Laden...
Ebern

Unterwegs zu Lebensstationen Rückerts

Artikel drucken Artikel einbetten

Ebern — Ebern ist eine von mehreren Stationen des Friedrich-Rückert-Wanderwegs, der von Schweinfurt über Oberlauringen zur Bettenburg und von Ebern über Seßlach nach Coburg und Neuses führt. Der Friedrich-Rückert-Arbeitskreis aus Oberlauringen hat sich vorgenommen, die einzelnen Städte und Dörfer zu erkunden und sich an Ort und Stelle über das Leben Rückerts informieren zu lassen. In Ebern hat diese Aufgabe Kreisheimatpfleger Günter Lipp übernommen. Er erzählte den Gästen am frisch renovierten Grab der Agnes Müller in Rentweinsdorf von der ersten Liebe des jungen Dichters.
In Ebern führte er die rund 40 Besucher durch die Altstadt. Besondere Aufmerksamkeit fand das "Autogramm" Rückerts, das dieser, laut Lipp, um 1813 aus Langeweile in die Fensterscheibe des Rentamts in der Rittergasse geritzt hatte. In Eyrichshof stellte Lipp das Schloss der Familie Rotenhan vor und verwies am Haus der Familie Geuß in der Specke auf das Eckzimmer im ersten Stock. Darin hatte Rückert 1812 geschlafen und von dort aus hatte er Münzen an das Fenster der Wirtstochter "Marielies" Geuß geworfen, die im Erdgeschoß schlief. Geöffnet hat sie ihm freilich nicht. So fragte Rückert hinterher zweifelnd: "In ihr Gärtchen hab ich Geld gesäet, aber wird es mir wohl Blumen tragen?" Gekonnt trug die zwölfjährige Amelie Derleder Rückert-Gedichte vor. pp