Lichtenfels
Tourismus 

Urlauber wohnen ganz legal

In Bamberg gibt es rund 330 Ferienwohnungen, die nicht registriert sind. Wie aber sieht es im Kreis Lichtenfels aus? Die Befragten geben Entwarnung - hier haben die allermeisten Betreiber von Ferienwohnungen ihr Gewerbe angemeldet.
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Markus Alin vom Staffelsteiner Kur- und Tourismus-Service mit einem Block Gästekarten, die in der Kurstadt an die Vermieter von Ferienwohnungen ausgegeben werden. Foto: Matthias Einwag
Markus Alin vom Staffelsteiner Kur- und Tourismus-Service mit einem Block Gästekarten, die in der Kurstadt an die Vermieter von Ferienwohnungen ausgegeben werden. Foto: Matthias Einwag
Matthias Einwag

Die Verdrängung des normalen Wohnens zugunsten von Ferienwohnungen vor allem im Innenstadtbereich ist zur Zeit ein Thema, das den Bamberger Stadtrat beschäftigt. Auf insgesamt 330 nicht angemeldete Ferienwohnungen sind Mitarbeiter des Baureferats gekommen, als sie unter anderem auf Internetplattformen und Bamberg-Seiten recherchierten.
In der dicht bebauten Innenstadt von Bamberg ist das nicht nur wegen der nachzuweisenden Stellplätze kritisch, sondern auch aus Brandschutzgründen: In einem Bauernhaus im oberbayerischen Schneizlreuth, das nicht als Unterkunft bewilligt gewesen ist, waren im Mai 2015 sechs Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen.
Im knapp 100 Quadratkilometer großen Stadtgebiet von Bad Staffelstein gebe es derzeit 233 Ferienwohnungen, sagt Markus Alin, stellvertretender Leiter des Staffelsteiner Kur- und Tourismus-Service. "Bei uns gibt es da keine Probleme, bei uns ist ja alles angemeldet", sagt er auf Anfrage unserer Zeitung.


Wie das Einchecken im Hotel

Die Vermieter, fährt er fort, bekämen Blocks mit Meldescheinen. Diese Scheine würden von den Vermietern zusammen mit ihren Gästen ausgefüllt - somit seien die Urlauber angemeldet. Das sei so ähnlich wie man es vom Einchecken in Hotels kenne. Ob es sein könnte, dass Vermieter ihre Wohnungen nicht melden? "Wir würden das sicher mitbekommen, wenn einer nicht angemeldet wäre", sagt Markus Alin.
Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sagt auf Anfrage, dass alle Zimmer- und Ferienwohnungsvermieter im Stadtgebiet ihr Angebot angemeldet haben. "Unsere Vermieter nutzen sehr gerne die städtischen Werbemöglichkeiten, zum Beispiel auf der Homepage, im Gastgeberverzeichnis und durch Vermittlung freier Quartiere an Urlaubsgäste." Eine Überwachung der Quartiersanmeldung sei nicht notwendig. Die Stadt beschäftige jedoch zwei Kontrolleure, die den Eingang der Kurbeitragsmeldungen überwachen.
Auch Harald Fischer von der Tourist-Information Lichtenfels sagt: "Wir haben in Lichtenfels kein Problem damit." Ferienwohnungen seien in Lichtenfels eine verschwindend geringe Konkurrenz zum freien Wohnungsmarkt. "Wir sind keine Kurstadt, bei uns besteht keine Verpflichtung zu melden", fügt er an. Wer jedoch eine gewerbliche Beherbergungsstätte betreibe, müsse natürlich einen Meldeschein ausfüllen und ein Jahr lang aufbewahren.
Die Übernachtungszahlen, die in den vergangenen Jahren zwischen 116 000 (2013) und 120 000 (2015) pendeln, erbitte die Stadt von den Vermietern auf freiwilliger Basis. In Lichtenfels gebe es derzeit 53 Anbieter privater Pensionen und Ferienwohnungen mit insgesamt 276 Betten sowie elf gewerbliche Betriebe (Gasthöfe, Hotels) mit insgesamt 347 Betten.

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