Lahm im Itzgrund

Unser Bach soll schöner werden

gemeinderat  Der Eggenbach zwischen den Gold-Dörfern Lahm und Pülsdorf wird im Zuge der Dorferneuerung renaturiert. Allerdings müssen die Pläne noch etwas gestutzt werden, damit sie zu den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde passen.
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Da ist noch Luft nach oben: Der Dorfteich in Lahm soll zum Abschluss des Dorferneuerungsverfahrens neu gestaltet werden - unter anderem mit einem neuen Geländer und der Möglichkeit, die Wasserfläche leichter zu erreichen. 300 Kubikmeter Löschwasser für Einsätze der Feuerwehr verbleiben aber immer noch im Teich. Foto: Berthold Köhler
Da ist noch Luft nach oben: Der Dorfteich in Lahm soll zum Abschluss des Dorferneuerungsverfahrens neu gestaltet werden - unter anderem mit einem neuen Geländer und der Möglichkeit, die Wasserfläche leichter zu erreichen. 300 Kubikmeter Löschwasser für Einsätze der Feuerwehr verbleiben aber immer noch im Teich. Foto: Berthold Köhler
von unserem Redaktionsmitglied 
Berthold Köhler

Lahm/Itzgrund — Sie könnte so etwas wie das "Sahnehäubchen" im Dorferneuerungsverfahren für Lahm, Pülsdorf und Herreth werden: die Renaturierung des Eggenbaches. Am Mittwochabend hat Jürgen Kittner die Pläne dafür bei der Sitzung des Itzgründer Gemeinderates vorgestellt und dabei große Zustimmung erfahren. Mit einer Einschränkung: Ein bisschen teuer ist die Maßnahme für Teile des Gemeinderates noch.

150 000 Euro Eigenanteil

Knapp über 380 000 Euro hat Kittner mit seinem Ingenieurbüro für die Bach-Renaturierung zwischen Pülsdorf und Lahm angesetzt - zuzüglich aller Nebenkosten und anzüglich des Zuschusses durch den Freistaat Bayern würden für die Gemeinde rund 150 000 Euro Eigenanteil übrig bleiben. "Das kann ich nicht akzeptieren", sagte unter anderem Matthias Bauer (Freie Wähler) und verwies auf den Haushaltsansatz von 110 000 Euro für das letzte große Projekt dieses Dorferneuerungsverfahrens.
Allerdings: Derzeit befindet sich die Eggenbach-Renaturierung zeitlich in einer Phase, in der die Gemeinde als "Träger öffentlicher Belange" gehört wird. Das heißt: Verschiedenste Behörden, Verbände und Ämter geben ihre Stellungnahme zum Grobentwurf ab, um die Finanzierung und die detaillierte Umsetzung geht es gar nicht. Nichtsdestotrotz einigte sich der Gemeinderat angesichts der Bedenken aus den Reihen der FW auf Vorschlag von Gemeinde-Geschäftsleiter Dieter Scherbel darauf, in seiner Stellungnahme gleich auf die finanzielle Situation hinzuweisen. Und wer weiß: Vielleicht trägt die mit verfasste Bitte nach einem "hohen Zuschuss" dazu bei, dass die staatlichen Stellen mehr als die im Raum stehenden 70 Prozent übernehmen.
Die Renaturierung des Bachs ist in vier Einzelprojekte aufgegliedert: den Umbau der Dorfteiche in Lahm und Pülsdorf, die Errichtung eines Wasserspielplatzes und die Neugestaltung des Bachlaufes zwischen den beiden Itzgrund-Gemeindeteilen.
Ein Thema, bei der auch die Bürger gefragt sind, ist der Wasserspielplatz. Als Jürgen Alt (SPD) darum bat, diesen doch als Spielplatz auch für ältere Menschen auszulegen, verwies Bürgermeister Werner Thomas (SPD) auf den just fertiggestellten Schottensteiner Mehrgenerationenspielplatz: "Dort wurde sehr viel ehrenamtliche Arbeit mit eingebracht."

Viel Hilfe erhofft

Er gehe deshalb, alleine schon aus Gründen der Gleichberechtigung, davon aus, dass auch die Lahmer und Pülsdorfer kräftig mit anpacken, wenn der Wasserspielplatz gebaut wird. Das könne der Gemeinde am Ende erhebliche Einsparungen bringen. Dies wäre wichtig, weil der Wasserspielplatz (Ansatz: knapp 50 000 Euro) der einzige Teil des Projektes ist, der von den Geldgebern vom Amt für ländliche Entwicklung finanziell gedeckelt ist. Wenn bald sämtliche Träger öffentlicher Belange ihre Meinung zur Renaturierung abgegeben haben, geht es an die Detailplanung.
Diese geschieht in Absprache mit der Gemeinde, wobei der Gemeinderat am Ende auch über die Art der Umsetzung und den (finanziellen) Umfang entscheiden kann. Viel Zeit sollte aber nicht mehr vergehen, wünschte sich der Bürgermeister mit Blick auf die in der Startphase befindliche Dorferneuerung in Kaltenbrunn - das nächste nicht billige Projekt für die Gemeinde. Beginn der Arbeiten am Eggenbach wird auf jeden Fall noch heuer sein, der Feinschliff soll dann spätestens im kommenden Jahr abgeschlossen sein.
Der Itzgrund wird auch weiterhin das Engagement der Jagdgenossenschaften beim Bau und Unterhaltung von Wegen und Gräben würdigen. Deshalb hat der Gemeinderat feste Regelungen für seine finanzielle Unterstützung verabschiedet: Die Kommune beteiligt sich ab sofort an den zuwendungsfähigen Kosten für die Arbeitsleistung von Fremdfirmen (ohne Material) mit 25 Prozent bei Gräben und mit 50 Prozent bei Wegen. Pro Jagdgenossenschaft ist der Gemeindezuschuss bis 2019 auf maximal 8000 Euro begrenzt, in einem Jahr können maximal 6000 Euro abgerufen werden.

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