Eltmann

VC Eltmann will Aufwind nutzen

2. Volleyball-Liga Süd  Der Aufsteiger aus dem 5500-Einwohner-Städtchen in Unterfranken hat sich nach einem schwierigen Start mit zwei Siegen auf einen Nichtabstiegsplatz gekämpft. Ein Sieg zum Vorrundenende nährt die Zuversicht.
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Ganz wichtig für die Eltmanner Zweitliga-Volleyballer war ihr 3:1-Sieg zum Ausklang der Vorrunde gegen den TV Waldgirmes. Bei dieser Partie wurde Mittelblocker Kenneth Blanca (rechts), der immer wieder wuchtige Angriffsbälle schlug, zum wertvollsten Spieler des VCE gewählt.  Foto: Günther Geiling
Ganz wichtig für die Eltmanner Zweitliga-Volleyballer war ihr 3:1-Sieg zum Ausklang der Vorrunde gegen den TV Waldgirmes. Bei dieser Partie wurde Mittelblocker Kenneth Blanca (rechts), der immer wieder wuchtige Angriffsbälle schlug, zum wertvollsten Spieler des VCE gewählt. Foto: Günther Geiling
von unserem Redaktionsmitglied 
Norbert Felgenhauer

Eltmann — Als Sebastian Richter im vierten Anlauf den Matchball endlich nutzte, mit einem wuchtigen Angriffsball von der linken Seite zum 25:22 im vierten Satz, fand die erste Saisonhälfte für die Zweitliga-Volleyballer des VC Eschenbacher Eltmann doch noch ein glückliches Ende. Mit 3:1 bezwangen sie im letzten Vorrundenmatch das Schlusslicht TV Waldgirmes. Sieben Punkte weist der Aufsteiger nach elf Begegnungen auf, steht damit auf dem zehnten Tabellenplatz der 2. Liga Süd und hätte, bliebe diese Konstellation bis zum 22. Spieltag die gleiche, das Saisonziel Klassenerhalt geschafft.
Spielertrainer Heriberto Quero war nach dem zweiten Saisonsieg genauso glücklich und erleichtert wie alle VCE-Spieler, sagte aber auch: "Es war kompliziert." Damit meinte er weniger den Erfolg gegen Waldgirmes als vielmehr die Bemühungen der Oshino Volleys, wie die Zweitliga-Mannschaft heißt, nachdem der Verein einen neuen Sponsor für die Namensrechte gefunden hat, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Sieben Niederlagen, die ersten sechs ohne Satzgewinn, das war heftig. "Wir haben uns keine überheblichen Ziele gesetzt, gerade als Aufsteiger nicht", sagt dazu Mannschaftsführer und Außenangreifer Jens Werner. Aber diese Misserfolgsserie musste die Mannschaft erst verkraften.

Bis 2009 in der Bundesliga

Volleyball und Eltmann, diese Kombination stand und steht seit Jahren für Erfolge - mit einem massiven Rückschritt. Jahrelang hatte die damalige SG Eschenbacher Eltmann in der Bundesliga eine gute Rolle gespielt, ehe sie 2009 auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten die Lizenz zurückgab. Nach einer Neugründung als VC Eltmann und dem Neuanfang in der Bayernliga haben Sportvorstand Rolf Werner und seine Mitstreiter einen neuen Aufschwung eingeleitet und mit dem Sprung in die 2. Liga vorläufig auch abgeschlossen.
Das "Projekt Zweitliga-Volleyball" in Eltmann ist eine Mannschaftsleistung, "die zahlreichen Helfer und Sponsoren haben ein dickes Dankeschön verdient", erklärt Rolf Werner. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag ist nötig, um in der zweithöchsten deutschen Spielklasse mitmischen zu können, den haben die Eltmanner dank vieler Gönner aufgebracht.
Sich auch sportlich dort zu etablieren, ist das Saisonziel. Aller Anfang war schwer. "Wir haben länger gebraucht, als wir uns das selbst vorgestellt hatten", sagt Rolf Werner. "Aber wir haben zwei Spiele, die wir gewinnen mussten, gewonnen. Eines allerdings haben wir auch leichtfertig vergeben." Damit meint er die 2:3-Heimniederlage gegen die Nachwuchsmannschaft der VYS Friedrichshafen. Was den Klassenerhalt angeht, gibt sich der Sportvorstand allerdings zuversichtlich: "Wir haben so viel Substanz und Klasse in der Mannschaft, da mache ich mir keine so großen Sorgen."
Dass die 2. Liga Süd für die Eltmanner eine echte Herausforderung darstellt, ist ihm genauso klar wie Trainern und Mannschaft. "In dieser Klasse machen die Gegner fast keine Fehler, die zu leichten Punkten führen. Deshalb dürfen wir auch selbst keine Fehler machen", erklärt Quero. "In der 2. Liga spielen viele erfahrene Volleyballer", sagt Kapitän Jens Werner. Also heißt es für Eltmann, noch eine Schippe draufzulegen.
Auf die Niederlagenserie hat der Verein reagiert und mit Josef Janosik einen erfahrenen Co-Trainer verpflichtet. "Wir und auch Heriberto Quero selbst haben erkannt, dass wir Quero als Spieler in der 2. Liga brauchen", erklärt Rolf Werner. Der ehemalige venezolanische Nationalspieler ist in dieser Klasse auch mit seinen 37 Jahren ein herausragender Punktesammler. Janosik, den Rolf Werner seit Jahren kennt und der in der vergangenen Saison bei RWE Bottrop in der Bundesliga erfolgreich war, ehe das Team aus wirtschaftlichen Gründen ausschied, gestaltet in Zusammenarbeit mit Quero das Training und coacht das Team bei den Spielen. Der 34-jährige ehemalige slowakische Internationale könnte, wenn Not am Mann ist, auch noch selbst als Zuspieler auf dem Feld eingreifen, "aber er und wir sind der Meinung, dass wir da keine Probleme haben", sagt Rolf Werner.
Somit hat sich Janosik in der Punktspielpause - am kommenden Samstag geht es mit dem Heimspiel gegen LE Leipzig weiter - vorrangig auf die Trainingsarbeit konzentriert. Neben der spielerischen Weiterentwicklung stand dabei auch die Verbesserung der körperlichen Verfassung des Teams im Blickpunkt. "Wir haben es in einigen Spielen bisher, zum Beispiel in Rüsselsheim oder Freiburg, nicht geschafft, in jeder Phase die Konzentration hoch zu halten", weiß Rolf Werner. Dies habe auch mit der Kondition zu tun. "Dann machst du zwei, drei Fehler, und das kannst du dir in dieser Liga nicht leisten."
Dieses Problem haben in Eltmann alle Beteiligten erkannt, und auch deswegen sieht Kapitän Jens Werner, der Sohn des Sportvorstands, der zweiten Saisonhälfte zuversichtlich entgegen. "Wir müssen auf die Mannschaftsleistung, die wir gegen Waldgirmes gezeigt haben, aufbauen", sagt er. "Ich denke, dass wir schon noch drei, vier Spiele gewinnen können."

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