Spritverbrauch oder geringerer Leistung führe, sagt Norbert Sorg.
Heiko Dotterweich und sein Team haben sich bereits auf den Ansturm vorbereitet, um die Fahrzeuge an den elf Stationen parallel "flashen" zu können, wie er sagt. Für den Kunden sei die Aktion kostenneutral. Zwar sei die Umrüstung befristet, doch sei das Update nicht zwingend an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden. Ein gemeinsamer Termin mit Kundendienst, Tüv oder Reifenwechsel ist also möglich. "In jeder Krise steckt eine Chance", sagt Heiko Dotterweich. Im konkreten Fall bestehe die darin, das Vertrauen des Kunden zu festigen oder zurückzugewinnen: "Wir wollen nichts verschleiern."


Hol- und Bringdienst

Deshalb biete man dem Kunden einen kostenlosen Hol- und Bringdienst an - oder alternativ ein Ersatzfahrzeug, sagt der Serviceleiter. Darüber hinaus gewähre das Autohaus Gelder & Sorg den betroffenen Kunden einen 50-Euro-Gutschein auf die nächste Reparatur ab einem Gesamtwert von 250 Euro.
Auch Heiko Dotterweich unterstreicht, dass es durch das Software-Update zu keinen technischen Einschränkungen kommen werde. Und auch für eingetragene Chips getunter Motoren übernehme der VW-Konzern die Kosten. "Für uns ist das die Möglichkeit, Kontakt zu Neu- und Altkunden herzustellen und ihr Vertrauen durch geregelte, saubere Werkstattvorgänge zu gewinnen."

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